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Reisen mit der TARANAKI

Amsterdam – Weesp

 

Amsterdam - WeespWir blieben ja einige Tage in Amsterdam und ich erzähle hier kurz, was wir dort erlebt haben. Nach der ersten Übernachtung zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Es würde ein schöner und heisser Tag werden. Die Hafeneinfahrt der kleinen aber feinen Watersportvereniging Onklaar Anker zeigt sich im Morgenlicht.

Nach einem kleinen Spaziergang durch den Park de Oeverlanden fuhren wir mit dem Bus nach Amsterdam ins Museumsquartier. Wir besuchten das Rijkmuseum. Die Ausstellung ist so vielfältig, dass man sich auf Themen oder Künstler fokussieren muss. Eine App hilft dabei, die auch einen integrierten Audioguide enthält und über Bluetooth und Kopfhörer erschlossen wird.

Amsterdam - Weesp

Stellvertretend für die vielen fantastischen Bilder zeige ich hier die Winterlandschaft von Barend Cornelis Koekkoek. Wie er die von rechts einfallende Sonne eingefangen hat, ist einfach wunderbar. Ein Maler seiner Zeit hatte ja keine Möglichkeit, einen solchen Augenblick auf einer Foto festzuhalten und dann davon ein Bild zu malen. Einen solchen Augenblick musste er im Kopf festhalten und dann entsprechend darstellen. Ein wahre Meisterleistung!

Amsterdam - WeespAuf dem Nachhauseweg ging’s wieder durch den Park zurück und wir konnten dabei erstaunliche Tierbeobachtungen machen. Die Schottischen Hochlandrinder hat die Gemeinde angeschafft.

Amsterdam - WeespEs gibt eine grosse Anzahl verschiedenster Pflanzen und Tiere. Und wie friedlich es diese dort haben, zeigen sicher die Bilder.

Amsterdam - WeespHeute fuhren wir etwa um neun Uhr los und querten noch den Rest des Nieuwen Meers, bevor wir zur ersten und einzigen Schleuse des Tages kamen. Wir glaubten, dass die vielen Brücken durch Amsterdam wohl einige Zeit in Anspruch nehmen würden. Dem war aber nicht so. Ich meldete mich in der Schleuse an und schon bald konnten wir mit der Taranaki einfahren.

Amsterdam - WeespWir waren die einzigen in der Schleuse. Hinten sieht man die Eisenbahnbrücke, die das wahre Hindernis für Segelboote darstellt. Diese können nur nach Mitternacht mit einem relativ kleinen Zeitfenster passieren, weil die Eisenbahn hier verständlicherweise Priorität geniesst.

Amsterdam - WeespGleich nach der Schleuse sahen wir die ersten Wohnboote von Amsterdam.

Amsterdam - WeespAuf Backbordseite die einfacheren, auf der Steuerbordseite die aufwändigeren (Steuerbordseite ist wohl die Goldküste).

Amsterdam - WeespUnterwegs im Tramdepot entdeckten wir Trameinheiten, die wohl in Zürich gekauft worden sind. Das war sehr praktisch, weil auf den Zügen lediglich das Z durch ein G ausgetauscht werden musste. Und das Signet musste auch noch ausgetauscht werden.

Dann kamen die Brücken: Wir konnten uns einem zum Freizeitschiff umgebauten Cargo anschliessen und mit diesem sämtliche Brücken passieren.

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Auf diesem Tourabschnitt muss eine drei Jahre gültige Vignette gekauft werden. Wie das geht, hat Peter Suter auf der Webseite des schleusenverein.ch sehr gut dokumentiert.

Amsterdam - WeespSchliesslich erreichten wir den Noordkanaal. Dort verliess uns die vorausfahrende Elizabeth W, die wohl einem ehemaligen Berufsschiffer gehörte. Gleich nach der Ausfahrt winkte das Ehepaar den dort ebenfalls zu Freizeitschiffen umgebauten und angelegten Cargos.

Amsterdam - WeespWir fuhren vorbei an der Skyline vis-à-vis von der Central Station und entdeckten schon bald einen schwimmenden Riesen.

Amsterdam - WeespEs handelt sich um die Norvegian Prima, die jetzt beim Schreiben dieser Zeilen Amsterdam verlassen und auf dem Weg nach Zeebrugge in Belgien ist.

Amsterdam - WeespSie wurde gerade aufgetankt, hat aber einen wesentlich grösseren Tank, weil durstiger, als unsere Taranaki. Unser Schiff hätte im Tank vielfach Platz.

Anschliessend fuhren wir durch die extra für Sportboote gekennzeichnete Fahrrinne zum Amsterdam-Rijnkanaal. Unterwegs begegnete uns mal wieder ein besonderes Schmuckstück.

Amsterdam - Weesp Amsterdam - Weesp

Amsterdam - WeespAuch wenn Amsterdam auf dem Wasser ziemlich busy ist – heute war es zwar eher ruhig -,  findet man immer wieder eine Ecke, wo die Jüngsten üben können. Wir freuen uns, dass die Jugend in den Niederlanden den Wassersport von Grund auf kennenlernt.

Amsterdam - WeespNun erreichten wir endgültig den Amsterdam Rijn Kanaal. Kurz nach der Einfahrt in den Kanal gibt es eine verhältnismässig enge Stelle und wir kreuzten dort auf Backbordseite ein voll beladenes älteres Frachtschiff. Die Wellen, die uns im Nachgang warteten, hatten es in sich. Anfang konnte ich sie noch mit dem Bug abreiten, etwas später kamen sie quer zu meiner Fahrtrichtung und unsere Taranaki rollte mächtig.

Amsterdam - WeespKurze Zeit später fanden wir wieder ruhigere Gewässer. Der Container-Cargo verursachte  jedenfalls wesentlich weniger Wellen. Die modernen Unterwasserschiffe sind auf Effizienz ausgelegt, Wellen bedeuten Energieverluste, die heute möglichst vermieden werden.

Amsterdam - WeespSchliesslich bogen wir Backbord Richtung Weesp weg. In diesem Streckenabschnitt sind 6 km / Std. angesagt, weil an den Ufern beidseitig viele Sportboote angelegt haben.

Amsterdam - WeespNach drei Brücken in Weesp wurde uns noch die vierte kurz vor dem Hafen geöffnet.

Daraufhin telefonierte Brigitte mit dem Hafenmeister, der uns zuerst in einer Box anlegen lassen wollte, sich aber dann anders entschied. Wir legten am Kopfsteg an und warteten, bis der definitive Anlegeplatz frei war.

Amsterdam - WeespSchliesslich lag die Taranaki friedlich und von der Terasse des Hafenrestaurants schön sichtbar im Hafen. Wir legten einen Waschtag ein und werden jetzt dann noch das Volksfest in Weesp besuchen. Wegen diesem Fest mussten wir unbedingt vor zwei Uhr nachmittags passieren, weil danach die Strecke gesperrt wurde.

Wir bleiben in Weesp bis Montag und fahren dann weiter über die Vecht nach Utrecht.

Aalsmeer – Amsterdam

 

Heute fuhren wir von Aalsmeer nach Amsterdam. Wir wussten, dass eine Brücke wegen Arbeiten für den Schiffsverkehr nicht bedient wurde. Um 12:30 Uhr gab es ein einstündiges Zeitfenster, in dem sie geöffnet würde und wir passieren konnten.

