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Reisen mit der TARANAKI

Maasbommel – Heusden

 

Maasbommel - HeusdenDer Morgen kündete einen schönen und heissen Tag an. Das vor mir liegende Schiff am Längssteg war kurz vor uns weggefahren, so dass ich vorwärts wegfahren konnte. Da ich das Bugstrahlruder nicht einsetzen wollte (ich versuche so, das Fahren ohne Bugstrahlruder zu trainieren, sollte er mal ausfallen), musste ich anschliessend nochmals zurücksetzen, um die Zufahrt zur Maas befahren zu können.

Kurz nach der Einfahrt in die Maas kommt eine erste Fähre. Diese hätte Fahrgäste an Bord gehabt und wollte eigentlich losfahren, da aber ein Frachter bergwärts fuhr musste sie warten und wir konnten die Stelle ebenfalls passieren.

Maasbommel - HeusdenWährend der Fahrt hatte es praktisch keinen Wind, weshalb die Hitze spürbar drückte. Das sieht man auch an den Tieren, die oft im Wasser stehen, um sich abzukühlen oder um Wasser zu trinken.

Maasbommel - HeusdenEtwas später versperrten Gänse die ganze Flussbreite. Ich kam nicht umhin, auf diese Schar zuzufahren. Sie machten sich aber rechtzeitig aus dem Staub und flogen in ruhigere Gewässer.

Bei der Schleuse Princes Maxima wurde die Kammer gefüllt, weil Sportboote und ein Frachter bergwärts schleusten. Wir konnten warten und dümpelten neben einem Arbeitsschiff, das eigentlich an Steuerbord und Backbord eine Tafel „Vorbeifahrt verboten“ hängen hatte. Da es aber nicht arbeitete und selbständig neben zwei wartende Sportboote fuhr, konnten wir die Verbote „missachten“ und bei Grün in die Schleuse einfahren.

Maasbommel - HeusdenNeben uns drei Sportbooten fuhr noch ein Arbeitsschiff und ein Schuber in die Schleuse.

Maasbommel - HeusdenIch hatte eng auf einen Vordermann aufgeschlossen und weil wir nicht sicher waren, wie stark der Wellengang der Arbeitsschiffe mit laufenden Motoren sich auswirken würde, verlegte ich die Taranaki weiter nach hinten. Es klappte perfekt.

Schliesslich bogen wir zu den Häfen in Heusden ein. Wir bevorzugten Jachthaven de Wiel. Brigitte rief den Hafenmeister an und er beschied, wir sollten am Passantensteg festmachen. Wir stellten fest, dass dort bereits zwei Sportboote und ein Segelboot festgemacht hatten. Für uns gab es genug Platz und wir konnten uns den Platz richtig gehend aussuchen.

Maasbommel - HeusdenDer Abend war stimmungsvoll und wir genossen ihn nach einem feinen Nachtessen an Bord. Brigitte hatte das übriggebliebene Ratatouille aufgewärmt und dazu Coucous. Es war herrlich und mundete entsprechend gut.

Cuijk – Maasbommel

Cuijk - MaasbommelHeute verabschiedete sich Robert mit der Highlander von uns. Mit Wehmut lassen wir ihn ziehen, es war wohl das letzte Mal, dass wir gemeinsam mit ihm und der Highlander auf Fahrt gingen. Er fuhr nun zurück wieder nach Wessem, wo Ferdinand am 1. September an Bord kommen wird.

Wir werden die gemeinsamen Fahrten sehr vermissen. Unsere Taranaki stehen dir und Liza immer offen, ihr seid stets gern gesehene Gäste.Cuijk - Maasbommel

Auf der Fahrt gab es eine einzige Schleuse: Die Grave-Schleuse. Wir fragten an, ob wir talwärts schleusen könnten. Ich hatte einen bergwärts fahrenden Frachter beobachtet und dachte, wir müssten auf diesen warten. Dem war aber nicht so: Wir konnten bald einfahren und der Frachter kam gerade rechtzeitig an, um direkt in die leere Schleusenkammer einfahren zu können. Weiter warteten fünf Sportboote, um ebenfalls bergwärts schleusen zu können.

Cuijk - MaasbommelBald nach der Schleuse entdeckten wir auf Backbordseite eine kleine Pferdeherde. Sand ist für sie auch Körperpflege, sie rieben ihr Fell an den Sandwänden. Brigitte hielt den Augenblick mit der Kamera fest.

Cuijk - MaasbommelWir fuhren Richtung Maasbommel weiter. Die Fahrt war ohne grosse Vorkommnisse, so dass wir bald schon einmal die Maas verliessen und steuerbord in die Zufahrt zum WSV Golden Ham einbogen. In diesem Hafen waren wir noch nie. Brigitte versuchte den Hafenmeister telefonisch zu erreichen, wurde aber nur mit der Sprachbox verbunden. Wir machten am Meldesteiger fest und gingen zum Havenkantoor. Die Türe stand offen, aber es war niemand zu sehen. Im angrenzenden Restaurant des Vereins wurden wir fündig. Statt eines Hafenmeisters fanden wir eine freundliche Hafenmeisterin, die den Obulus für unseren Liegeplatz einzog. Wir konnten am Meldesteiger bleiben und zogen die Taranaki noch etwas vor, das hinter uns noch mehr Platz für weitere Passanten übrig blieb.

