Eigentlich wollten wir gestern unsere Reise fortsetzen. Brigitte hatte aber in der App Waterkaarten in den Bemerkungen zur nächsten Schleuse einen Hinweis entdeckt, dass die Schleusung 48 Stunden im Voraus anzumelden sei. Brigitte versuchte noch anzurufen, musste unsere Passage aber auf eine Combox sprechen. Zu spät merkten wir, dass dieser Hinweis gar nicht stimmte. Wir machten zuerst PD / ID (wer nicht weiss, was das heisst, frage jemand, der Militärdienst geleistet hat) und spazierten danach ins Dorf Asfeld.
Dort bewunderten wir die Kirche aus dem 17. Jahrhundert. Die römisch-katholische Kirche Saint-Didier ist eine Barockkirche (zur Zeit der Errichtung Avaux, zuvor Ecry) im Département Ardennes. Sie ist seit 1913 als Monument historique klassifiziert. Die Kirche wurde zwischen 1680 und 1685 im Auftrag des königlichen Intendanten Jean-Jacques de Mesmes und teilweise auf dessen Kosten errichtet. Der Plan stammte von einem „Monsieur Fleury“ und dem Dominikaner Frère François Romain aus Maastricht. Über eine Miturheberschaft von Guarino Guarini wird spekuliert.
Gestern Nacht hat es die ganze Zeit geregnet. Plötzlich klopfte es ans Fenster und André stand draussen. Er beklagte einen verstopften Wasserfilter des Generators. Ich gab ihm den Schlauch zurück, den er mir für das Ausstossen meines Seewasserfilters ausgeliehen hatte. Heute morgen mussten wir feststellen, dass er nicht nur verstopft war, sondern durch die Havarie der Generator ganz ausfiel. Wir wollten für die Crew der Linna Wasser kochen, aber unser Kochherd gehorchte uns aus unerfindlichen Gründen ebenfalls nicht mehr.
Unser Generator funktioniert aber noch und so konnten wir André und Brigitta mit einem Kaffee beglücken.
Vor unserer Abfahrt war das französische Boot mit dem Motorschaden, der inzwischen repariert werden konnte, losgefahren. Das Schiff fuhr mit stark reduzierter Geschwindigkeit. Wir legten ebenfalls ab und fuhren hinterher. An geeigneter Stelle überholten wir und konnten unsere Reise nur mehr mit wenigen Filterreinigungen fortsetzen. Damit wir sofort merken, ob der Impeller noch Wasser zieht, fahre ich in den heiklen Gebieten mit offenem Motorraum. Wenn sich im Wasserfilter Blasen bilden, dann zieht er Wasser. Wenn nicht, ist es Zeit, den Filter und allenfalls auch das Rohr zu reinigen. Den Filter erkennt man unten im Motorraum auf der rechten Seite.
Die Wasserqualität wurde immer besser, es gab immer weniger Gras und Pflanzenrückstände im Wasser. Nachdem der Regen aufgehört hatte, schien auf einmal wieder die Sonne und trocknete unser Verdeck.
Gestern hatten wir geplant, in Maizy Zwischenhalt zu machen, da wir aber so gut vorwärts kamen, fuhren wir bis Bourg et Comin. Am Anlegesteg lag schon ein französisches Schiff, wir konnten aber gerade auch noch anlegen.
Der Steg ist mit zwei Steckdosen und Wasseranschlüssen ausgerüstet, deshalb blieb nur eine Steckdose für die Linna, die ja den Generator nicht mehr benutzen kann. Wir schafften es gerade noch, uns am Steg ebenfalls anzuhängen.
Brigitta wusch freundlicherweise unsere Wäsche mit und Brigitte hängte sie an der improvisierten Wäscheleine auf. Wir dürfen freundlicherweise das Abendessen auf der Linna geniessen. Es gibt Spaghetti mit Salat. Einen Roten werden wir mitbringen.