Aber der Reihe nach: Das Aalsmeer ist eine sehr naturnahe Region, mit weiten Wasserflächen und kleinen Kanälen, auf denen sich viele Sloepen tummeln. Manchmal kommen die recht forsch um die Ecke und als Skipper eines für hiesige Verhältnisse breiten Schiffes muss man auf der Hut sein, um ohne Zwischenfall durch die Grachten zu gelangen.

Aalsmeer - AmsterdamWir starteten etwa um 10:00 Uhr und das Tempo war mehrheitlich auf 6 km / Std. limitiert. Wir entdeckten viele kleine Inseln, die offenbar von Eigentümern bestens gepflegt wurden und jeweils mit einem Anlegesteg versehen waren. Teilweise waren dort auch Sportboote festgemacht.

Aalsmeer - AmsterdamEs gibt viele verträumte Ecken dort, wo die Menschen ausspannen und sich erholen können.

Aalsmeer - AmsterdamDie Wasserqualität ist sehr gut, was unter anderem auch vielen und breiten Schilfgürteln zu verdanken ist. Schilf hat mehrere Eigenschaften, die das Wasser reinigen. Eine davon ist die Fähigkeit der Pflanzen, Phosphate aus dem Wasser aufzunehmen. In den überdüngten Seen ist dieser Phosphatentzug daher sehr wichtig.

Als wir die Ringvaart van de Haarlemmemeerpolder entlang fuhren, bemerkten wir auf Steuerbord ein eigentümliches Gefährt, das wie ein Unterseeboot aussah. Als wir näher kamen, bemerkten wir eine Fabrik für Seenotrettungsboote. Das weisse ist eine frühe und heute nicht mehr verwendete Version, das orange entspricht den heutigen Standards.

Aalsmeer - Amsterdam Aalsmeer - Amsterdam

Aalsmeer - AmsterdamEtwas später wurden wir in das Märchen „Der Froschkönig“ versetzt, als wir dieses Schiff entdeckten.

Schliesslich erreichten wir eine Anlegestelle etwa 1 km vor der Bosrandbrug, an der gearbeitet wurde und die erst um 12:30 Uhr geöffnet wird. Dort lag eine schöne Aquanaut und der Skipper rief mir zu, die Brücke sei gesperrt, was wir ja schon wussten. Ich fuhr weiter, weil ich auf Google Maps im Satellitenmodus nachgeschaut hatte, ob es vor der Brücke Anlegestellen gab.

Aalsmeer - AmsterdamEs gab sie und wie erwartet konnten wir dort festmachen.

Die Aquanaut war ebenfalls gestartet und der Skipper machte mir den Eindruck, als wollte er der erste sein, der die Brücke passiert.

Aalsmeer - AmsterdamEs kamen immer mehr Schiffe, die Anlegestellen waren besetzt und so nahm ich eine niederländische Jacht an meine Seite.

Pünktlich um 12:30 Uhr leuchteten die Lampen rot-grün, was für uns bedeutete, dass demnächst die Brücke angehoben würde. Der Skipper mit der Aquanaut legte sein Schiff auf Startposition, Pole-Position. Ich verabschiedete meinen Schiffnachbar und wir wünschten einander gute Fahrt.

Kurz nach der Bosrandbrug gab es noch eine zweite, die Schipholdraaibrug. Es handelt sich um eine Drehbrücke mit Durchfahrtshöhe 3.40 m. Die beiden vor mir gestarteten Sportboote waren zu hoch und mussten warten, ich überholte sie Backbord und fuhr unten durch. Eigentlich war auf dieser Strecke Einbahnverkehr angesagt. Als ich schon unter der Brücke wegen der Bauarbeiten mit reduzierter Geschwindigkeit fuhr, kamen mir Sportboote mit hoher Geschwindigkeit entgegen. Naja, dann halt.

Der Skipper mit der Aquanaut kam immer näher, obschon ich durch mein Überholmanöver einen deutlichen Vorsprung hatte. Ob er wohl befürchtete, ich nähme ihm den letzten Anlegeplatz weg?

Aalsmeer - AmsterdamIch fuhr schliesslich ins Nieuwe Meer ein und nahm Kurs auf den Hafen des W.V. Onklaar Anker. Es ist ein kleiner Hafen, von Bäumen umsäumt, der heuer sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte. Brigitte rief den Hafenmeister noch auf dem See an und fragte, ob er für unser Schiff einen Platz hätte. Der bejahte und wartete auf Passantensteg auf uns, von wo er uns an den definitiven Platz wies. Es ist ein bärtiger zufriedener und freundlicher Hafenmeister und der Hafen ist klein, aber fein. Er bietet Passanten mit Schiffen bis maximal 12 m Länge und 3.60 m Breite gerne Platz.

Nach einer gemütlichen Pause fuhren wir mit den Fahrrädern um das Nieuwe Meer und besichtigten die Schleuse Richtung Stadt Amsterdam. Dort fuhr gerade das Schiff ein, welches wir an unsere Seite genommen hatten.

Wir kauften in der Nähe noch ein paar Sachen ein und brutzelten eine Rösti, damit wir die Heimat nicht ganz vergessen. Wir bleiben hier ein paar Tage.

Katwijk – Aalsmeer

 

Heute morgen kontrollierte ich noch den Seewasserfilter, der nicht extrem viel Pflanzenmaterial enthielt, aber sehr stark geschwärzt war. Ich schreibe das dem fehlenden Wasseraustausch zu. Katwijk ist die Endstation des Binnengewässers und hat praktisch keinen Austausch. Deshalb bleibt der Schmutz im Wasser hängen und wird vermutlich nur durch Regenwasser etwas verdünnt. Umso mehr wunderten wir uns über die vielen Kinder, die tagelang in dieser Brühe badeten.

Katwijk - AalsmeerZuerst fuhren wir wieder südöstlich und an Leiden vorbei. Dabei hatten wir bereits einige Brücken abzuwarten, die für uns geöffnet werden mussten. Glücklicherweise wartete vor uns jeweils ein Skipper mit einem ähnlich hohen Schiff, so dass wir jeweils bequem die Passage abwarten konnten. Als wir dann gegen Leiden einschwenkten, waren wir zuvorderst und von da an bestellten wir die Brückendurchfahrten. Dabei mussten wir jeweils teilweise ziemlich lange warten, was unsere Reisezeit stark verlängerte. In Leiden konnten wir vor der Brücke noch anlegen und den Motor abstellen. Andere Brücken ohne Anlegemöglichkeiten veranlassten uns zum Dümpeln und der mässig starke Wind musste dauernd korrigiert werden.

Katwijk - AalsmeerUnterwegs, kurz nach dem Abzweiger gegen Leiden, fotografierte Brigitte diesen Wasserturm.

Unterwegs konnten wir einmal mehr zwei bemerkenswerte Vertreter hiesiger Schifffahrtskunst bestaunen.

Katwijk - Aalsmeer Katwijk - Aalsmeer

Katwijk - AalsmeerIn der Schweiz kennen wir ja Schrebergärten. Die gibt’s in den Niederlanden auch, einfach auf eine alternative Art. Die Anlegestege sind alle privat und entlang dem Kanal haben die Eigner sicher an die 20 Häuschen mit gepflegten Liegeplätzen, einem eigenen Anlegesteg und einem Schiff festgemacht.

