Mit Kilian an Bord hatten wir heute Grosses vor: Erstkontakt mit der Waal, wie der Rhein hier bei Nijmegen heisst. Der dortige Lindenberghafen war denn auch unser Tagesziel. Der Wetterbericht versprach ab 10:00 Uhr Regen und teilweise intensiv, tatsächlich setzte er aber erst um Viertel nach Fünf ein.

Vorher gings von Plasmolen gemütlich über die Seen und den Mündungskanal wieder zurück auf die Maas. Kurz nachher teilte sich der Fluss.

Der Kanal verbindet die Maas mit der Waal und deshalb wird er von Cargo-Schiffen gerne befahren. Heute war aber nicht viel los, so dass Brigitte ganz entspannt vorne sitzen konnte. Das sollte sich noch ändern, du wirst später sehen warum.

Bald darauf meldete ich die Highlander und die Taranaki der Schleuse Weurt zum talwärts schleusen an. Zuerst wurde noch die Calypso hochgehievt, allerdings betrug der Hub nur etwa einen Meter. Meine Crew meinte, wir würden bergwärts schleusen, aber der Skipper hat bekanntlich immer recht.

Nach der geschützten Schleuse sollte es bergwärts gehen zum Stadthafen Lindenberg. Auf dem Kartenplotter waren gerade sechs bergwärts ziehende Cargoschiffe aufgeführt. Einer von ihnen war ein gewaltiger Schuber, welcher Kohle beförderte, nur sehr langsam fahren konnte und hinten gewaltige Wellen produzierte. Was das heisst und für Brigitte sowas wie eine Äquatortaufe war, siehst du auf dem Video.

Die bergwärts und die talwärts fahrenden Cargo-Schiffe verursachten rechte Wellen und ich musste als Skipper dauernd korrigieren, um die Kursrichtung einigermassen einhalten zu können.

Schliesslich erreichten wir wohlbehalten den Hafen und legten nach einer Wende mit beiden Schiffen mit dem Bug zu Tal am Gästesteg an.

Der Hafen beheimatet eine ganze Reihe schöner historischer Schiffe, die Auge und Gemüt erfreuen. Ein Skipper führte vor, wie man diese Segler gekonnt im engen Hafen mit schlechter Sicht voraus und mit einer Handpinne sorgfältig in einem Schwung an seinen angestammten Platz fährt.

Nachher gingen wir einkaufen. Trotz Sonntag sind die Läden geöffnet und viele Touristen bevölkern die Stadt, unter anderem auch zwei Vertreter des Schleusenvereins.