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Reisen mit der TARANAKI

Delfzijl – Leer

Delfzijl - Leer

Der Jachthaven Neptunus ist ein Seehafen, das heisst, dass die Schiffe dort Ebbe und Flut erleben. Damit wir bergwärts nicht gegen die abfliessenden Fluten ankämpfen müssen, war es sehr empfehlenswert, mit steigendem Wasser zu fahren. Dabei hat Peter Morgenthaler den Abfahrtszeitpunkt noch mit der Hafenmeisterin verifiziert. Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Seeschleuse in Leer dreimal täglich schleust. Mit der steigenden Flut und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 16 km / h sollten wir rechtzeitig zur Schleusung um 14:00 Uhr bei der Seeschleuse in Leer eintreffen.

Delfzijl - LeerWir legten um 10:57 Uhr ab – das Bugstrahlruder funktionierte wieder, das Reinigen der Kontakte hatte genützt – und fuhren zuerst aus dem Hafen und dem geschützten Zeehavenkanaal entlang, bevor wir in den Dollard (deutsch = Dollart) einmündeten und bei einströmendem Wasser zuerst die Bucht zur Fahrrinne queren mussten.

Delfzijl - LeerWir fuhren dort mit ca. 15 km / h und einer durch die Strömung und dem Wind starken Abdrift, die wir beim Eindrehen in die Fahrrinne berücksichtigen mussten. Erstaunlich, wie schnell die grün-rot-grüne Tonne uns entgegenkam, obschon wir wegen der Abdrift beim Navigieren eine Reserve einplanten.

Delfzijl - LeerWie stark die Strömung bergwärts stösst, lässt sich an der grünen Tonne ablesen, die die Fahrrinne bergwärts auf Steuerbord begrenzt.

Delfzijl - Leer

Unterwegs kam uns nur ein einziges Hochseeschiff in Fahrt entgegen. Ich vermute, dass es sich um ein Schiff handelt, das den Grund absaugt, um die Fahrrinne zu vertiefen.

Delfzijl - LeerNach dem Abbiegen mit allgemeiner Richtung Süden beobachteten wir ein Hybrid-Schiff, das auf Autotransporte spezialisiert ist. Das Schiff ist zur Zeit immer noch in Emden vertäut. Es wurde 2023 gebaut, ist 199 m lang und 39 m breit.

Delfzijl - LeerBald erreichten wir das bekannte Emser Sperrwerk, das das nachgelagerte Land vor Springfluten schützen soll. In Delfzijl hatten wir zwei Markierungen von Hochwassern gesehen (1962 und 2022), die mit Sicherheit grosse Schäden verursachten. Gegen solche Ereignisse schützen Sperrwerke.

Mit rund 16 km / h fuhren bergwärts.

Delfzijl - Leer

Delfzijl - LeerWir erreichen nach ungefährt 2 3/4 Stunden die Einmündung zur Leda, die uns an die Seeschleuse von Leer brachte. Ich konnte es kaum glauben, wir erreichten die Schleuse um ca. 13:58 Uhr, zwei Minuten vor der geplanten Schleusung. Das Schleusentor wurde weggezogen und wir konnten einfahren.

Delfzijl - LeerIn Leer gibt es einen Museumshafen mit teilweise ganz tollen Exemplaren.

Delfzijl - LeerEin ganz besonderes Schiff ist der Schlepper „Keerlke“. Die Schlepper wurden vornehmlich in den Niederlanden gebaut und erlaubten den Besitzern nicht motorsierbarer Flachbodenboote, mit der motorisierbaren Konkurrenz gleichzuziehen. Diese hatte nämlich den Vorteil, auch bei Flaute fahren zu können.

Nach der Schleuse fuhren wir zum Liegeplatz. Der vom Hafenmeister zuerst angebotene war ungeeignet und beim zweiten unmittelbar nach der Nessebrücke wollten wir zuerst die Zattera anlegen lassen, die Linna im „Päckli“ an die Zattera festmachen und wir hinter der Zattera eindampfen. Es wäre sehr knapp geworden, aber vielleicht machbar gewesen.