Katwijk - AalsmeerKurz vor unserer Ankunft im Haven der W.V. Aalsmeer konnten wir einem Schlepper bei seiner Arbeit zuschauen (und zuhören). Es war ein typischer Vertreter der Langsamläufer, wo du jeden einzelnen Takt deutlich über grosse Distanzen hören kannst.

Er schleppte ein Sportboot ab, das wohl auf der Strecke Probleme bekommen hatte.

Insgesamt hatten wir heute wiederum einen ausserordentlich schönen Streckenabschnitt befahren, der viel Abwechslung in traumhafter Landschaft bot. Sehr empfehlenswert, die Strecke wird das Herz jedes Skippers höher schlagen lassen.

Morgen wollen wir nach Amsterdam und dann auch dort einige Tage verbringen.

Delft – Katwijk

 

Wir planen jeweils auf der Gewässerkarte eine Tour mit Durchfahrtshöhe 3.40, wechseln dann auf eine Masthöhe von 5.90 m und sehen sofort, ob wir den Mast ablegen müssen oder ob wir freie Fahrt haben.

Anschliessend betrachten wir am Vorabend die Tour im Detail und sehen beispielsweise folgende Bilder:

Delft - Katwijk Delft - KatwijkLinks weist das rote Dreieck mit Ausrufezeichen darauf hin, dass dort eine Besonderheit zu beachten ist. Im rechten Bild sehen wir dann die Details dazu.

Es betrifft die Kerkbrugg auf dem Rijn-Schiekanal. Gemäss dieser Anzeige ist die Brücke vom 7.8.23, 07:00 Uhr, bis 11.8.23, 19:00 Uhr gesperrt und ab dem 14.8.23 bis 18.8.23 jeweils zwischen 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr, zwischen 19:00 Uhr bis 20:00 Uhr befahrbar.

Deshalb gönnten wir uns und der Taranaki in Delft eine längere Pause. Wahrlich kein schlechter Ort zum Relaxen, ganz im Gegenteil.

Delft - KatwijkAm ersten Tag machten wir einen Ausflug zurück nach Rotterdam, woher wir am Vortag gekommen sind. Auf dem Weg zum Hafen entdeckten wir die Kubus-Häuser, die im Bauwesen alleweil eine Reise wert sind. Die gelben schiefen Häuser benötigen wohl Spezialmöbel, weil man ja wohl kaum den ganzen Haushalt in einer Ecke zusammensuchen will.

Delft - KatwijkVom Ufer der Nieuwe Maas konnten wir den Verkehr auf dem Wasser gut beobachten. Schon erstaunlich, was sich da alles tummelt.

Delft - KatwijkAm Hafen selber entdeckten wir zwei Typen von Kreuzfahrtschiffen: Jene, die die Meere bereisen (im Bild im Hintergrund) und jede, die auf Flüssen und Seen in Europa unterwegs sind (im Bild im Vordergrund).

Delft - KatwijkHier noch ein Bild des Kreuzfahrtschiffes Aida, das wir am Vortag bereits aus dem Oberwasser der Schleuse in unserem Rücken gesehen hatten.

Es ist schon gewaltig, wenn man die Dimensionen im Vergleich mit den Wolkenkratzern im Hintergrund betrachtet. Die Aida hat am einzigen Anlegeplatz angelegt, den solche Schiffe in Rotterdam noch anlaufen können. Die Durchfahrtshöhe der nächsten Brücke bergwärts verhindert ein Weiterkommen.

Delft - KatwijkSpeziell sind die Wassertaxis in Rotterdam. Sie sind farbmässig alle gleich gekennzeichnet (schwarz mit gelbem Dach). Sie sind immer mit gutem Tempo unterwegs. Sie sind extrem wendig und zeigen das ihren Fahrgästen auch gerne.

Gemütlicher ist der folgende Skipper mit Gästen unterwegs. Deutlich langsamer, dafür sehen die Gäste auch mehr.

Delft - KatwijkBrigitte wollte wissen, ob denn andere Schiffe auch rollen, wenn die Wellen sie quer erwischen. Selbstverständlich ist das ein Ereignis, das jedem Schiff passieren kann. Der Skipper versucht diese zu vermeiden, indem er die Wellen liest und gegensteuert, aber ganz vermeiden lässt sich das nie.

Wir machten zuerst eine Hafenrundfahrt, allerdings nur eine kleine. Die grosse ist nur am Wochenende möglich. Aber schon die kleine zeigt die Dimensionen dieses 10. grössten Hafens der Welt und für Europa und insbesondere der Schweiz wichtigster Meerhafen.

Ab dem Hafen mündet die Nieuwe Maas in gut 30 km ins Meer. Gespannt waren Brigitte, Doris und ich auf den Einblick ins Hafenleben von Rotterdam.

Delft - KatwijkRotterdam wurde 1940 im Zweiten Weltkrieg durch Bomben stark beschädigt. Der Wiederaufbau wurde grosszügig gestaltet, so dass breite Strassen, Alleen und tolle Parks entstanden. Auf der gegenüberliegenden Seite der Nieuwen Maas gibt es noch eine gut erhaltene Altstadt. Allerdings weicht diese zunehmend Neubauten, die als Antwort auf den grossen Bedarf nach mehr Wohnraum aus dem Boden schiessen.

In der Bildmitte erkennt man das Hotel New York, welches seinerzeit als Ausgangspunkt für Auswanderer nach Amerika diente. Es steht heute als Reichsmonument unter Denkmalschutz.

Delft - KatwijkUnterwegs auf der Hafenrundfahrt begegneten wir der SS Rotterdam, welche heute als Hotel geführt wird. Sie beförderte in der Vergangenheit Post und Fahrgäste in die neue Welt.

Hier ein paar Eindrück von der Rundfahrt resp. aus dem Hafengelände.

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Anschliessend besuchten wir das Maritime Museum in Rotterdam. Dort gibt es eine Demo einer Erdölbohrinsel bezüglich Sicherheit. Die Ausstellung ist sehr gut gestaltet und sehr anschaulich. Leider funktionierten unsere Tickets beim Scannen nicht, so dass wir an den interaktiven Schauplätzen nur zuschauend teilnehmen konnten.

Im historischen Hafen gibt es Werkstätten, in denen noch aktiv gearbeitet wird. Besonders gefallen haben uns die Animationen, die für Kinder realisiert wurden. Sie können Kartoffelsäcke mit einem Kranen hochziehen und seitwärts verschieben, sich im Tauwerfen üben usw. Ganz toll sind die vielen Schiffe im historischen Hafen. Mit einigen kann man heute noch kurze Ausflüge unternehmen.

Delft - Katwijk Delft - Katwijk Delft - Katwijk Delft - Katwijk Delft - Katwijk Delft - Katwijk

Ein Frachtschiff zeigt zudem die Ausgestaltung der Kapitänswohnung von Binnenschiffen.

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Die ersten zwei Bilder zeigen die Räumlichkeiten von Matrosen. Das Bett war so klein, das Matrosen vermutlich nur mit angewinkelten Beinen schlafen konnten.

Am nächsten Tag besuchten wir die Delft Windmill de Roos. Dort wird das Mehl noch mit der Windmühle gemahlen. Unten hat es einen kleinen Laden, in dem Lebensmittel und Souvenirs bester Qualität gekauft werden können. Diesen Laden können wir nur empfehlen.