Cuijk - MaasbommelAnschliessend gingen wir ins Dorf. Ich musste noch einen Brief aufgeben. Die Briefannahmestelle ist im Dorfgeschäft untergebracht, wo wir dann noch ein paar kleine Einkäufe machen konnten.

Auf dem Rückweg verweilten wir im Restaurant De Loswal Maasbommel, Von dort aus genossen wir einen wunderbaren Überblick über aus- und einlaufende Sportboote und den regen Verkehr auf der Maas. Plötzlich entdeckten wir eine Kuriosität, die wir dir nicht vorenthalten wollen.

Cuijk - Maasbommel

Cuijk - Maasbommel

Cuijk - Maasbommel

Cuijk - Maasbommel

Cuijk - Maasbommel

Cuijk - Maasbommel

Cuijk - Maasbommel

Cuijk - Maasbommel

Cuijk - Maasbommel

Das Nachtessen nahmen wir an Bord ein. Es gab ein feines Ratatouille mit Teigwaren. Es schmeckte köstlich. Brigitte kann auch sehr gut kochen.

Cuijk - MaasbommelNach dem Nachtessen beobachteten wir eine Kinderschar, die eine kleine Segelregatta austrug. Die Startlinie war zwischen der grünen Tonne und mir und der Coach kündigte den Start an „Noch eine Minute“ und dann die Sekunden von 10 runter auf „Go“.

Cuijk - MaasbommelDas war ein Gewusel, wie die Bilder zeigen. Es gab zwar Berührungen, wie sie in einem Rennen eben vorkommen, aber keine Rempeleien.

Die Mädchen machten den Jungen etwas vor und gewannen überlegen.

Leukermeer – Cuijk

Wir haben im Leukermeer noch einen weiteren Tag angehängt. Dabei haben wir auf ausgedehnten Spaziergängen die Siedlungen und Anlagen gegenüber begutachtet und festgestellt, dass diese für jedes Budget etwas zu bieten haben. Die Anlage verfügt aber auch über einen Campingplatz, Bungalows und mehrstöckigen Ferienhäusern mit Appartements. Wir haben unsere Meinung revidiert, die Anlage samt den Bademöglichkeiten gefällt uns sehr gut (Vakantiepark in Limburg).

Schliesslich starteten wir am Morgen etwas nach neun Uhr und fuhren über den neu angelegten See zurück zur Maas. Heute hatte es praktisch keinen Wind mehr und weil es Sonntag war, auch keinen Werkverkehr mehr. Bald einmal erreichten wir die Schleuse Sambeek. Ich meldete uns an und der Schleusenwärter versrprach, die Schleuse für uns bereit zu machen. Bald öffneten sich die Tore und wir konnten einfahren.

Leukermeer - CuijkWir hatten selbstverständlich den Funk auf dem Schleusenkanal eingestellt und hörten, dass von unten ein Frachter eine Bergfahrt anmeldete. Der Schleusenwärter sagte, er könne unsere Schleuse benutzen, müsse aber noch zwei Sportboote passieren lassen. Als wir dann aus der Schleuse ausfuhren, staunten wir nicht schlecht. Uns begegnete ein Frachter River Drone mit einem etwas eigenartigen Aufbau. Das Schiff hatte hinten und vorne Radar, viel Technik an Bord (diverse Kameras) und eine eigenwillige Form. Ich vermutete sofort, dass es sich um ein ferngesteuertes Frachtschiff handeln müsse. Brigitte googelte und stellte fest: Das Schiff ist tatsächlich ferngesteuert (=> Autonomes Segeln mit Naval Inland Navigation).

Leukermeer - CuijkEs wird langsam Herbst und die Gänse besuchen die Niederlande auf ihrer Reise vom hohen Norden bis nach Afrika. Sie gehören zur Gattung der Entenvögel und zählen zu den häufigsten Wasservögeln. Sie wurden in Europa domestiziert. Ihre wilden Verwandten locken die Hausgänse manchmal mit zu kommen, was ganz gut gelingt.

Wir fuhren weiter Richtung Cuijk. Unterwegs beobachtete ich zwei Fischer etwa 100 m vor uns, die beide im Wasser standen und einen Fisch herauszogen. Aber was war das denn? Als wir an den beiden vorbeifuhren, schauten wir auf die Wiese, wo sie ihren Fang abgelegt hatten. Es handelte sich um einen sicher 2 m langen Wels, ein wahres Prachtsstück. Wir riefen den beiden zu und gratulierten zum ausserordentlichen Fang. Sie antworteten mit beiden Daumen hoch. So einen Fang macht man mir einmal in einem Fischerleben.

Beim Wels handelte es sich um den Europäischen Wels, dem grössten reinen Süsswasserfisch Europas!

Leukermeer - CuijkSchliesslich bogen wir auf Backbord in den Zugang zum Jachthaven WSV De Kraijenbergse Plassen. Dieser Hafen ist günstig und verfügt über hervorragende sanitarische Anlagen. Sie sind sehr sauber und man könnte meinen – noch ganz neu. Sie sind schon mehrjährig, aber in einem einwandfreien Zustand.

Am Sonntag war am Nachmittag das Rennen in Zandvoort. Der Lokalmatador Verstappen schaffte es zwar nur auf den zweiten Platz. Die McLaren haben zur Zeit das wohl schnellste Auto und mit dem zweiten Platz konnte Verstappen die Aufholjagd in Grenzen halten.