Delfzijl - LeerSo machten wir sicherheitshalberein Dreier-Päckli.

Wir entschlossen uns nach einem ersten Bummel durch das Städtchen im Pier 23 essen zu gehen. Sehr empfehlenswert, einerseits, was die Bedienung anbelangt, aber insbesondere auch das Essen.

Delfzijl - LeerDer Fisch auf dem Teller heisst „Knurrhahn“ und ist eine wahre Delikatesse. Kann ich nur empfehlen.

Groningen – Delfzijl

Groningen - Delfzijl

Groningen - DelfzijlWir hatten zwei Tage in Groningen resp. im Jachthaven Reitdiephaven Groningen gelegen, wo wir uns sehr wohl fühlten. Wir benutzten wieder mal unsere Fahrräder und fuhren mit André und Brigitta in die Stadt, um einen alternativen Kulturrundgang zu absolvieren.

Groningen - DelfzijlDer Norderhaven ist besonders eindrücklich. Dort gibt es gut erhaltene und andere Schiffe. Jedes friedlich neben dem nächsten. Die Menschen sollten sich mal an diesen Schiffen ein Beispiel nehmen.

Der Rundgang führte uns auch an dem einen oder anderen Restaurant oder Café vorbei, so dass wir den Bummel etwas abkürzen mussten.

Heute fuhren wir um 9:47 Uhr los. Da die Taranaki mit der Zattera die Box sehr gut ausfüllte, war es vorteilhaft, wenn wir mit zuerst ablegten. Unsere Freunde halfen uns, problemlos aus der Box zu gelangen. Dabei merkte ich, dass das Bugstrahlruder eher schlapp reagierte, was ich auf eine durchgebrannte Sicherung zurückführte.

Groningen - DelfzijlDas war zuerst nicht so ein Problem und wir fuhren der Stadt Groningen entgegen. Die Brücken dort müssen alle angehoben, weggedreht oder weggezogen werden. Schon am Vortag hatten wir bemerkt, dass der Wind in den Strassenzügen, je nach geografischer Ausrichtung, stark blasen konnte. Der Wind wurde durch die Häuserschluchten wie kanalisiert.

 Groningen - DelfzijlDas war auch heute der Fall und ohne funktionierendes Bugstrahlruder war es dann schon eine Herausforderung, durch die Kanäle zu fahren. Vor den Brücken mussten wir manchmal länger warten. Es erforderte insbesondere von Brigitte starke Nerven, uns schadlos von Hindernissen fern zu halten, wenn ich mit Steuern dem Wind nicht mehr gut entgegenhalten konnte.

Groningen - DelfzijlEs war insgesamt eine interessante Fahrt durch die Stadt, vorbei an Hausbooten, in den Leute das ganze Jahr wohnen, an traditionellen Häusern und modernen Bauten.

  Groningen - Delfzijl  Groningen - Delfzijl

Schliesslich verliessen wir die Stadt und konnten in der Folge zügig vorwärts fahren. Immer, wenn wir noch an eine Zugbrücke gelangten, zeigten die Leuchtsignale rot – grün.

 Groningen - DelfzijlBald einmal erreichten wir Delfzijl und mussten noch die Seeschleuse Delfzijl passieren. Auch das ging hurtig und reibungslos, so dass wir bald darauf in der Marina Neptunus aus Anlegeplatz 14 um 14:41 festmachen konnten.

Nach dem Ankertrunk auf der Zattera rief ich Rick Graus an und fragte ihn, wo ich die Sicherung zum Bugstrahlruder finde. Er sagte mir, dass ich durch die Bank zur Box mit der Sicherung gelangen kann. Ich zwängte mich durch die beiden engen Deckel und fand schliesslich die Box. Ich schraubte sie weg und konnte feststellen, dass beide Sicherungen noch intakt sind. Rick hatte dort noch eine hinterlegt, die ich mit meiner andern oben aufbewahrte. Ich säuberte  die Kontakte etwas und gut möglich, dass ich damit das Problem wieder los bin. Wir werden es spätestens morgen sehen.