Delft - Katwijk Delft - KatwijkAnschliessend stiegen wir die 180 Treppentritte der Nieuwen Kerk hinauf. Es handelt sich um eine kreuzförmige protestantische Kirche, erbaut von 1393 bis 1655, mit einer Krypta mit Königsgräbern.

Wir dinnierten am Abend in Delft im Het Konings Huys. Das wunderbare Essen und die freundliche Bedienung haben uns restlos überzeugt.

Nun war die Zeit zum Abschiednehmen gekommen. Am nächsten Tag besuchten wir mit Doris Den Haag. Die Stadt erschien uns im Vergleich zu Rotterdam sehr eng und überfüllt. Wir hatten zusammen auf einer Reise einen schönen Teil der Niederlande erleben dürfen. Wenn das Wetter nicht mitspielte, haben wir viele schöne Städte und Dörfer besichtigen können. Wir freuen uns, wenn sie und Martin uns wieder einmal auf unserer Taranaki besuchen kommen.

Delft - Katwijk

Gestern Abend legte noch ein älteres Schiff mangels Alternativen bei uns an. Bevor das Schiff richtig an unserer Seite lag, machte der Skipper den Motor aus. Der Bug lag fast im 90 ° Winkel zu unerem Heck und wir mussten mit Muskelkraft das Schiff am Bug wegschieben und das Heck mit einem Tau heranziehen. Es war eine deutsche Crew und der Sohn erzählte mir, dass die Besitzer das Schiff eben erst gekauft hätten und es bereits nach zwei Stunden nicht mehr fahrbar gewesen sei. Die Treibstoffzuleitung zum Motor habe nicht mehr funktioniert, weshalb jetzt der Motor direkt aus Kanistern seinen Diesel beziehe. Ein abenteuerliches Unterfangen und ich machte mir Sorgen, ob wir am nächsten Morgen „eingeklemmt“ zwischen Steg und dem deutschen Boot wohl losfahren könnten.

Es klappte. Die Crew erhielt Verstärkung in Form des wieder angereisten Sohns und dem Verkäufer, der das Schiff in und auswändig kenne und quasi der Pate des Schiffes sei. Die brachten zudem zwei Fünfliter-Kunststoffkanister gefüllt mit Diesel mit. Damit wollten sie heute noch das Ijsselmeer erreichen. Na dann gute Fahrt!

Delft - Katwijk Delft - KatwijkWir starteten unsere Reise und mussten viele Brücken passieren. Nur wenige waren hoch genug, so dass wir öfters auf Brückenöffnung warten mussten. Es gab aber auch solche, die nach der Anmeldung der ersten Brücke schön auf rot-grün schalteten, so dass wir praktische ohne Verzögerung vorwärts kamen.

Delft - KatwijkBesonderes Interesse galt der Kerkbrug, wegen welcher das ursprünglich für Doris geplante Reiseziel Katwijk unerreichbar war. Die Brücke war hochgezogen und konnte gestern und heute problemlos passiert werden.

Wir erreichten dann den Jachthaven Katwijk, wo wir im Hafenkantor sehr freundlich und zuvorkommend bedient wurden. Die Infrastruktur ist sauber und zweckmässig. Abfall kann gesondert entsorgt werden (Normaler Abfall, Flaschen, Plastik, Karton). Diese umweltfreundliche Handhabung sieht man selten.

Anschliessend schlenderten wir zum Strand und liessen die Beine und die Seele baumeln. Wir werden mindestens bis Freitag hierbleiben und deshalb auch keine Blogs schreiben.

Delft - Katwijk

Dordrecht – Delft

 

Gestern hatten wir den Aufenthalt in Dordrecht verlängert, weil schönes Wetter angesagt war und uns Dordrecht so gut gefällt. Zudem ist der Hafen sehr schön gelegen und bietet eine tolle Infrastruktur.

Dordrecht - DelftDoris mietete sich beim Verkehrsverein ein Fahrrad und wir fuhren zu dritt zuerst mit der Fähre, dann über den Fietsenpfad zum Kinderdijk, wo die unter UNESCO Weltkulturerbe stehenden Windmühlen zu sehen sind. Sie sind sehr eindrücklich Es war ziemlich windig und wir strampelten tapfer gegen den Wind, mindestens auf der Hinfahrt. Die Rückfahrt war dann einiges bequemer, weil uns der Wind im Rücken half die Strecke zu überwinden.

Die Mühlen von Kinderdijk gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in den Niederlanden. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von 19 Windpumpen, die dazu dienen, das anfallende Wasser aus den Poldern abzupumpen, um so den Boden landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Die Mühlen pumpen das Wasser in den Nieuwen Waterschap, welcher in den Fluss Lek fließt. Sie wurden im 18. Jahrhundert erbaut, nachdem sich die älteren Kanalsysteme als wenig effektiv erwiesen.

Am Abend als wir uns zum Essen aufmachten, begann es wieder zu regnen. Doris lud uns ins Café Restaurant Jongepier ein, von wo aus wir den ganzen Schiffverkehr auf der Beneden Merwede, der Noord und der Oude Maas beobachten konnten. Es gab feine Muscheln, einen schönen Rosé und Dame Blanche zum Dessert.

Dordrecht - DelftIn der Nacht regnete es nochmals tüchtig. Wir fragten den Hafenmeister nach der Gezeitensituation. Er sagte uns, normalerweise sei der Unterschied zwischen Ebbe und Flut zwischen 80 cm und 1 Meter. Wegen dem starken Wind und dem Regen hätten wir aber einen Flutlevel, der 1.8 Meter über dem dem Tiefstwasserstand liege. Er empfahl uns, um 09:00 Uhr abzufahren. Dann hätten wir zuerst abfliessendendes Wasser, die Noord sei dann mehoder weniger neutral und in der Nieuwe Maas (ab dem Punkt, wo die Noord aufhört und wo die Lek beginnt) hätten wir dann abfliessendes Wasser, das uns locker nach Rotterdam trage.

Kurz bevor wir in die Nieuwe Maas einbogen, mussten wir Gas zurücknehmen, weil noch Frachtschiffe in die Lek weiterfuhren. Dann konnten wir Steuerbord ans Ufer wechseln. Erstaunlicherweise kam unsere Taranaki kaum vorwärts. Von wegen abfliessendem Wasser: Das Gegenteil war der Fall. Die Flut ist vergleichbar wie mit dem abwärts fliessenden Rhein.

Dordrecht - DelftWir begegneten noch der Arc van Noah, eine Giraffe stand noch am Heck und schaute uns zu.

Dordrecht - DelftDer Verkehr gegen Rotterdam nahm stetig zu. Zu schaffen machten uns etwa die Schnellfähren, die starke Wellen verursachen, bevor uns die Bugwellen erreichten. Wir hielten gebührend Abstand, so dass wir immer noch Reserven hatten. Weiter gab es die Wassertaxis, die zwar sehr schnell unterwegs sind, aber vom Wellengang kein Problem darstellten.

Hier ein paar Eindrücke unserer Fahrt durch Rotterdam.

Dordrecht - Delft Dordrecht - Delft Dordrecht - Delft Dordrecht - Delft Dordrecht - Delft Dordrecht - Delft Dordrecht - Delft Dordrecht - Delft

Dordrecht - DelftDann erreichten wir die Parksluis, die wir überwinden wollten, um nach Delft zu gelangen. Wir mussten eine Weile, der Schleusenwärter sprach von 10 Minuten, die wir dümpelnd hinter uns brachten. Es wurden dann deutlich mehr als 10 Minuten. Plötzlich ertönte hinter uns eine mächtige Schiffssirene. Was das wohl war? Die Schleusen, die wir durchfahren wollten, waren viel zu klein für Schiffe mit solchen Sirenen. Es war ein Kreuzfahrtschiff.