Während dem Autorennen, das wir im Vereinslokal auf Grossleinwand verfolgen konnten, wurden uns mehrmals Bitterballen spendiert. Wir zeigten uns erkenntlich und spendierten auch eine Runde. Eine grosse Flasche Weizenbier kostete lediglich € 3.00. Entsprechend günstig wurde auch die Runde ans Publikum.

In der Nähe liegt der Strandpaviljoen évive aan het water, wo wir einen kleinen Salat assen. Das Restaurant schliesst, sobald es keine Gäste mehr hat. Brigitte fragte, ob es nach 6 Uhr noch etwas zu essen gebe, aber aufgrund der flexiblen Öffnungszeiten konnten sie kein Versprechen abgeben. Wir schafften es aber dann noch rechtzeitig.

Swalmen – Leukermeer

Swalmen - LeukermeerHeute morgen wollten wir frühzeitig wegfahren, da für Nachmittag starke Winde angesagt waren und wir doch 48 km zurücklegen wollten. Deshalb fuhren wir früher als gewöhnlich los. Der Morgen war kühl, versprach aber schönes Wetter.

Robert fuhr mit der Highlander zuerst los. Wir konnten kurz danach ebenfalls ablegen und fuhren schliesslich zu dritt Richtung Venlo. Das Schiff, das gestern unsern Platz belegte, fuhr ebenfalls los.

Schon bald näherten wir uns der Sluis Blefeld. Ich meldete uns an. Bald schon öffneten die Schleuse die Tore und zwei Sportboote fuhren heraus. Die Ampeln wechselten auf grün, wir fuhren ein und Brigitte fierte die Taranaki an der linken Schleusenwand ziemlich vorne. Robert fuhr mit seiner Highlander direkt hinter uns und machte fest. Er benutzte die Gelegenheit, sich einen Kaffee zu machen. Das macht er alles im Alleingang. Schliesslich waren wir zu sechst in der Schleuse, die Tore wurden geschlossen und wir schleusten talwärts.

Anschliessend beobachteten wir, was wir immer nach einer Schleuse feststellen konnten. Jedes unserer Nachbarboote versuchte, einen Hick schneller zu sein, als die anderen. Auf den ersten Metern nach der Schleuse gabe es ein Wettrennen, als ob bald kein Wasser mehr die Maas hinunterfliessen würde. Unglaubliche Überholmanöver, trotz Engnis und Gegenverkehr mit Frachtern erlauben sich einige Skipper teilweise kriminelle Manöver.

Swalmen - LeukermeerDabei gilt vor und nach der Schleuse bis zur Tafel „Ende des Verbots“ ein Überholverbot. Diese Tafel ist ein gutes Stück weg von der Schleuse, was die Hobby-Skipper aber nicht schert. Schnell vorwärtskommen steht an erster Stelle, es könnte ja sein, dass am Ziel ein Anlegeplatz weniger zur Auswahl steht.

Gemütlich und die Maas mit der schönen Landschaft geniessend fuhren wir weiter. Durch die Sperrung des Juliana-Kanaals sind auf der Maas unterhalb Maasbracht noch immer einige Sportboote unterwegs, aber auch Frachter bekamen wir ein paar zu Gesicht. Wenn dann in Kurven zwei Frachter mit Containern einander kreuzen, dann ist schon mal eine Reduktion der Fahrgeschwindigkeit angesagt. Schliesslich sind die Frachtführer Berufsleute, für die Zeit Geld bedeutet.

Swalmen - LeukermeerWir fuhren vorbei am Stadthaven Venlo, wo einer Überholer einbog. Der Hafen war wenig besetzt, die Eile wäre deshalb gar nicht nötig gewesen.

Swalmen - LeukermeerDie Quaimauer ist inzwischen fertiggestellt. Wir haben uns schon früher gefragt, was dort konkret entstehen soll und letztes Jahr haben wir dort ein Flusskreuzfahrtschiff angelegt gesehen. Venlo will damit auch Gäste von Flusskreuzfahrtschiffen eine Anlegemöglichkeit bieten. Ein restauriertet Ladekran erinnert an die Zeiten, wo hier auch Fracht umgeladen wurde.

Swalmen - LeukermeerNormalerweise setzen beladene Frachter, die zu  Berg fahren, die blaue Tafel mit dem Funkel. Das bedeutet, dass sie die kürzeste Strecke fahren, um Treibstoff zu sparen. Heute beobachteten wir einen leeren Frachter, der ebenfalls die blaue Tafel gesetzt hatte. Sofort fuhr ich deutlich einen Kurs ans Backbord-Ufer, so dass wir uns Steuerbord – Steuerbord kreuzen konnten. Obschon Robert den Frachter noch nicht sehen konnte, deutete er mein Manöver sofort korrekt und fuhr ebenfalls ans Backbord-Ufer. Der Schiffsführer bedankte sich mit einem Gruss.

Swalmen - LeukermeerEng wurde es, als in einer Kurve zwei breite Frachter mit Containern kreuzen wollten. Wir fuhren langsamer, so dass die beiden genügend Platz hatten, ihre Manöver zu fahren. Der vordere wir gleich mit dem Heck einlenken und auf unsere Seite hinüberziehen, damit er durch die Kurve gleiten kann.

Swalmen - LeukermeerBemerkenswert ist der tote Winkel, den der Frachtführer und insbesondere entgegenkommende Sportboote beachten müssen. Trotz der hochgehievten Brücke sieht der Frachtführer von blossem Auge nicht genau, was vor seinem Bug und viele Meter davor passiert. Er verfügt allerdings über Kameras und Radar, womit er in Fahrt unterstützt wird.