Die Hafenmeisterin war sehr freundlich und auch im Vereinslokal, das um 20:00 Uhr öffnete, lernten wir auf Anhieb sehr nette Skipper kennen. Es gab viel zu erzählen und zu lachen.

Eastermar – Groningen

Eastermar - Groningen

So planen wir unsere Touren mit der App Waterkaart (hier die Version für MS Windows). Wir setzen den Startpunkt (aktueller GPS-Standort) und gehen zum Zielort, wo uns die Häfen angezeigt werden. Wir wählen den gewünschten Hafen und schon ist Waterkaart in der Lage, die Tour zu planen. Dabei wird die Durchfahrtshöhe (Höhe des Schiffes mit [5.90 m] und ohne Mast [3.40 m]) sowie der Tiefgang von 1.10 m berücksichtigt. Die Route berücksichtigt zudem die kürzest mögliche Distanz. Wenn wir mal einen zusätzlichen Umweg fahren wollen, z.B. durch einen schönen Ort, dann setzen wir einen entsprechenden Zwischenstopp.

Beim Starten der Tour fährt die App das Schiff auf der Karte mit. Wir sehen immer, wo wir uns befinden und haben zudem alle Hinweise zu anstehenden Objekten griffbereit (z.B. Schleuse mit Funk-Kanal, Breite und Tiefe der Schleuse). Wenn es Arbeiten im Wasser gibt oder sonstige Gefahren zu berücksichtigen sind, auch die sehen wir tagesaktuell.

Heute fuhren wir um 9:47 Uhr in Eastermar los. Das Wetter war leicht bewölkt, der Wind war etwas weniger stark als gestern. Die Temperaturen waren angenehm, aber das kann sich ja schnell ändern.

Eastermar - GroningenWir durchquerten das Burgumer Mar und schwenkten in den Prinses Margrietkanaal.

Eastermar - GroningenDer wird auch von Frachtschiffen befahren und verfügt deshalb über eine angenehme Breite und Tiefe.

Eastermar - GroningenUnterwegs wurden wir wieder einmal von den Niederländischen Streitkräften eskortiert.

Eastermar - GroningenAber dass sie gleich in Kompaniestärke anrücken, das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen.

Bei der Gaarkeukensluis hatten wir Glück: Wir konnten gleichzeitig mit zwei Frachtern und einem Bunkerboot (Schiff, von dem in Fahrt Diesel bezogen werden kann) schleusen.

Vor der Schleuse wurde es sehr windig und ziemlich kalt. Ich zog meine warme Windstopper-Jacke an, sonst hätten meine Zähne in einem Stakkato geklappert.

Eastermar - Groningen Eastermar - Groningen Eastermar - Groningen

Nach der Schleuse schien wieder die Sonne, der Wind liess etwas nach und es wurde wieder wärmer.

Schliesslich näherten wir uns der Dorkwerdersluis, über die wir Steuerbord den Kanal verliessen. Die Schleuse forderte uns, weil wir bergwärts schleusten und unsere Taue, die rund um den Schiffsrumpf angebracht sind,  nicht an den Algen verdrecken wollten. Es hatte in gewissen Abständen Holzbalken mit Gummipuffern. Zwischen diesen Balken gab es Hohlräume bis zur Ziegelsteinmauer und wir versuchten, die Fender so zu positionieren, dass sie auf die Höhe der Balken kamen und damit die Taue entlang unseres Schiffes geschützt sind. War gar nicht so einfach, weil das einfliessende Wasser unsere Taranaki doch ziemlich hin und her tanzen liess.

 Eastermar - GroningenAuf dem kurzen Kanal zum Jachthaven Reitdiep in Groningen passierten wir vorsichtig ein Arbeitsschiff, das den Kanal ausbaggerte. Auf dem Kanal waren auch Ruderboote (4-er) unterwegs, wovon einer freundlicherweise wartete, so dass wir passieren konnten.

Eastermar - GroningenDann ging es nochmals scharf ums Eck, bevor wir durch einigermassen enge Kanäle in den Hafen einfuhren.

