Rouen wurde im 2. Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen. In der Altstadt finden wir allerdings noch viele schöne Häuser in den hier typischen Riegelbauten.
Die Wände sind teilweise schief, die Fenster klein, die Isolation inexistent, dafür sind sie voller Charme und zeugen von einer historischen Vergangenheit.
Rouen ist historisch interessant. Jeanne d’Arc (* vermutlich 1412 in Domrémy, Lothringen; † 30. Mai 1431 in Rouen, Frankreich), auch Jehanne d’Arc, im deutschsprachigen Raum auch Johanna von Orléans oder Jungfrau von Orléans genannt, war eine französische Widerstandskämpferin im Hundertjährigen Krieg, einem bewaffneten Konflikt zwischen England und Frankreich im 15. Jahrhundert, und wurde deswegen später zur französischen Nationalheldin. Sie wird in der römisch-katholischen Kirche als Jungfrau und Heilige verehrt.
Während des Hundertjährigen Krieges verhalf sie bei Orléans dem Dauphin und späteren französischen König Karl VII. zu einem Sieg über Engländer und Burgunder. Anschliessend geleitete sie Karl zu seiner Königssalbung nach Reims. Nach der Niederlage der Franzosen in der Schlacht von Compiègne wurde Jeanne d’Arc am 23. Mai 1430 durch Johann II. von Luxemburg gefangen genommen, später an die Engländer ausgeliefert und schliesslich in einem kirchlichen Verfahren des Bischofs von Beauvais, Pierre Cauchon, der pro-englisch eingestellt war, aufgrund verschiedener Anklagen verurteilt. Am 30. Mai 1431 wurde Jeanne d’Arc im Alter von 19 Jahren auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Ihre Geschichte wird in einem Museum anschaulich erzählt, weshalb sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.
In Rouen blieben wir ein paar Tage, resp. machten noch einen Ausflug nach Etrétat1 respektive Honfleur2. Dazu mieteten wir ein Auto und übernachteten in Honfleur.
Der Strand in Etrétat besteht aus vielen rundgescheuerten Steinen. Die Felsformationen sind einmalig und lohnen einen Ausflug auf jeden Fall.
Beim Hafenmeister von Rouen erkundigte sich Brigitte, wann am 8. Juni 2026 die beste Zeit zum Losfahren sei, unter Berücksichtigung unserer normalen Reisegeschwindigkeit, den Gezeiten und unserem Reiseziel in Poses. Er konsultierte die Gezeitentabelle und meinte, wir sollten um 15.00 Uhr losfahren. Wir müssten dann allerdings eine Strecke noch bei abfliessendem Wasser zurücklegen, kämen dann aber sicher noch bei Tageslicht am Ziel an.
Als wir die Leinen einzogen, kam sehr schlechtes Wetter mit starken Winden auf. Der Kade in Rouen entlang erzeugte der Wind hohe Wellen und das abfliessende Wasser reduzierte unsere Reisegeschwindigkeit ziemlich stark, da half auch der starke Rückenwind nicht.
Es regnete ziemlich stark, der Wind liess aber bereits nach kurzer Zeit deutlich nach. Bergwärts fuhren wir am Anlegesteg von Rouen vorbei, der intakt aussieht und über Stromanschlüsse verfügt. Aufgrund der konsultierten Unterlagen war das nicht sicher.
Es gab einige Frachtschiffe, die uns entgegen fuhren. Auf einmal entdeckten wir auf der sonst sehr sauberen Seine eine riesige Benzinlache. Sie erstreckte sich über mehrere Kilometer. Brigitte rief 112 an und meldete die Situation. Sie versprachen, die zuständigen Stellen aufzubieten. Für uns sei die Situation damit erledigt.
Gegen Abend erreichten wir die Schleuse Poses und konnten mit einem Frachter zu Berg schleusen. Dann erreichten wir den Zielort und die Linna konnte am Anleger direkt bei den Stromanschlüssen festmachen. Wir machten ein „Bateaux en Couples“. Das sagen die Franzosen, wenn sie anlegen im Doppelpack meinen.
1 Étretat ist eine französische Gemeinde und ein Seebad mit 1102 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Seine-Maritime in der Region Normandie. Die Bewohner werden Étretatais und Étretataises genannt.
Bekannt ist Étretat vor allem durch die steilen Felsklippen mit ihren aussergewöhnlichen Felsformationen, die den Ort auf beiden Seiten umrahmen. Der Ort ist mit Hotels, Restaurants, Souvenirläden sowie vielfältigen Freizeit- und Sportangeboten auf den Tourismus ausgerichtet.
2 Honfleur ist eine französische Gemeinde und Hafenstadt mit 6.640 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Calvados in der Normandie. Honfleur liegt am südlichen Ufer der Mündung der Seine in den Ärmelkanal. Sie ist der nordöstliche Endpunkt der Côte Fleurie, ein Teil der nordfranzösischen Küste.