Swalmen - LeukermeerUnterwegs trifft man auch Passagierschiffe, hier ein typischer Vertreter mit Mietvelos an Bord. So können Gäste einen Teil der Fahrt auch mit den Fahrrädern zurücklegen, je nach Lust und Laune.

Das Ziel im Leukermeer ist uns bestens bekannt. Es gibt allerdings eine Neuerung, die wir schon bei früheren Fahrten beobachten konnten. Auf der Steuerbordseite wird intensiv Sand abgebaut. Damit verbunden ist eine Streckenänderung, um ins Leukermeer zu gelangen. Diese beginnt bei Kilometer 138 und führt durch einen See vorbei an riesigen Sandbänken. Die Fahrrinne ist mit grünen und roten Tonnen angezeigt. Dort wurde bis 9 Meter Sand ausgebaggert. Der Wind hatte stark zugelegt und blies mit 4 bis 5 Beaufort.

Swalmen - LeukermeerNeben dem Baggerschiff, es ist eigentlich eine gewaltige Industrieanlage, tauchte auf einmal ein Frachter auf, dem wir zusätzlich ausweichen mussten. Wir fuhren zwischen dem „Sandschürfer“ und dem Frachter hindurch und befanden uns dann plötzlich wieder auf der alten Strecke zu unserem geplanten Hafen.

Wir hatten Glück: Es gab just zwei freie Plätze am Passantensteg, so dass wir mit der Taranaki anlegen konnten. Es gab am Steg mehrere Helfer, da der Wind auch im Hafen anständig blies. Wir konnten dann auch Robert helfen, die Highlander problemlos am Steg anzulegen.

Für morgen sind noch stärkere Winde angesagt. Da uns der Hafen mitsamt der Umgebung sehr gut gefällt, werden wir bis Samstag hier bleiben.

Wessem – Swalmen

Wessem - Swalmen

Heute sind wir wieder in See gestochen. Wir hatten gestern Robert wieder getroffen und beim gemeinsamen Nachtessen über Geschichten geplaudert, die das Leben schrieb. Auch schiffige Informationen interessierten uns. Durch Reparaturarbeiten am Damm kurz nach der Born-Sluis Richtung Maastricht ist eine Baugrube mit Wasser voll gelaufen. Dieser Zwischenfall wurde durch eine Unterspülung verursacht. Das hat zur Folge, dass der Juliana-Kanaal auf einer bestimmten Strecke trocken gelegt werden muss. Man spricht hier von ca. 6 Monaten, während denen Maastricht nicht mehr über den Juliana-Kanal erreichbar ist (Siehe auch Hinweis Rijkswaterstaat).

Diese Reparaturarbeiten verursachen natürlich für die Frachter Umtriebe und Umwege. Des einen Leid ist des andern Freud: Die Reparaturarbeiten erfordern Schwimmkräne, die nun ihre Infrastruktur für die Reparaturarbeiten einsetzen können.

Robert hat von Erwin Schuller Material mitgebracht, das ich seinerzeit bestellte: Drei grosse Heringe samt schwerem Hammer, mit denen wir unsere Taranaki auch unterwegs in Kanälen ohne Anleger festmachen können. Der defekte Deckel des Seewasserfilters für den Deckwasseranschluss war auch dabei sowie zwei Scheibenwischer für die Frontscheiben beim Salon.

Leider konnten wir den Deckel für den Seefilter nicht einsetzen. Das Gewinde aus Plastik verklemmte und ich konnte deshalb den Deckel nicht verwenden. Wir vertagen diese Arbeit auf den Winter. Ich füllte Öl und Kühlwasser nach und dann fuhren wir los.

Wessem - SwalmenBei der Linne-Schleuse mussten wir etwas warten. Schliesslich kam uns ein Schlepper mit einem Havarie-Schiff aus der Schleuse entgegen. Wir hoffen selbstverständlich, dass der Schaden einfach behoben werden kann.

Wessem - SwalmenGegen Roermond zu passierten wir den Broker, der im Winter den Highlander verkaufen wird.

Wessem - SwalmenDie Skyline von Roermond sieht man jeweils schon von weitem. Sie ist nicht nur für Touristen und Kunden des Outlets ein Anziehungspunkt. Der Verkehr mit Sportbooten nahm eindeutig zu. Bei der Roermond-Schleuse beobachteten wir vor uns zwei Schiffe, deren Skipper offenbar wenig Uebung beim Schleusen hatten. Sie hielten sehr grossen Abstand zueinander und fuhren praktisch erst ein, wenn der Vordermann seinen Platz in der grossen Schleuse gefunden hatte. Das Schiff vor uns fuhr so extrem langsam, dass ich mehrmals aufstoppen musste, obschon ich nur im Klick unterwegs war (Klick = Einstellung mit der tiefstmöglichen Drehzahl im Vortrieb).

Schliesslich waren auch die Anfänger so angelegt, dass der Schleusenvorgang starten konnte.

Wessem - SwalmenNach der Schleuse kam schon bald der Abzweiger Richtung Swalmen. Dort gibt es einen sehr schönen Hafen des WSV Ascloa. Brigitte meldete uns an und die berufstätige Hafenmeisterin schickte uns auf Whatsapp die beiden Plätze, wo Robert mit der Highlander und wir mit der Taranaki anlegen konnten. Leider verzögerte sich das Anlegemanöver, weil ein deutsches Schiff den Platz belegte, wo wir hätten hinfahren sollen. Er hatte sich beim Hafenmeister nicht gemeldet und meinte, das habe er noch nie gemacht und er lege hier seit Jahren zweimal jährlich an.