Eastermar - GroningenDort herrschte ziemlich starker Wind, aber mit Hilfe von Peter Morgenthaler konnten wir unsere Taranaki auch ohne Heckstrahlruder um 14:29 Uhr sicher anlegen. Viel Platz gibt es nicht, zwischen der Zattera und der Taranaki. Aber dank der Fender ging alles glatt.

Vor dem Hafenbüro trafen wir noch ein paar Jungs, die mit ihrer Vespa ein Wheely darboten. Ich wollte das fotografieren und sein Kollege hupte ihn zurück. Die Fotos könnt ihr hier sehen und ich versprach, sie ihnen noch zukommen zu lassen.

Eastermar - GroningenEastermar - Groningen

Eastermar - GroningenSchliesslich trafen wir das inzwischen verkaufte Schiff RIA von Urs und Dominique Saurenmann im Hafen am Steg.

Um sechs Uhr trafen wir uns, um im Hafen chinesisch essen zu gehen. Es war gut und es gab für alle etwas. Sehr zu empfehlen sind die Gerichte, die auf dem Wok bereitet werden.

Tsjukepolle – Eastermar

Tsjukepolle - Eastermar

Gestern Abend genossen wir die Insel mit einem Brätelabend. André Keller packte seinen Grill aus und so konnten die Crews ihrem Fleisch die richtige Glut zukommen lassen. Dazu gab es verschiedene Salate, Hörnli, Rosé und ein feines Dessert mit Äpfeln, Birnen und Erdbeeren. Zum Abschluss liessen wir einen Rum und Whisky testen.

Tsjukepolle - EastermarEs war einfach ein wunderbarer Abend, der schliesslich noch einen schönen Sonnenuntergang bescherte.

Am nächsten Morgen versuchte ich mit Drohnenflügen unsere Schiffe aus der Vogelsicht einzufangen. Leider wurde ich etwas übermütig und crashte die Drohne an der Antenne der Linna. Den Absturz überlebte sie nicht unbeschadet, aber reparierbar.

Tsjukepolle - EastermarUm Punkt 10:00 Uhr legten wir ab. Wir fuhren durchs Tjeukemeer über die Scharsterrijn zur Autobahn. Diese Brücke dort wird zweimal pro Stunde angehoben, einmal um 20 Minuten vor und einmal 10 Minuten nach jeder Stunde.

Tsjukepolle - EastermarAls wir uns der Brücke näherten, wurde der Verkehr auf der Autobahn bereits gestoppt und die Brücke ging unmittelbar danach hoch. Es kam uns noch ein Sportboot entgegen, dann konnten wir mit unseren drei Schiffen die Brücke passieren.

Tsjukepolle - EastermarErstaunlich: Immer wenn wir uns Brücken näherten, schalteten die Brückenwärter auf rot – grün, was bedeutet, dass die Brückenöffnung vorbereitet wird. Es wurde uns langsam unheimlich. Peter Morgenthaler fuhr mit der Zattera voraus und er behauptete, das Schiff und er seien eben im Friesland weitherum bekannt und deshalb gingen die Brücken automatisch auf.

In der Langwarder Wielen bogen wir Backbord ab und fuhren über die Noarder Alde Wei zum Goaiingarypster Puollen. Über den Burstumerrak fuhren wir weiter … bis ins Burgumer Mar. Es gab so viele Verzweigungen, Seen und Richtungsänderungen, dass ich ehrlich gesagt etwas die Orientierung verlor. Dank unseren Navigationssystemen fuhren wir stetig dem Ziel entgegen.

Tsjukepolle - EastermarEinmal querten wir eine enge Eisenbahndrehbrücke, die wieder wie von Geisterhand geöffnet zur Durchfahrt bereit stand.

Tsjukepolle - Eastermar

Tsjukepolle - EastermarEin anderes Mal fuhren wir über ein Aquadukt, das über eine Autobahn und eine Landstrasse führte. Eigenartiges Gefühl, wenn man mit einem Schiff über die Autobahn fährt.