Dordrecht - DelftNachdem ein Frachtschiff bergwärts geschleust wurde, konnten wir einfahren und wurden talwärts geschleust.

Wir fuhren nun über die Schie Richtung Delft. Unterwegs gab es ein paar Brücken, die wir zum grössten Teil mit abgelegtem Mast durchfahren konnten. Einige mussten geöffnet werden, was jeweils nach Funkkontakt auch prompt geschah.

Dordrecht - DelftKurz vor Delft gab es noch eine Drehbrücke und nachdem auch diese abgedreht hatte und freie Fahrt erlaubte, erreichten wir den Hafen von Delft.

Der Hafen ist nicht sehr gross, wir erreichten ihn aber noch rechtzeitig, dass wir einen freien Anlegeplatz fanden. Der Hafen ist mit der App aanuit.net erschlossen, was das Anmelden und Freischalten für Elektrizität sehr erleichtert. Die sanitären Anlagen befinden sich im Untergeschoss des Restaurants Bacinol 2. Sie sind sehr sauber und zweckmässig.

Da eine der Brücken, die auf unserem Weg nach Katwijk zu durchfahren sind, wegen Reparaturarbeiten bis am 11. August gesperrt sind, bleiben wir die nächsten Tage hier und unternehmen Ausflüge von hier aus. Unter anderem wollen wir in Rotterdam eine grosse Hafenrundfahrt machen und das maritime Schiffsfahrtmuseum besuchen.

Heusden – Dordrecht

 

Heusden - DordrechtGestern regnete es mehr oder weniger den ganzen Tag, teilweise heftig. Wir beschlossen kurzfristig, einen Tag länger zu bleiben und besuchten dafür ’s-Hertogenbosch. Dort hat es uns sehr gut gefallen, wir wurden aber auch dort mehrmals verregnet. Aus am Abend regnete es zeitweise, ich konnte aber mindestens die Taranaki ohne Regen fotografieren.

Heusden - DordrechtHeute morgen verliessen wir Heusden um ca. 8:30 Uhr. Beim Ablegen regnete es zwar nicht, dafür ging ein starker Wind. Um aus der Box herausfahren zu können, musste ich das Ruder nach steuerbord ausrichten, damit ich gerade aus der Box herausfahren konnte.

Heusden - DordrechtDann fing es an zu schütten (regnen ist ein zu schwacher Ausdruck für das, was schliesslich vom Himmel fiel). Zudem blies zeitweise ein starker Wind. Nach einiger Zeit zeigte sich blauer Himmel und der Regen hörte auf.

Nach etwa 14 km erreichten wir die Wilhelminasluis in Andel. Es ist eine Hochwasserschutzschleuse, der Hub ist nur gering. Wir konnten nach der Anmeldung sofort einfahren und wurden dann auch unverzüglich geschleust.

Die afgedamde Maas hat eine Nordwest-Ausrichtung und genau aus dieser Richtung blies der Wind mit 50 bis 60 km / Std. Die Wellen schlugen gegen den Bug und das Wasser verstäubte in tausende kleinster Wassertröpfchen. Auf der Waal wurden die Wellen noch grösser, eine Niederländerin, die wir später vor dem Stadthaven von Dordrecht beim Warten an unsere Bordseite nahmen, meinte, dass der Wind und die Wellen schlimmer gewesen seien, als seinerzeit auf dem Isselmeer.

Heusden - DordrechtSchliesslich erreichten wir nach einigen Kilometern, die wir mit hohen Wellen und teilweise rollend überwunden hatten, erreichten wir die Verzweigung der Waal. Wir fuhren den rechten Arm, der nach Rotterdam führt und ab der Verzweigung Beneden Merwede heisst.

Der Rhein wechsel also mehrmals seinen Namen. Eigentlich müsste er „Aare“ heissen, weil die Aare bei der Einmündung in den Rhein die längere Strecke zurückgelegt hat, als der Rhein. Wir sind aber mal nicht so kleinlich.

Heusden - DordrechtKurz vor Dordrecht wurde wieder einmal der Strassenverkehr angehalten, damit ein Cargo-Containerschiff passieren konnte. Schon eindrücklich, diese Dimensionen auf dem Wasser, die da tagtäglich bewegt werden.

Heusden - DordrechtWir näherten uns Dordrecht und dem dort liegenden Knotenpunkt: Hier fliessen die alte Maas, die Nord- und die Untere Merwede zusammen. Mit Tausenden von vorbeifahrenden Schiffen pro Jahr sind die drei Flüsse der verkehrsreichste Knotenpunkt der europäischen Schifffahrt.

Heusden - DordrechtNachdem wir den Hafen der „Koninklijke Dordrechtsche Roei- & Zeil Vereeniging“ erreicht hatten, mussten wir vor der Brückenöffnung noch warten, weil die Öffnung nur alle halbe Stunden erfolgt. Wir konnten schliesslich in der Box 78 anlegen, die uns der Hafenmeister angewiesen hatte.

Der Hafen ist sehr schön gelegen und verfügt über eine gute Infrastruktur.

Heusden - Dordrecht Heusden - Dordrecht

Nach dem Anlegen wurde es wieder nass, der Regen setzte ein. Ein Blick auf den Regenradar zeigte, dass wir unseren Stadtbummel trotzdem noch unternehmen können.

Heusden - DordrechtIn einer Gasse entdeckten wir gar eine Pergola mit schönen Trauben.

Heusden - DordrechtDer Rundgang ist themenbasiert und wir konnten einige sehr schöne Gebäude und Plätze besichtigen. Dordrecht ist die älteste Stadt der Niederlande und war lange Zeit führendes Zentrum der Niederlande. Zudem gibt es einen Hafen mit Zeugen vergangener Zeiten, wie dieses toll restaurierte Dampfschiff oder der Hebekran, mit dem Schiffe teilweise aus dem Wasser gehoben und repariert werden konnten (z.B. eine Welle, eine Schiffsschraube, ein Ruder usw.).

Heusden - Dordrecht Heusden - Dordrecht

Heusden - DordrechtUnterwegs fanden wir weitere Hingucker, wie diese antike Bank oder einen weiteren Hafen just neben der Kirche.

Heusden - DordrechtBei einem Nachtessen vom Skipper und einem Glas Wein liessen wir den Tag ausklingen.

 

Maasbommel – Heusden

 

Gestern Abend, mein Blog war bereits geschrieben, haben wir uns im Restaurant des Watersportcentrum verköstigt. Die früher omnipräsenten Piraten an der Hausfassade und auf der Terasse sind verschwunden. Der Ausblick über den Hafen ist allerdings wirklich schön und bei einem feinen Nachtessen genossen wir diese tolle Aussicht.

Maasbommel - HeusdenHeute Morgen schien die Sonne und wir legten ab, um über den See von de Gouden Ham zurück auf die Maas. Für einen Samstag gab es tüchtig Frachtschiffverkehr. Immer eindrücklich sind die Container-Frachtschiffe, die immer auf in gleiche Richtung fahrende Sportboote achten müssen. Deren Skipper schauen oft nicht zurück und fahren weit in der Fahrrinne. Die Frachtschiffe sind schneller, müssen ausweichen und sehen die Sportboote dann eine ganze Weile nicht.