Wir konnten ihm dank Whatsapp belegen, dass er falsch angelegt hatte. Er meldete sich dann bei der Hafenmeisterin und die wies ihm dann einen anderen Platz zu. Er war nicht gerade ein versierter Skipper und ohne unsere Hilfe wäre er wohl kaum vom Anlegeplatz weggekommen. Der starke seitliche Wind erschwerte das Manöver zusätzlich. Mit einem Tau konnte ich ihn dann so abdrehen, dass er wegfahren konnte. Wir halfen ihm dann auch beim Anlegen am neuen Platz.

Wessem - SwalmenNun war der Weg frei, dass auch Robert mit der Highlander anlegen konnte. Ende gut, alles gut, aber leider nicht ganz. Brigitte machte einen Misstritt, fiel hin und verletzte sich am rechten Knöchel. Wir hoffen, dass die Salbe und die kühlende Binde nützen.

Unser Hafen liegt am Ort Asselt. Als Gottfried der Normanne (Wikinger) mit seinen Kriegern verteilt über Hunderte von Schiffen im Jahr 881 über die Maas Asselt erreichte, hatte er mit den Männern auf dem Königshof des Kaisers Karl des Dicken wenig Mühe. Ohne eigene Flotte hatte man mit einem massiven Angriff über die Maas nicht gerechnet. Die Männer aus dem Norden beherrschten verschiedene Bootstypen und waren zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte Herr und Meister auf der Nordsee und auf Flüssen wie der Maas. Ihre Langschiffe wurden so gebaut, dass man damit rudern, aber auch segeln konnte. Die Krieger mussten nicht nur kämpfen, sonder auch auf den Schiffen mithelfen. Die Boote waren so gebaut, dass sie während der Fahrt nur einen geringen Tiefgang hatten. Das erlaubte den Normannen per Schiff über grosse, aber auch über kleinere Flüsse komplett in das Herz des fränkischen Reiches vorzudringen. Bevor die kaiserlichen Truppen auf den Angriff reagieren konnten, waren die Männer aus dem Norden oft wieder auf dem Wasserweg verschwunden. Nicht jedoch aus Asselt: Von hier aus unternahmen die Wikinger zahlreiche Überfälle in die weitere Umgebung wie z.B. ins Rheingebiet und in den Weserraum.

Wessem - Swalmen

Wessem - Swalmen

Lommel – Wessem

Lommel - WessemLommel liegt in einem Nationalpark und der Hafen bietet gratis Fahrräder an. Damit fuhren wir zu einem nahe gelegenen See.

Wir planten ursprünglich, von Lommel bis Weert zu fahren und am letzten Tag in den Liegehafen Comfortparc in Wessem. Bei schönem Wetter starteten wir etwa gegen 9:00 Uhr. Der Jachthaven de Meerpaal  hat uns viel Freude bereitet und wir können ihn jedermann bestens empfehlen.

Lommel - WessemEndlich begegnete uns ein Sportboot, wir meinten schon, wir seien komplett alleine unterwegs.

Bald sahen wir im Schlepptau ein weiteres Sportboot, sonst war es an diesem auf dem Kanal noch ruhig. Wir näherten uns der Sluis Bocholt, als ich zwei Sportboote herausfahren sah. Das bedeutete, dass die Schleusenkammer gefüllt war und ich funkte dem Schleusenwärter. Der versprach, die Schleusentore zu öffnen und so konnten wir ohne Verzögerung bei Grün einfahren. Sofort wurden wir abwärts geschleust, als die deutsche Jacht hinter uns auftauchte. Die musste warten, bis wir wegfuhren und die Kammer erneut gefüllt wurde.

Kurz danach, ich fuhr etwas langsamer, weil ich erwartete, dass der Frachter im Unterwasser zuerst geschleust werde, und bemerkte, dass ich wieder bei Grün einfahren durfte. Unten warteten ein Frachter, drei Sportboote und ein weiterer Frachter. So konnten wir wiederum ohne Verzögerung talwärts schleusen.

Auf dem Kanaal van Botholt naar Herentals war einiges los: Unzählige Sportboote und mehrere Frachter begegneten uns. Schliesslich erreichten wir die Sluis 16 Weert. Lommel - WessemDort wurde noch ein schönes Freizeitschiff bergwärts geschleust und wir konnten ebenfalls einlaufen.Lommel - Wessem

Nachher gab es noch eine Hebebrücke. Damit diese gehoben wurde, mussten wir uns über Funk anmelden. Kaum getan, wurde die Brücke angehoben. Kurz darauf liegt auf Steuerbordseite der Passantenhaven. Er ist gratis und besteht aus mehreren Boxen. Die maximale Schiffslänge wurde mit 10 m angegeben. Unsere Taranaki ist 10.60 m. Als ich mich im Hafen umgesehen hatte, bemerkte ich Boxen, die relativ schlecht ausgerüstet waren. Es gab zwar längsseits bei der Einfahrt Anlegemöglichkeiten mit Ringen, die waren jedoch Behinderten vorbehalten.

Entgegen unserem usprünglichen Plan, in Weert festzumachen, beschlossen wir, gleich zum Comfortparc nach Wessem zu fahren. Kurz darauf war wieder eine Hebebrücke zu passieren. Auf unseren Funkkontakt meldete sich niemand. Brigitte versuchte es per Telefon und bekam zur Auskunft, neben der Brücke befinde sich eine Gegensprechanlage und über die könnten wir das Anheben der Brücke veranlassen. Es klappte.