Tsjukepolle - Eastermar

Unterwegs tankten wir alle drei noch Diesel zu € 1.60 je Liter. Ich konnte die Tanks mit 166,125 Liter füllen. Damit sind wir nun 45.35 Motorstunden gereist und haben pro Std. 3,66 Liter verbraucht. Das ist ein sehr guter Wert für unseren 6 Zylinder Volvo Penta resp. unser Schiff.

Peter Morgenthaler hat uns heute gezeigt, was es heisst, das Friesland wie seine Westentasche zu kennen. Bei einem gemütlichen Ankerbier liessen wir die tolle Reise nochmals Revue passieren.

Hier noch ein paar Impressionen zum heutigen Tag:

Tsjukepolle - Eastermar Tsjukepolle - Eastermar Tsjukepolle - Eastermar Tsjukepolle - Eastermar Tsjukepolle - Eastermar Tsjukepolle - Eastermar

 

Blokzijl – Tsjukepolle

Blokzijl - Tsjukepolle

Wir haben ein paar schöne Tage mit Fahrrad-Ausflügen in der Umgebung, dem Treffen der Hollandfahrer 2025 mit anschliessendem Nachtessen und einer empfehlenswerten Stadtführung mit Museumsbesuch erlebt. Es hat uns wirklich sehr gut gefallen. Am Abend gab es dann noch eine besondere Überraschung, die wir im Video festhalten mussten.

Nach und nach verabschiedeten sich  Schleusenvereinskolleginnen und -kollegen, so das noch André und Susanne Chenaux, Brigitta Gwerder, André Keller, Elisabeth und Peter Morgenthaler und wir übrig blieben. Erstere steuerten eine anderes Tagesziel an.

Wir starteten um 09:22 Uhr im Hafen von Blokzijkl und konnten alle drei Schiffe gleichzeitig schleusen. Das sind Peter und Elisabeth Morgenthaler auf der Zattera, Brigitta Gwerder und André Keller auf der Linna sowie Brigitte und ich auf der Taranaki. Vor uns lag ebenfalls noch ein kleines Boot.

Blokzijl - TsjukepolleWir fuhren bei Muggenbeet (auf deutsch Mückenstich) vorbei, wo wir gestern in einem Restaurant vorbeifahrende Schiffe bewerteten. Manchmal war nicht so ganz klar, ob die Bewertung sich auf die Passagiere oder das Schiff bezogen. Dann folgte die Kallenberger-Gracht, die jedes Mal ein besonderes Erlebnis darstellt. Brigitta hat bei Fotos eine guten Riecher und entsprechend Geduld, tolle Bilder zu machen.

Blokzijl - TsjukepolleNach Muggenbeet konnten wir den Masten wieder aufrichten, denn Wimpel müssen im Winde flattern. So kamen wir trotz reduzierter Geschwindigkeit – in der Gracht sind maximal  6 km / h erlaubt – gut voran.

Blokzijl - TsjukepolleUnterwegs gibt es immer wieder wahre Prachtsstücke von Schiffen zu bestaunen. Damit die so aussehen, müssen sie auch entsprechend gepflegt werden, was hier gerade geschieht.

Vor der nächsten Schleuse konnten wir noch einen rücksichtslosen Draufgänger beobachten. Als der Bootsführer die Schleuse entdeckte und nachdem er eher im Schneckentempo fuhr, passierte er noch schnell einen zum Freizeitschiff umgebauten Frachter und zwängte sich so vor ihm in die Schleuse. Das obschon ihm aus der Gegenrichtung ein Sportboot entgegen kam und der bestimmt abbremsen musste, um eine Kollision zu vermeiden.

Blokzijl - TsjukepolleBald nach der Dreiwegschleuse (eigentlich heisst sie Mr H.P. Linthorst Homansluis) machten wir einen Rast, um ein bisschen zu palavern. Da der Platz für unsere drei Schiffe etwas knapp war, kam die Lina huckepack zu uns.

