Etappe nach Soissons

Heute legten wir um etwas nach neun Uhr im Anleger Bourg et Comin ab und fuhren Richtung Soissons los. Im Wasser sahen wir nurmehr wenig Pflanzenwuchs, was wohl auch den Frachtschiffen zu verdanken ist, die hier vermehrt verkehren.

Die Schleusen konnten problemlos passiert werden. Wir hatten dazu eine Fernbedienung erhalten, mit der ein gewünschter Schleusenvorgang gestartet werden kann. Bei der Doppelschleuse 7 und 8 konnten wir einen Frachter beobachten, der beide Schleusen passierte. Das Besondere: Der Frachtführer und der Matrose waren ein und dieselbe Person. Er fuhr den Frachter in die Schleuse, machte so fest, dass der Hub passte und ging zurück, startete mit der Stange das Talwärtsschleusen. Gleiches bei der zweiten Schleuse: Dort gab er Gas, ging nach vorne, um das Schiff zum Eindampfen zu bringen, befestigte auch die Gegenseite, ging zurück zum Führerhaus, löste dort mit der blauen Stange die Talwärtsschleusung aus. Sehr eindrücklich, wie das Video eingangs zeigt.

Als wir die Anmeldung mit der Fernbedienung auslösten, wurde die Anmeldung zwar quittiert (sieht man am blinkenden orangen Signal), aber weiter geschah gar nichts. Weitere Versuche waren ebenfalls erfolglos. Brigitte bestellte einen Techniker, der kam und uns aus der Patsche half. Seiner Einschätzung nach hätten wir das Signal zum Bergwärtsfahren ausgelöst, statt umgekehrt zu Tal zu fahren. Von da an lief auch die Doppelschleuse problemlos.

Sowohl der Kanal, als auch die Aisne zeigten sich von der besten Seite. Es war sehr eindrücklich, durch die baumgesäumte Lanschaft zu gleiten, einen Eisvogel und einen Graureiher beobachten zu können.

Auch wenn es sich um den Latteralkanal der l’Aisne handelt, erscheint der Kanal als anarchaisches Gewässer.

Auf der Aisne begegneten uns mehrere Frachter sowie ein als Flusskreuzfahrtschiff umgebauter Frachter.

Begleitet wurden wir einmal mehr von der zuverlässigen Linna und ihrer Crew, die uns heute morgen mit duftenden warmen Brötchen aus hauseigenem Backofen überraschte.

Nach dem Ankerbier gingen wir in ein japanisches Restaurant Sakura zum Essen. Es war ausgezeichnet.

29. August 1944

Die 3. US-Panzerdivision befreit Soissons.

Am Nachmittag des 28. August 1944 hörten die Einwohner von Soissons den Lärm von Kugeln und Granaten: die Vorhut der amerikanischen Armee.

Nachdem die Panzer des Combat Command B der 3. US-Panzerdivision den gesamten Südwesten des Soissonnais befreit, Eisenbahnkonvois zerstört und wichtige deutsche Nachschubdepots eingenommen hatten, rückten sie mit Unterstützung der französischen Streitkräfte im Inneren in die Stadt ein. Am 29. August wurde Soissons offiziell befreit, während die amerikanischen Truppen, nachdem sie die Brücken über die Aisne gesichert hatten, ihren Vormarsch auf Laon fortsetzten.

Australier in Soissons

Am schön gestalteten und neuen Hafen, der auch über Elektrizität, Wasser und einer nahe gelegenen Toilette verfügt, kam heute auch ein schönes Schiff namens Continuum. Das Schiff fährt unter britischer Flagge, hat eine Länge von 18 m und ist 4 m breit. Es handelt sich um eine Piper Luxemotor.

Hôtel de Ville Soissons (Rathaus)

Eine Grafschaft Soissons mit der Hauptstadt Soissons befand sich Ende des 9. Jahrhunderts in den Händen von Heribert II., Graf von Vermandois. Dessen Nachkommen hielten die Grafschaft bis zum 14. Jahrhundert.

Durch Heirat ging die Grafschaft dann an Johanna von Hennegau über, dann an Ludwig von Châtillon, Graf von Blois. Dessen Sohn Guido verkaufte sie 1367 an Enguerrand VII. de Coucy. Enguerrands Tochter Marie verkaufte einen Teil weiter an Herzog Ludwig von Orléans, der dann mit der Thronbesteigung Ludwigs XII. mit der Domaine royal vereinigt wurde.

1413 bekam Robert von Bar die Grafschaften Marle und (Rest-)Soissons als Entschädigung für den Verlust des Herzogtums Bar. Unter seinen Nachkommen wurde Soissons vererbt. Letzter Graf von Soissons war Eugen Johann Franz von Savoyen, mit dessen Tod 1734 die Grafschaft an die Krone zurückfiel.