Schliesslich erreichten wir die Sluis 15 Nederweert. Auch da erreichte ich per Funk gar nichts und Brigitte erfuhr, auch diese Schleuse sei über die Gegensprechanlage auszulösen. Sie erreichte den Operator, der sofort auf rot – grün umstellte. Das Schleusentor im Oberwasser öffnete aber nicht. Wir warteten und dann erreichte uns die deutsche Jacht, die immer hinter uns hergefahren war, die Schleuse. Sie fuhr an das Schleusentor heran und siehe da, die Pforten gingen auf. Werde ich in Zukunft auch wieder machen.

Die Besitzer der deutschen Jacht erzählten, sie würden gleich unterhalb der Schleuse festmachen und die Nacht dort verbringen, Es sei ein schöner Platz. Anschliessend würden sie nach Roermond weiterfahren, dort liege ihre Jacht Felix, wenn sie nicht unterwegs seien.

Lommel - WessemWir verabschiedeten uns und ich fuhr den Kanaal Wessem – Niederwert hinunter. Auch hier begegneten uns viele Frachter und einige Sportboote. Man merkte gut, dass die Ferien begonnen hatten. In Belgien hat mir ein Schleusenwärter erklärt, das Verkehrsaufkommen an Sportbooten sei gesunken. In den Niederlanden sind viele Boote nicht registriert. Für das Befahren der flämischen Gewässer müssen die Schiffe allerdings registriert sein. Deshalb verzichen viele Niederländer auf einen Besuch in Flandern.

Lommel - WessemSchliesslich landeten wir glücklich und zufrieden im Comfortparc, wo uns Sabine beim Anlegen behilflich war.

Damit ist unser Belgien-Frankreich-Törn erfolgreich abgeschlossen. Der Törn hat 140 Motorstunden gedauert und wir haben Belgien und Frankreich mit vielen tollen Erlebnissen und Begegnungen befahren dürfen.

Geel – Lommel

Am Morgen sprachen wir mit dem Besitzer eines Nachbarschiffes. Es stellte sich heraus, dass er die gleiche Strecke zurücklegen wollte. Da der Schleusenwärter noch an einer anderen Schleuse mit der Schleusung eines anderen Schiffes beschäftigt war, mussten wir noch warten. als das Schiff im Hafen vorbeifuhr, starteten auch wir die Motoren. Im Konvoi zu Dritt fuhren wir die Schleusen hoch. Zwei der insgesamt acht Schleusen haben im Talbereich eine Brücke. Als hinterstes Schiff konnten wir deshalb nicht optimal fieren, weshalb ich den Motor laufen liess und die Fender-Miezen und den Matrosen zu unterstützen. Ich wollte ja im Vorderschiff auch keinen Schaden machen, deshalb galt meine Aufmerksamkeit dem Bug- und dem Heckbereich. Ich wollte ja auch nicht, dass unser Heck die Brücke touchierte.

Geel - LommelUnterwegs regnete es mehrmals, bis es gegen Mittag endlich wieder aufklarte und die Sonne schien. Die Scheibenwischer Backbord und in der Mitte gaben erneut den Geist auf. Denjenigen auf Backbord konnte ich während der Fahrt wieder reparieren, derjenige in der MItte jedoch nicht.

Geel - LommelZudem haben die Schleusenwärter das Wasser langsam einlaufen lassen. Das wussten wir drei Skipper sehr zu schätzen.

Ein besonderes Abenteuer bot die Sluis 1 Lommel: Der Schleusenwärter füllte die Schleuse, als ob ein Frachter drin wäre. Im Nu hatten wir den Hub bewältigt und konnten wieder ausfahren. Simone hatte mit dem Schleuserhaken an der Leiter unterstützt und mussten, im Gegensatz zu den andern zwei Schleusen, dauernd die Leitersprosse anpassen müssen.

Das letzte Teilstück fuhren wir dann ohne die beiden anderen Sportboote, die in den Kanaal van Beverlo eingebogen waren. Gleichzeitig kam stürmischer Wind auf, der gar zu Gischtverfrachtungen führte. Er kam jedoch von hinten, was uns keine Probleme bot. Gegen Lommel zu wurde es dann etwas besser, weil der Wald den Wind ziemlich abschirmte. Trotzdem war die Einfahrt in den Jachthaven de Meerpaal eine Herausforderung, da der Wind dort wieder auffrischte und von der Seite kam.

Der Hafen ist ausserordentlich idyllisch und ruhig gelegen. Es hat saubere und grosse Duschen mit Toiletten sowie Gartentische und -bänke, so dass man bei schönem Wetter auch im Freien essen kann.

Geel - LommelIm Hafen zeigte uns der Stellvertreter vom Hafenmeister, wo wir anlegen konnten. Als das erledigt war, gingen wir ins Hafenrestaurant zum Ankertrunk. Wir fragten, ob wir den Fussballmatch Schweiz – England sehen könnten. Das konnten wir und so mussten wir mit ansehen, wie die Schweizer gut aufspielten, den Engländern nur wenig Chancen einräumten. Eine Chanze verwerteten sie zum Ausgleich, so dass die Verlängerung angesagt wurde. Diese ging torlos zu Ende und deshalb musste das Penalty-Schiessen entscheiden. Das Glückspiel ging zu Gunsten Englands aus.