Blokzijl - TsjukepolleNach der Rast fuhren wir weiter, querten einige Brücken, die anstandslos und bald geöffnet wurden. Im Tsiûkenmer (oder Tjeukemeer, wie es auch genannt wird) blies ein ordentlicher Wind, den mehrere Surfer nutzten. Unsere Taranaki pflügte sich ordentlich durch die aus Ost aufgeschaukelten Wellen. So erreichten wir schliesslich die Marrekrit-Anlegestelle auf der Insel Tsjûkepôle. Wir legten um 15:08 Uhr am Steg an, nach 29 km Fahrt durch wunderschöne Landschaften.

 

Giethoorn – Blokzijl

Heute stand nur eine kurze Etappe auf dem Programm. Wir dislozierten von Giethoorn nach Blokzijl. Unseren digitalen Hilfsmitteln war zu entnehmen, dass bereits einige Schleusenvereinsschiffer im Hafen angelegt hatten. Deshalb entschieden wir uns wie geplant am Donnerstag den Hafen anzusteuern, obschon das Treffen erst am Freitag starten wird.

Giethoorn - BlokzijlWir legten um 9:30 Uhr ab und fuhren zuerst den gleichen Weg zurück, den wir gestern genommen hatten. Die Sonne schien und es gab überhaupt keinen Wind. Vor der Brug Blauwehand bogen wir Steuerbord ab und fuhren an einer Freiheitsstatue vorbei, die eine Kopie derjenigen in New York darstellt. Im Gegensatz zu derjenigen in New York erfreut sie sich hier echter Freiheit. Sie kann sagen, was sie will, schreiben was sie will und kritisieren, wen sie will. Trotzdem verunglimpft sie niemanden und bleibt stets bei der Wahrheit.

Wir fuhren gemächlich über die Beulakerwijde Richtung Giethoornsche Meer. Der Abschnitt ist sehr idyllisch und wird mit maximal 6 km / h befahren.

Als wir etwa die Hälfte des Meeres zurückgelegt hatten, erschien die Zonnenstraal, die ebenfalls einem Schleusenvereinsmitglied gehört. In etwa 800 m Abstand näherten wir uns Blokzijl.

Giethoorn - BlokzijlAus der Schleuse fuhr noch ein Sportboot. Anschliessend konnten wir mit zwei anderen Schiffen bergwärts schleusen. Dabei entdeckten wir Helen und Peter Suter, ebenfalls Mitglieder des Schleusenvereins. Als wir die Schleuse verliessen wimmelte es im Hafen vor lauter Schweizer Fahnen. Insgesamt elf Schiffe werden am Hollandfahrertreffen teilnehmen. Das wird wieder eine Gelegenheit, um zu klönschnacken.

Wir konnten mit unserer Taranaki zwischen den beiden Vorbildern Zattera von Peter und Elsbeth Morgenthaler und der Rina Blue von Peter und Helen Suter anlegen. Bald versammelten sich auf dem Steg die Besitzer der beiden Nachbarschiffe, Brigitta Gwerder, André Keller von der Linna und Susanne Chenaux von der Denia.

Anschliessend machten wir einen Veloausflug in der Gegend. André führte uns sicher durch schöne Landschaften und wieder zurück an unseren Startort.

Kampen – Giethoorn

Kampen - Giethoorn

Heute Morgen präsentierte der Himmel klares, sonniges Wetter bei relativ tiefen Temperaturen. Der Wind hatte gegenüber gestern deutlich nachgelassen, so dass wir unsere Reise nach Giethoorn fortsetzen konnten.

Ich hatte zudem herausgefunden, wie ich die Tourenplanung der Gewässerkarte auf den Kartenplotter von Raymarine übertragen kann. Eigentlich keine grosse Schwierigkeit, wenn man weiss, wie’s geht. Die Anleitungen, die ich im Internet gefunden hatte, waren weitaus komplizierter und untauglich.

Wir legten um 8:46 Uhr in Kampen ab und fuhren die Ijssel hinunter bis ins Ketelmeer. Dort wendeten wir gegen Westen und fuhren bis zum Kanaal, der für die Frachtschiffe reserviert ist. Von Backbord näherte sich ein kleines Sportboot, mit dem wir dann bis Zwartsluis im Konvoi zusammen fuhren. In der Zwischenzeit waren viele Sportboote unterwegs, weil die Strecke über Zwolle wegen Reparaturarbeiten an der Schleuse zurzeit geschlossen ist.

