Am Morgen schien die Sonne schon in den Salon, bevor wir die Leinen lösten. Gestern Abend hatten wir noch Franco und Brigitte getroffen, die mit der „La Fée Verte“ mit Französischer Flagge unterwegs waren. Sie erzählten uns, eine Horizon von einem Schweizer Skipper habe eben für uns Platz gemacht.
Die Fahrt war problemlos, wir kamen wiederum zügig voran. Uns überholte vor der ersten Schleuse ein Frachter, mit dem wir dann zusammen mit der Linna und einem etwas später noch eintreffenden Schlauchboot mit Aussenborder bergwärts schleusten.
Die Landschaft durch die Felsenlandschaften stellt einen schönen Kontrast zu den in den Niederlanden üblichen flachen Landschaften dar.
Kurz vor Namur mussten wir ziemlich lange auf die Schleusung warten. Dabei entdeckte ich ein altes Fabrikgebäude, les Moules de Beez (Die Mühlen von Beez).
Der Verein der Moulins de Namur und Lüttich, der Moulins de Beez wurde 1889 eingeweiht. Sie kennen mehrere Bezeichnungen: Anciens Moulins de Namur und de Legs in Beez, Moulins de la Meuse und Moulins de Beez.
In Beez wurde nur Weizen verarbeitet. 1980 konnten sie bis zu 300 Tonnen pro Tag mahlen. Die Mehle sind in verschiedene Arten gruppiert: 4 Arten von Weiss- und ein Dutzend Grautöne. Der Umsatz betrug 750 Millionen Franken und das Unternehmen beschäftigte rund sechzig Mitarbeiter für eine tägliche Produktion von 2.000 Quintals.
1984 waren nur noch ein Dutzend Menschen übrig. Die Gebäude wurden 1996 restauriert, die wallonische Region hat dort ihr regionales Archiv eingerichtet.
Nach dem Schleusen hatten wir nur noch eine kurze Schleife zu fahren und machten an der Kade des Passantenhafens fest. Die ist eigentlich für grössere Schiffe gedacht und deshalb liegen die Poller relativ weit auseinander. Wir konnten deshalb unsere neuen 20-m-Leinen sehr gut gebrauchen.
Wir meldeten uns bei der Capitainerie und bezahlten den Liegeplatz sowie 4 Jetons für den Bezug der Elektrizität. Der Roland von der Horizon, die wir ebenfalls an der Kade antrafen, zeigte mir eine funktionierende Steckdose, die scheinbar ohne Jetons funktioniert (war schon beim Jubiläumstörn im Herbst 2025 so der Fall). Reparaturen dauern offenbar leider etwas länger.

