Darf ich vorstellen: Joy aus den Niederlanden, die sich mit der Taranaki vormals Joy auch aus den Niederlanden trifft.
Heute Morgen starteten wir kurz nach halb neun. Es ist bis Bruxelles keine sehr lange Tour, hat aber trotzdem 7 Schleusen, die alle talwärts befahren werden. Der Hafen von Ittre liegt gleich neben der ersten Schleuse. Deshalb funkte ich, ob wir in etwa 10 Minuten talwärts schleusen könnten. Der Schleusenwart sagte uns das zu und so holten wir das Stromkabel und die Leinen ein, legten ab und starteten unsere Reise gleich mit einer grossen Schleuse. Auch die Linna war mit von der Partie. Auch wenn die Schleusen gross sind, abwärts schleusen ist immer sehr angenehm.
Das entspannt die Nerven der ganzen Crew insbesondere, wenn es noch Schwimmpoller hat.
Die Gewitterstürme der letzten Tage haben nicht nur viel Wasser in die Flüsse gespült – die ausgetrocknete Landschaft konnte das Wasser gar nicht vollumfänglich aufnehmen – sondern auch einige Bäume umgeworfen.
Unterwegs in Belgien finden wir immer wieder tolle Wandmalereien. Diese sind wahre Kunstwerke und nicht billig gemachte Sprayereien.
Es gab unterwegs einige Engstellen, aber auch Baustellen, an den der Kanal deutlich verbreitert wird. Manchmal muss man warten. Dieses Angebot machte uns auch die Ephram, was wir über Funk verdankten.
In Bruxelles selber hat es vor der letzten Schleuse zum Hafen eine Brücke, die angehoben werden muss. Ich funkte auf dem Schleusenkanal und fragte nach der Durchfahrt. Der Schleusenwärter beschied uns, er habe noch einen Frachter zu Berg und werde sich nachher um uns kümmern. Auch hier war der Kanal ziemlich eng und wenn noch ein Frachter uns entgegen kam, war ein Festmachen an Pollern in der Mauer sicher ratsam. Schliesslich fuhr der Frachter mit Holzrinden beladen uns entgegen. Der Sog habe die Linna mehrere Meter nach hinten gezogen.
Kurz nach der angehobenen Brücke gibt es eine Passerelle, die ebenfalls angehoben werden kann. Vor dieser hochgehobenen Passerelle gibt es ein Lichtsignal für die Schifffahrt, das auf Rot stand. Ich sah das im letzten Moment und stoppte auf. Meine Rückfrage bei der Schleuse ergab dann, dass wir zufahren könnten, die Schleuse sei für uns bereit.
Der Rand der Schleusenkammer schaut nur wenig aus dem Wasser. Leider beachtete ich nicht, dass der Tropfenfender zu hoch aufgehängt war und damit seine Wirkung nicht entfalten konnte. Er landete auf der Schleusenmauer und die Taranaki touchierte leicht die Mauer. Lackschäden kann man ausbessern. Künftig müssen wir insbesondere bei tief liegenden Begrenzungen darauf acht geben, dass die Fender eine gute Höhe haben.
Der Kanal ist hier ziemlich schmutzig. Ein Clochard hatte kurz vorher noch eine offene Zeitung reingeworfen, der Unterschied zu dem was schon drin lag, war dann nicht mehr gross. Uns fuhr noch ein Schiff entgegen, das den an der Oberfläche schimmende Unrat entfernen sollte. Da die beiden Skipper sich mehr mit ihren Smartphones beschäftigten, den mit „Gischter“ wie wir im Oberland sagen, nützen solche Fahrten nur wenig.
Ein Highlight waren dann der Hafenmeister und das Clubhaus. Er empfing uns sehr freundlich und im Klubhaus erfrischte uns eine Dame Blanche und ein Cappuchino.
Wir bleiben hier drei Nächte, um uns in aller Ruhe einige Sehenswürdigkeiten von Bruxelles anschauen zu können.