Kampen - GiethoornWir fuhren am beeindruckenden Sperrwerk von Ramspol vorbei. Das habe ich bereits früher beschrieben. Mit folgendem Link könnt ihr den Beitrag von damals lesen.

Blokzijl – Ketelhaven

In Zwartsluis legten wir den Masten ab, damit wir unter der Brücke durchkamen.

Die Brücken und Schleusen werden vom 1. April bis 30. September jeweils lokal bedient. Trotzdem gibt es Betriebszeiten zu beachten. Um 12:30 – 13:00 Uhr ist jeweils Mittagspause. Wir erreichten die Beukerssluis um fünf vor halb eins. Ein Schiff kam aus der Schleuse und die Schleusenwärterin signalisierte uns mit Rot – Grün, dass sie uns noch schleusen wird. Wir konnten einfahren und wurden als letztes Schiff vor der Mittagspause noch talwärts geschleust.

Nachher fuhren wir im Klick, da die nächste Brücke nicht sehr weit entfernt liegt und sie auch für uns geöffnet werden muss. Der Brückenwärter dort verdient seine Mittagspause ebenfalls. Kurz nach ein Uhr trafen wir an der Brücke ein. Sie wurde für uns hochgezogen, ohne dass wir uns besonders darum kümmern mussten.

Schliesslich legten wir im Pasantenhaven Stichting Waterrecreatie Steenwijkerland um 13:32 Uhr nach 4 Std. und 36 Minuten und 43.2 km an. Der Hafen ist sehr gepflegt und die sanitarischen Anlagen sind erste Klasse. Die Hafengebühren können an einem Automaten bezahlt werden und für Strom und Zugang zu Duschen und Toiletten gibt es eine Karte, auf die entsprechende Beträge aufgeladen werden können.

Kampen - GiethoornNach einem kleinen Mittagessen besuchten wir Giethoorn, das auch Klein-Venedig genannt wird. Es hat sehr viele Kanäle und Brücken und sehr schöne Häuser.

Kampen - GiethoornDie Häuser sind oft mit Schilfdächern versehen. Sie müssen von Zeit zu Zeit ersetzt werden und wir haben einen entsprechenden Fachmann bei der Arbeit angetroffen.

Heute war auf den Kanälen nicht sehr viel los. Ausser einigen Indern und einer Schar Asiaten benutzen die Mietschiffe kaum jemand.

Manchmal sieht das anders aus. Der folgende Link dient der Erheiterung.

 

 

Deventer – Kampen

Gestern haben wir im Restaurant des Jachthaven Deventer reserviert. Eigentlich hatte es nur noch Platz draussen, aber am Abend war es dann so garstig, dass wir schon absagen wollten. Die Bedienung hat uns dann aber einen Platz drinnen reserviert und so genossen wir ein vorzügliches Nachtessen zu äusserst günstigen Preisen. Der Hafen und das Restaurant können wir wärmstens empfehlen.

Deventer - Kampen

Die Tour heute versprach viel Wind von 21 km / h und in den Böen bis 45 km / h. Wir starteten in Deventer um 10:20 Uhr. Der Wind peitschte teilweise beachtliche Wellen uns entgegen. Die Ijssel ist ab Deventer schon ziemlich breit und von einem tiefen Wasserstand war nichts mehr zu sehen. Der Wind blies aus nördlicher Richtung und immer wenn der Flussverlauf in diese Richtung zeigte, schaukelten sich die Wellen auf und prallten an unsere Schiffswand. Frachtschiffe sahen wir heute keines und nur wenige Sportboote.

Deventer - KampenEs war zudem ziemlich kalt. Die kurzen Hosen hatte ich schon am Morgen gegen lange Jeans eingetauscht. Ich musste dann allerdings während der Fahrt noch den Faserpelz-Pullover und sogar Handschuhe anziehen. Brigitte musste diesen seltenen Augenblick festhalten.