Maasbommel - HeusdenEs gibt auch „Sportboote“, die von Amateuren gefahren werden (ich mein das nicht despektierlich), die nur eine eingeschränkte Sicht nach hinten haben, wie das Beispiel zeigt.

Unterwegs war das Wetter zuerst schön, wechselte dann zu bedeckt und kündete Regenwetter an. Langsam sind wir so konditioniert, dass wir wissen: Der Regen wird vor oder spätestens beim Anlegen einsetzen.

So war es auch: Ein Wolkenbruch zeigte uns, dass Scheibenwischer eine wichtige Erfindung sind. Selbstverständlich waren die Positionslichter im Einsatz. Ich steuerte die Hafeneinfahrt bei Heusden an und sah, dass ein bergwärts fahrendes Sportboot das Letzte aus seinem Motor herausholte, um sicher noch vor mir Anspruch auf einen Anlegeplatz anmelden zu können.

Wir fuhren backbord am „Sprinter“ vorbei und näherten uns dem Jachthaven de Wiel. Dort dirigierte uns auf der Hafenmeister auf telefonische Anfrage von Brigitte zum Passantensteg. Dieser war aber durch bereits angelegte Schiffe belegt und nicht identifizierbar. Wir fuhren bis zu hinterst in den Hafen und mussten dann auf erneute Rückfrage wieder rückwärts rausfahren.

Maasbommel - HeusdenDer Hafenmeister bot uns dann einen Platz neben der Princess F55 an. Die Jacht ist rund 18 m lang und aus GFK / Fiberglas / Polyester gebaut. Ein Riesentütschi im Vergleich zu unserer Taranaki.

Wir suchten nach einem Schiff, das Princess heisst, wir fanden aber keines. Der Hafenmeister merkte wohl, dass wir uns mit so teuren Schiffen nicht auskennen und dirigierte uns dann über Telefon in die richtige Box. Wir sind richtig umrahmt von grossen und meertüchtigen Kolossen, die auch budgetmässig jenseits unserer Verhältnisse liegen. Die Princess F55 ist für € 1’890’000 ausgeschrieben. Wer auf das Bild klickt, kann sich die Details auf der Originalseite des Herstellers mal ansehen.

Maasbommel - HeusdenNachdem wir sicher in der Riesenbox angelegt hatten und wir den Regen vorüber ziehen liessen, machten wir einen Stadtrundgang durch Heusden.

Auf dem Bild sind die Verteidigungsanlagen gegen die Spanier gut sichtbar. Die Geschichte Heusdens beginnt um das Jahr 1200, als entlang der Maas eine städtische Siedlung entstand. Dank dem Bau der Festungswerke brach für die Stadt ein ruhmreiches Zeitalter an: Ab Ende des 16. Jahrhunderts waren in der Garnisonsstadt Heusden tausende Soldaten stationiert. Damals – und größtenteils heute noch – sah die Stadt so aus, wie sie der Amsterdamer Kartograf Joan Blaeu (auch als Johannes Blaeu bekannt) im 17. Jahrhunderte gezeichnet hatte: eine von schweren Erdwällen umgebene Festung mit Bastionen, Gräben und Ravelins. Der Zweite Weltkrieg verursachte viele Schäden und menschliches Leid zugleich. Später wurde die Stadt gründlich restauriert und erhielt hierfür die höchste Auszeichnung der Europäischen Union für Restaurierungsarbeiten: Europa Nostra. Die stimmungsvolle Stadt ist garantiert immer einen Besuch wert.

Maasbommel - HeusdenDer pittoreske Stadthaven ist jeweils schon früh komplett belegt. Die Schiffer nehmen in Kauf, dass er über keine Infrastruktur verfügt.

Maasbommel - HeusdenAuf unserem Rundgang entdeckten wir einen Reisebus aus früheren Tagen. Man bemerke die Schweizerflagge am Heck des Fahrzeugs. Es ist sicher nicht strassenverkehrskonform und auch das BE des Kennzeichens bedeutet nicht, dass es sich um ein in Bern immatrikuliertes Fahrzeug handelt.

Maasbommel - HeusdenAuf unserem Spaziergang entdeckten wir die Sint-Catharinakerk. Das war mal eine Kirche, die umgenutzt und in die Wohnungen eingebaut wurden. Die äussern Umrisse sind noch erhalten, das Kirchenschiff usw. zeigen noch, dass es mal eine Kirche war.

Schliesslich gönnten wir uns im Restaurant nahe vom Hafen noch einen Willkommenstrunk. Von der Terasse aus sieht man den Hafen, aber unsere Taranaki versinkt darin beinahe und ist erst auf der Vergrösserung sichtbar. Wir würden aber um keinen Preis mit einem anderen Schiff am Hafen tauschen.

Maasbommel - Heusden Maasbommel - Heusden

Plasmolen – Maasbommel

 

Gestern nach der Ankunft ging ich noch in den Laden vom Camping, der an den Jachthaven angrenzt. Der Ladenbesitzer machte gerade auf und ich fragte ihn, ob er ab jetzt geöffnet habe. Er verneinte, er wollte gerade abschliessen, aber ich könnte auf jeden Fall noch einkaufen. Ich besorgte ein paar Nahrungsmittel und beim Zahlen bemerkte der Inhaber, er schliesse, weil absolut nichts los sei. Das Wetter sei viel zu schlecht (und wenn ich daran denke, wie lange das gegenwärtig durchzogene anhält, kann ich nachvollziehen, welch schlechten Sommer das für die Tourismusgebiete darstellt).

Heute Morgen starteten wir wieder um halb zehn Uhr, da ich den Filter geputzt und den Ölstand kontrollierte. Als beides in Ordnung war, legten wir ab. Zuerst war der Morgen noch verheissungsvoll sonnig gewesen, bei der Abfahrt bereits bewölkt.

Plasmolen - MaasbommelKurz nach der Ausfahrt aus dem Kanal, der zum Jachthaven Eldorado führt, verzweigt die Maas. Der Maas-Waalkanal verbindet die Maas mit dem Rhein resp. mit der Waal, wie er hier heisst.

Spätestens vor der Schleuse Grave begann es zu tröpfeln und als sich die Schleusentore öffneten, schüttete es in Strömen. Dazu blies ein starker Wind in die Schleusenkammer und stellte die Taranaki kurz schräg. In dieser Situation muss das Ruderblatt optimal angeströmt werden und das geht nur mit entsprechend Gas geben. Ich wollte ja nicht die kleineren Sportboote nicht zerquetschen (es waren Joghurt-Becher-Boote).

Plasmolen - MaasbommelDie Maas wurde immer breiter und zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Links und rechts säumen Baumreihen den Fluss und dämmen den allgegenwärtigen Wind etwas ein. Es gibt viele Weideflächen und immer wieder Seen, die durch Ausbaggern vom Sand entstanden sind.

Plasmolen - MaasbommelGegen Maasbommel zu sahen wir immer wieder Kirchen, die einander sehr stark ähneln. Sie waren immer aus Backsteinen gebaut. Jedes noch so kleine Dorf hat hier eine prächtig grosse Kirche und ich denke, dass die Grösse durch die Nachbargemeinden mit beeinflusst wurden.

Plasmolen - MaasbommelVor Maasbommel entdecken wir die rote Gaja, die wir schon in Liège, Dinant usw. gesehen haben.