Mehr Freude hatten wir am Match Niederlande – Türkei. Die Niederländische Mannschaft gewann mit 2 : 1 Toren verdient.

Wir bleiben zwei Nächte und werden am Montag weiterfahren.

Lier (Emblem) – Geel

Wir blieben zwei Nächte im sympathischen Hafen des Yachtclubs Emblem. Wir besuchten mit Simone und Kilian Antwerpen und das einmal bei schönem Wetter. Am Morgen regnete es noch, aber mit der Abfahrt in Emblem klarte es auf. Sicherheitshalber nahmen wir Schirme mit, mussten sie allerdings nicht benutzen.

Lier (Emblem) - GeelSchon der Bahnhof von Antwerpen ist eine Augenweide. Er zählt zu den schönsten Bahnhöfen überhaupt. Zu recht. Mehrfach wurde Antwerpen Centraal zu einem der schönsten Bahnhöfe der Welt gewählt. 2011 gewann der Hauptbahnhof der Diamanten- und Hafenstadt mit dem Europa Nostra Award den Kulturerbe-Preis der EU.

Lier (Emblem) - GeelIn Antwerpen machten wir teilweise getrenntes Programm. Brigitte und ich besuchten wir das Gebäude der Hafenbehörde, das die berühmte Architektin Zaha Hadidplein entworfen und konzipiert hatte. Die Schiffsform soll an den Hafen und die Schiffe erinnern.

Lier (Emblem) - GeelAuf dem Weg dorthin gibt es das Quartier Eilandje, wo sich eine altlernative Gastro-Szene entwickelte. Es sah sehr gemützlich aus und wir konnten uns vorstellen, dass dort im Sommer sehr viel Volk anzutreffen ist. Eben im Sommer, wegen des vielen Regens vergisst man ein wenig die Jahreszeit.

Ganz vorne wurde am Hafen gebaut und die Fahrrinne ausgebaggert. Ein geschäftiges Treiben, welches dafür verantwortlich ist, dass die Hafenzufahrt zum Yachthafen zeitweise gesperrt blieb.

Lier (Emblem) - Geelhttps://kdrive.infomaniak.com/app/share/114027/6a20f311-4b25-475c-be42-5a4c41e408d5

An der Schelde fanden wir zudem dieses Gebäude mit lauter Tonnen. Nicht zuletzt deshalb und in Anbetracht der Farben, muss der Besitzer ein ehemaliger Skipper sein.

Dann besuchten wir die Burg Steen am rechten Scheldeufer, welche das älteste Gebäude von Antwerpen ist. Die Burg datiert aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurde als Marktgrafschaft Antwerpen gegründet. Im Gebäude befindet sich eine sehenswerte Ausstellung zur wechselvollen Geschichte der Stadt und insbesondere der Burg Steen.

Lier (Emblem) - GeelVon der Dachterasse aus sieht man schön über die Schelde und einen Teil der Stadt. Dabei sahen wir Fähren und die Feuerwehr in Action.

Lier (Emblem) - GeelIm Yachthaven fand ich noch ein sehenswertes Freizeitschiff. Dort begegnet man auch Yachten, die für Fahrten auf dem Meer bestimmt sind und die von einem einzelnen Skipper und einer Fendermieze nicht mehr alleine bedient werden können.

Lier (Emblem) - GeelOmnipräsent sind die vielen Geschäfte mit Confiserie-Spezialitäten.

Lier (Emblem) - GeelNach einem Stadtbummel sahen wir gar die Schweizerfahne am Ratsgebäude. Wir sind eben doch ein Teil Europas, auch wenn das einige Kreise in der Schweiz nicht wahrhaben wollen. Die meinen immer noch, die Erde sei eine Scheibe und die Schweiz eine Insel.

Lier (Emblem) - GeelHeute fuhren wir etwa um 10 Uhr los, wiederum zusammen mit dem belgischen Schiff, dessen Skipper wieder den Hafen von Antwerpen ansteuerte. Nach einer kurzen Fahrt durch die schöne Nete schleusten wir in den Albert-Kanaal. Die Schleuse hat einen Hub von 9 Metern.

Lier (Emblem) - GeelBrigitte wurde beim Schleusen von Kilian unterstützt. Der Schleusenwart gab uns noch ein paar Tips für die Herental-Schleuse. Diese veerfügt neu über ein eingefasstes Drahtseil, an dem wir die Taranaki bequem wie mit einem Schimmpoller hochschleusen konnten.

Im Albert-Kanaal war nicht viel los. Uns begegneten bis zur Einfahrt in den Herentals-Kanal drei Frachter.

Lier (Emblem) - GeelLandschaftlich ist der gut ausgebaute Kanal eine ganz feine Sache. Wettermässig hatten wir mehr oder weniger Dauerregen hatten.

Schliesslich kamen wir im Hafen des Yachtclubs Geel an, wo uns der freundliche Hafenmeister empfing. Brigitte hatte ihn voravisiert und dieser hat uns den Liegeplatz 7 zugewiesen. Wir konnten bequem anlegen. Er zeigte uns, wo WC / Dusche sich befinden. Auf unsere Frage, wo wir den Kehrricht entsorgen könnten, meinte er, den müssten wir an einer Schleuse abgeben.

Nachdem ich ihm ein Trinkgeld gab, kam er später zu uns ans Schiff und übergab uns einen Kehrichtsack, so dass wir die Entsorgung doch noch im Hafen bewerkstelligen konnten.

