
Wir wollten um neun Uhr losfahren. Dann beobachteten wir einen Frachter und da im Canal de Sensée die Schleusen so gross sind, dass Frachter und Sportboote problemlos Platz haben, beschlossen wir ihm hinterher zu fahren. An den Schleusen müssten wir sowieso warten und ihn vorbei lassen. Er fuhr knapp etwas mehr als 8 km / Std., das störte uns aber für einmal nicht und so schleusten wir nurmehr bergab (die Scheitelstrecke hatten wir gestern mit dem Tunnel hinter uns gebracht).
Wir fuhren am Fort von Bochain vorbei.
Bouchain (früher Bulcinum, Bilcinius, Bolcen, Bochanium, Bouçain, Bouchin und Bouchaing genannt) wurde erstmals im Jahr 899 erwähnt, als König Karl III. es dem Kloster Saint-Amand schenkte. Später gehörte Bouchain den Grafen von Ostervant, die Bouchain zu einer Burgherrschaft für 76 Dörfer machten; im Mittelalter wurde der Ort zu einer Festung an der Grenze zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich ausgebaut.
1384 kam Bouchain mit Flandern an Burgund, dann an die Habsburger. Von den Spanischen Niederlanden wurde Bouchain 1676 durch die Franzosen erobert, die den Ort 1678 im Nimwegener Frieden behielten. Im Spanischen Erbfolgekrieg verloren die Franzosen Bouchain 1711 an die Alliierten, als die Stadt von Marlborough eingenommen wurde, eroberten sie aber 1712 wieder. Im Frieden von Utrecht (1713) kam Bouchain definitiv dauerhaft an Frankreich.
Wir erreichten schliesslich die letzte Schleuse vor Valencienne. Endlich wieder ein Hafen mit Strom, Wasser und Duschhen. Wir freuten uns. Zudem gibt es Aussicht auf ein Feierabendbier und ein feines Restaurant. Wir geniessen es.