Vor der Gaja sitzt ein Mann im Wasser. Das Ganze sieht wie ein Fauteuil aus, mit dem Unterschied, dass der Besitzer wasserdichte Hosen und Schwimmflossen anhat.

Plasmolen - MaasbommelWie das aussieht, zeigt dieses Foto.

Plasmolen - MaasbommelSchliesslich verliessen wir die Maas und fuhren durch den See zum Watersportcentrum Maasbommel.Dem Strand entlang sind schöne farbige Ferienhäuser entstanden, jedes mit Seeanstoss und Anlegesteg.

Plasmolen - MaasbommelSeit dem letzten Besuch sind neue dazugekommen, offenbar entsprechen sie einem Bedürfnis.

Plasmolen - MaasbommelDer See und die offene Fläche, auf der der Wind immer gut hinkommt, eignet sich auch zum Segeln.

Der Passantensteg ist gut markiert und wir konnten hinten gut wenden. Der Hafenmeister war sehr freundlich.

Plasmolen - MaasbommelJust nachdem er gegangen war und wir der Taranaki den Landstrom erschlossen hatten, begann es zu regnen, und wie.

 

In den Niederlanden regnet es oft, aber nicht lange, dann ist der Spuk wieder vorbei. Abwarten und Tee (oder Kaffee) trinken ist immer eine gute Alternative.

Beim Bezahlen im Havenkantoor wurde ich durch ein Geschenk überrascht: Ein schöne Baumwolltasche mit einem farbigen Badetuch mitsamt Informationen und Tipps zur Region gab mir die zuvorkommende Mitarbeiterin mit auf den Weg. Dabei zeigte sich, dass die Region sehr familienfreundlich ist, schöne Spaziergänge und Fahrradtouren anzubieten hat und auch sonst inbesondere Kindern viel zu bieten hat.

Wir kommen wieder und bleiben dann gerne auch etwas länger.

 

Leukermeer – Plasmolen

 

Heute war wiederum Regen und Starkwind angesagt. Um ca. 09:30 Uhr legten wir ab und hatten den Wind bereits beim Start gespürt. Der Regen blieb noch aus, bis wir gegen die Sunbeck-Schleuse fuhren. Dort regnete es in Strömen und die Scheibenwischer verrichteten zuverlässig ihren Dienst. Unser Positionslichter zeigten ebenfalls, welchen Kurs wir fahren, wenn denn jemand darauf achten sollte. Obschon wir den Masten für die Einfahrt nach Plasmolen ablegen müssen, liessen wir ihn noch oben, damit die Lichterführung stimmt.

Fahrtrichtung und Lage eines Schiffs

Die Positionslichter (Seitenlichter und Hecklicht) helfen uns die Fahrtrichtung und Lage andererer Schiffe während der Nacht und bei verminderter Sicht zu erkennen.

Die Farben und Winkel der Positionslichter sind weltweit einheitlich definiert. Diese gelten sowohl in der Seeschifffahrt wie in der Binnenschifffahrt.

  • Seitenlicht Backbord rot, 112,5°
  • Seitenlicht Steuerbord grün, 112,5°
  • Hecklicht weiss, 135°

Leukermeer - PlasmolenAlle drei Positionslichter ergeben zusammen 360° und somit einen Vollkreis.

 

Bei Segelyachten wird häufig im Masttop eine Dreifarbenlaterne gefahren. Der Vorteil ist der niedrige Energieverbrauch. Bei Fahrt unter Maschine werden anstelle der Dreifarbenlaterne die Seitenlichter, Hecklicht und Topplicht gefahren.

Sektoren und Rundumlichter

Leukermeer - PlasmolenAnhand von Rundum- und Sektorenlichtern erkennen wir die Art bzw. den Einsatzzweck eines Fahrzeugs. Sehen wir ein Fahrzeug welches lediglich die Positionslichter führt, handelt es sich um ein Segelfahrzeug. Ein Maschinenfahrzeug führt zusätzlich zu den Positionslichtern ein Topplicht (225°).

 

Leukermeer - PlasmolenUnterwegs konnten begegneten uns auch einige Spezialschiffe. Das erste ist ein Schiff, welches den Flussuntergrund bearbeiten kann. Es hat zu diesem Zweck zwei Rammrohre, mit denen die Position des Schiffes fixiert werden kann. Ankern wäre dafür ungeeignet, weil ein Schiff am Anker immer schwoit.

Leukermeer - PlasmolenDas nächste ist eine Fähre, welche sich mit einer Winde an einem Drahtseil oder einer Kette selbständig durchs Wasser zieht. Diese Art des Antriebs wird dann verwendet, wenn die Fliessgeschwindigkeit des Flusses keinen brauchbaren Vortrieb ergibt, etwa bei grosser Flussbreite oder vor Wehren. Beide Bedingungen waren im Beispiel erfüllt.

Leukermeer - PlasmolenDas nächste Bild zeigt ein Passagierschiff, welches sich vor allem an Velofahrerinnen und -fahrer wendet. Diese können während dem Tag dem Fluss entlang schöne Touren unternehmen und werden am Zielort oder einer Zwischenstation wieder an Bord genommen. Wir denken, dass das Wetter wohl keine besonderen Anreize zum Velofahren lieferte.

Bei der Schleuse Sambeek mussten wir warten und wurden schliesslich mit etwa 10 anderen Sportbooten geschleust. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass viele Sportbootfahrer den Grundsatz first arrived, first served nicht kennen. Da die Schleuse aber alle Boote aufnehmen konnte, ist das für mich kein grosses Problem.

Leukermeer - PlasmolenWährend dessen beobachteten wir ein Frachtschiff, dass Container geladen hatte. Es war nicht voll beladen, insgesamt hätten 90 Container Platz gehabt. Trotzdem ist interessant, wieviele Camions auf der Strasse dieser Frachter ersetzt und Waren mit wesentlich weniger Treibstoff ans Ziel bringt.

Beachte, dass der Frachter „blind“ fuhr, weil seine Kommandobrücke noch unten lag. Natürlich hatte er Radar und sicher auch Videokameras. Eindrücklich ist auch der lange tote Winkel, den andere Verkehrsteilnehmer zu beachten haben.

Der Grund für die tiefliegende Kommandobrücke: Der Schiffsführer lud zwei Matrosen aufs Dach, die es reinigen sollten. Nachdem sie auf dem Dach standen, hob er die Brücke an. Trotzdem ist der tote Winkel immer ein Thema. Wie der tote Winkel wirkt, siehst du aus folgender Grafik:

Leukermeer - Plasmolen

Klar, dass wir als Sportbootführer diesen Bereich meiden oder den bereits vorher eingeschlagenen Kurs konsequent beibehalten.

Leukermeer - PlasmolenVor der Schleuse übernahm Doris kurz das Steuer und gewöhnte sich an die ersten Meter mit der Taranaki ans Ruder.

Schliesslich erreichten wir den Jachthaven Eldorado in Plasmolen. Bei der Einfahrt in den Kanal schien die Sonne angenehm aufs Deck, doch hinter uns kündeten dunkle Wolken etwas an. Wir wendeten im Bereich des Passantenstegs und legten Steuerbord an, gerade rechtzeitig. Als wir die letzten Taue gebunden hatten, kamen erste Tropfen und als wir „am Schärme“ waren, brach ein gewaltiger Wolkenbruch über uns herein. Wir hatten aufgrund des Donnergrollens ja gewusst, was da auf uns zukommt. Ich hatte noch selten einen Starkregen dieser Art erlebt.