Temse – Lier

Heute war nochmals ein Tag unter Einfluss der Gezeiten angesagt.

Temse - LierDas Bild zeigt den Stand des Passantensteges bei Ebbe.

Dabei mussten wir noch auf der Schelde bis zur Mündung der Rupel fahren, dann die Rupel hoch bis zur Nete hoch bis zur Duffel Sluis, dann noch den Nete-Kanal bis zum Jachthaven Emblem. Die Schleuse Duffel schleust bei Hochwasser und so berechnete ich, wann wir abfahren müssen, damit wir die Rupel und die Nete mit steigender Flut nutzen können. Der ideale Zeitpunkt war 12:30 Uhr und so starteten wir kurz vorher. Die Berechnung stimmte und so konnten wir die ganze Länge vom steigenden Wasserpegel profitieren.

Gleichzeitig mit uns startete ein Belgier mit seinem Schiff. Vor der Abfahrt erfuhren wir, dass sie den gleichen Hafen zum Ziel haben. Deshalb versuchte ich, in etwa die Geschwindigkeit des vorausfahrenden Sportbootes zu fahren, damit wir gemeinsam schleusen können. Das klappte einwandfrei.Temse - Lier

Temse - LierTemse - LierUnterwegs passierten wir wieder die Schleuse bei Klein-Willebroek. Die Einfahrt dort ist wegen den Gezeiten nicht ganz ohne.

Gegenüber dem Jachthaven gibt es einen Kanal, in dem das Wasser die Gezeiten mitmacht. Er wird nicht  geregelt und startet neben der Duffel-Schleuse. Das Ende ist zugemauert und trotzdem gibt es dort beachtliche Wirbel. Das rührt vom Kanalwasser der Nete, das bei Ebbe durch den Damm den Weg bis in den Kanal findet.

Brigitte hatte sich beim Hafenmeister gemeldet und der beschied uns, dass wir genügend Platz vorfinden würden. Als wir ankamen wies er uns den Platz an. Ich fuhr den Kanal nach hinten und wendete die Taranaki, damit wir vorwärts wegfahren können. Der Tiefemesser hatte genügend Wassertiefe angezeigt. Das Video verdeutlicht das Anlegemanöver. Noch besser wäre gewesen, wenn ich das Heck zum Steg hin gedreht hätte.

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Gent – Temse

Gent - TemseAm Sonntag sind Kilian und Simone bei uns eingetroffen. Wir freuten uns, sie an Bord willkommen heissen zu können.

Von unserem Liegeplatz aus konnten wir immer wieder tolles Hafenkino beobachten.

Da die Gezeiten für die Weiterfahrt über die Schelde etwas ungünstig waren, beschlossen wir, einen Tag länger in Gent zu bleiben. Das ermöglichte uns, die Krypta der St.-Babo-Kathedrale zu besuchen. Dort befindet sich der Genter Altar mit dem Lamm Gottes, einem Meisterwerk der Gebrüder Van Eyck.Mit einer Augmented Reality Brille kann die Geschichte des Altars über die Jahrhunderte nachvollzogen werden.

Am Morgen standen Brigitte und ich um 04:00 Uhr auf, weil vor der Abfahrt noch Morgenessen wollten. Wie geplant um 05:15 Uhr starteten wir den Motor und fuhren Richtung Sluis E1 Merelbeke. Rund eine Stunde später wollten wir schleusen, der Schleusenwart antwortete vorerst nicht. Beim dritten Anlauf klappte es und wir konnten talwärts schleusen. Der Hochwasserstand war bereits um rund 04:00 Uhr erreicht, die Schleusen wird aber erst ab 06:00 Uhr bedient.

Gent - TemseDas abfliessende Wasser erlaubte uns, mit 14.8 km / Std. Richtung Temse zu fahren. Ein paar Kilometer nach Dendermonde spürten wir die nachlassende Unterstützung des abfliessenden Wassers, bis der Fluss mit der aufkommenden Flut uns auf 7.4 km / Std. verlangsamte.

Gent - Temse Gent - Temse

Gent - TemseWir hatten aber nur noch eine kurze Strecke bis zum Hafen von Temse zurückzulegen. Wir kamen dort kurz nach dem Mittag an. Brigitte hatte den Hafenmeister voravisiert, so dass wir den Liegeplatz umgehend bezahlen konnten. Die Toiletten und Duschen befinden sich in einem Gebäude hinter dem Hafen im 1. Stock. Sie sind sehr sauber und gut eingerichtet. Eigentlich sollten sie über den gleichen Code, wie der Hafen zugänglich sein. Solange das Restaurant im 2. Stock offen war, gab das auch kein Problem. Aber später funktionierte der Code nicht. Wir konnten deshalb die Toiletten nicht benutzen. Der Hafenmeister hätte den Code umprogrammieren müssen, damit er mit demjenigen des Hafens übereinstimmt. Am Morgen konnten wir dieses Rätsel klären. Gent - Temse

Gent - TemseDer Hafen verfügt über Schwimmstege, was auch nötig ist. Die Differenz zwischen Hochwasser- und Niedrigwasserstand beträgt hier 3.8 m. Die Schelde sieht bei Niedrigwasser ganz schön leer aus. Es gibt aber eine garantierte Wasserstrasse, die wo nötig mit grünen und roten Tonnen markiert ist. Deshalb ist sie auch bei Niedrigwasser für Frachter schiffbar.