Nachdem der Regen verklungen war, machten wir uns auf nach Nijmegen. Das ist nicht sehr weit weg und mit dem ÖV gut erreichbar.

Leukermeer - PlasmolenDort besuchtn wir die Stevens Kirche. Nach der Erlangung der Stadtrechte im Jahr 1230 expandierte Nimwegen stark. Die Gebäude „krochen“ langsam den Hügel von der Waalkade hinauf. Der Bau der Stevenskerk auf dem Hügel war der krönende Abschluss. Die große Stevenskerk bildete ein wunderschönes Gegenstück zur gewaltigen Valkhofburcht auf der anderen Seite der Stadt. Das Verwaltungs- und Religionszentrum hatte somit seinen eigenen Platz. Der Bau der Stevenskerk begann im Jahr 1254. Ursprünglich wurde die Kirche aus Tuffstein im romanischen Stil erbaut. Am unteren Teil des Turms ist dies noch deutlich zu erkennen. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche im gotischen Stil weiter ausgebaut. Der Turm, der Chor und das Südportal sind dafür gute Beispiele. Nach 1591 wurde der Bau eingestellt und die Kirche blieb unvollendet. Im Jahr 1273 wurde die Kirche dem ersten christlichen Märtyrer, dem Heiligen Stephanus, geweiht.

Leukermeer - PlasmolenIn der Mitte des Chores befindet sich das Grabmal von Catherine van Bourbon, Herzogin von Geldern († 1469). Sie verließ einen Teil ihrer Hauptstadt, um die Stevenskerk zu einer Stiftskirche zu machen. Zur Zeit der Katholiken war die Kirche in leuchtenden Farben bemalt und voller Heiligenstatuen. Der Bildersturm im Jahr 1580 und die Übernahme der Kirche durch die Protestanten im Jahr 1591 verliehen dem Innenraum ein völlig anderes Aussehen. Die Kirche wurde geleert und weiß getüncht. Viele Kunstschätze und Reliquien sind in dieser Zeit verschwunden, wie zum Beispiel der Arm des Heiligen Stephanus. Bei dem Bombenangriff im Februar 1944 wurde die Kirche schwer beschädigt. Die Restaurierung dauerte 25 Jahre.

Leukermeer - PlasmolenGanz in der Nähe gibt es tolle Gebäude zu bestaunen, die noch aus alter Zeit stammen. Das Bild zeigt das Restaurant De Waagh in Nijmegen.

Anschliessend spazierten wir noch ans Ufer der Waal.

Schliesslich gelangten wir mit dem ÖV wieder zurück nach Plasmolen und verköstigten uns auf dem Schiff mit rassigen Spaghettis. Dazu gab’s einen Schluck Rosé (der jedoch in mehrere unterteilt wurde).

Venlo – Leukermeer

 

Wir sind die Tour schon mehrere Male gefahren. Aber so wie heute haben wir sie noch nie erlebt. Für den frühen Nachmittag waren starke Winde angesagt, so dass wir früh wegfahren wollten. Früh, das hiess um acht Uhr, was wir auch schafften.

Noch bevor wir starteten, goss es Bindfäden und hörte die ganze Strecke nie auf. Es kamen einige Frachtschiffe entgegen, die Sicht war aber sehr stark eingeschränkt. Gut, dass wir im Aussenführerstand je Frontscheibe auf einen Scheibenwischer zählen dürfen. Der Wind setzte gegen Ende der Fahrt auch tüchtig ein, so dass wir auch beim Anlegen aufpassen mussten. Es gab zwei Skipper, die gerade zum Ablegen bereitmachten und ich wartete hinten im Hafen, bis der eine weg war. Da beim Dümpeln das Ruderblatt nur schlecht angeströmt wird und der Wind mich gegen die anderen Schiffe drückte, musste ich den Motor manchmal resolut um Hilfe bitten.

Schliesslich konnte ich links am Steg festmachen, was mir mit dem rechtsdrehenden Propeller die Arbeit etwas erleichterte. Wegen dem starken Wind musste ich teilweise das Heck wieder vom Steg wegbewegen, was bei den 720 Grad Drehungen meines Steuerruders nicht immer einfach ist. Es glückte aber dann auf Anhieb ohne fremde Hilfe.

Das nachfolgende Video zeigt, was wir unter diesem Effekt verstehen (Quelle).

Venlo - LeukermeerBei der Ankunft präsentierte sich die Sicht nach aussen nicht gerade vielversprechend. Die Flaggen hingen schlapp, die Bereitschaft nach aussen zu gehen hielt sich in Grenzen. Trotzdem suchten wir unter anderem das Büro des Hafenmeisters auf resp. seinen Automaten. Dort stand, dass die Banderollen für den Nachweis der Bezahlung ausgegangen seien. Für uns kein Problem! Wir bezahlten, spazierten zum Schiff zurück, wo wir unsere Mittagsverpflegung genossen. Der Regen hatte inzwischen aufgehört und Brigitte hatte mit der Fietsen-App entdeckt, dass damit auch Wanderungen möglich sind. Sie plante eine solche und wir machten uns auf die Socken.

Venlo - LeukermeerWir waren noch nicht so weit, da begann es erneut zu regnen. Bei der Bosbrasserie In de Sluis en Bezoekerscentrum NP Maasduinen beschlossen wir, einzukehren und etwas zu trinken. Guter Rat, wie sich bald herausstellte. Ein starkes Gewitter zog über uns hinweg und wir erfreuten uns an der Sicht im Trockenen auf den heftigen Regen.

Venlo - LeukermeerDoch schon nach etwa einer halben Stunde zeigte sich die Sonne wieder und wir wagten einen etwas verkürzten Spaziergang.

Venlo - LeukermeerDas Naturschutzgebiet liegt in der Heide und zeigte sich wie frisch gewaschen, nach dem Regen auch kein Wunder.

Venlo - LeukermeerBald erreichten wir die Stelle mit der manuellen Fähre, die von Jedermann / Jederfrau selbständig bedient werden kann. Wir beobachteten eine Crew aus einem Mann, einer Frau und einem Kind. Der Mann fotografierte und trieb die Frau und das Kind jeweils an, die Fähre mit Muskelkraft voranzutreiben. Die Fähre voranzubringen schien schweisstreibend und als ich vom Ufer helfend unterstützen wollte, sperrte der Mann auf der Fähre meinen Eifer, weil er schliesslich noch nicht fertig fotografiert hatte.

So machten wir selber unsere Erinnerungsbilder und verliessen den Ort, bevor die Fährencrew Land gewann.

Venlo - Leukermeer Venlo - Leukermeer Venlo - Leukermeer

Das Wetter war inzwischen sehr schön geworden, zeigte blauen Himmel, als ob es nichts anderes kennen würde. Aber unser Kurzzeitgedächtnis funktioniert noch, wir wissen, dass es auch anders kann.

Inzwischen hat Sturmwind eingesetzt und den blauen Himmel vertrieben resp. Wolken herangeführt, die nur darauf warten, die Erde neu zu wässern. Einer unserer Stegnachbarn, der Martin (wir kennen ihn von früheren Begegnungen), erklärte, das Wetter entspreche unserem schönsten Hobby, schliesslich handle es sich um Wassersport!