Unterwegs kam uns die Wasserschutzpolizei entgegen. Was ich noch nie erlebte: Sie hatten die blaue Tafel mit dem Blinklicht gesetzt. Sie zeigten damit, dass sie mit uns Steuerbord – Steuerbord kreuzen wollten. Ich vermute, dass sie unterwegs waren, um die Wassertiefen zu ermitteln, die für die Berufsschiffer sehr wichtig sind.

Deventer - KampenWir liessen Hattem links liegen und fuhren weiter Kampen entgegen. Vor der Stadtsbrug in Kampen, die nur 5.58 m hoch ist, musste ich noch den Masten ablegen (dieses Mal mit ausgezogenem Stecker). Zusätzlich sicherte ich den Masten mit einem Strick mit einem Mastwurf an der Reling, so dass er wegen der Wellen gut fixiert war.

So erreichten wir nach 48 km und 4 Std. und 12 Minuten das Ziel des WSV De Buitenhaven. Ich fuhr noch etwas die Ijssel hinunter, drehte nach einer Wellenphase rasch ein und fuhr in den Hafen, wo uns Brigitte beim freundlichen Hafenmeister bereits angemeldet hatte. Er dirigierte uns an den Steg und forderte uns auf, das Schiff zu drehen. Wer den Hafen kennt, weiss, dass das eng wird, zumal dort, wo ich drehen musste, noch der Bugspriet eines Segelbootes das Manöver zur Herausforderung machte.

Deventer - KampenEs klappte bestens und wir legten an. Anschliessend hielt ich ein paar Impressionen des Hafens fest.

Deventer - Kampen Deventer - Kampen

Nach dem Bezahlen der Hafengebühren erfrischten wir uns auf dem Schiff und bummelten anschliessend durch das Städchen.

Deventer - KampenAn der Kade zur Ijssel gab es wieder ganz tolle Dreimaster, aber auch Ausflugsschiffe zu sehen.

Deventer - Kampen

Wir entdeckten im Städchen noch Gassen, deren angrenzende Häusermauern immer schieffer dastehen. Damit diese nicht auf einmal einstürzen, gibt es verschiedene Abstützmethoden, wie zum Beispiel:

Deventer - Kampen

Deventer - KampenSchliesslich gingen wir noch etwas einkaufen. Auf dem Weg zum Winkel (so heissen Einkaufsläden in den Niederlanden) entdeckten wir viele elegant gekleidete Menschen und alle Fahnen der Niederlande auf Halbmast.

Das Nationale Dodenherdenking (deutsch „Nationales Totengedenken“) ist ein Gedenktag in den Niederlanden, der jährlich am 4. Mai begangen wird und unter anderem zwei Schweigeminuten um 20 Uhr beinhaltet. Neben der nationalen Gedenkfeier beim Nationalmonument auf dem Dam in Amsterdam werden auch von lokalen Komitees Gedenkfeiern organisiert. Heute wird damit aller Kriegsopfer des Zweiten Weltkriegs aus dem damaligen Königreich der Niederlande, aller Opfer des Kolonialkriegs in Indonesien sowie aller Opfer, die seit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges bei Kriegs- und Friedensoperationen, an denen die Niederlande beteiligt waren, ums Leben gekommen sind, gedacht.

Wir wünschten uns, dass die Menschen keine solchen Gedenktage einrichten müssen. Die aktuelle Situation in der Welt spricht leider dagegen.

Morgen bleiben wir einen weiteren Tag in Kampen. Es soll morgen wieder starken Wind mit kräftigen Böen geben. Vor allem im Ketelmeer könnten die Scherwinde unangenehm werden.

Rheden – Deventer

Rheden - Deventer

Heute haben wir um 9:23 Uhr im WSV Angel abgelegt. Es herrschte stark böiger Seitenwind und die Box war ziemlich eng. Damit wir am Nachbarboot keinen Schaden anrichteten, gehörte eine gute Vorbereitung und dezidiertes Manöverieren dazu. Zuerst dampfte ich ein, so dass wir alle Leinen bis auf die Vorspring lösen konnten. Das Ruder war schon zum steuerbord liegenden Steg eingestellt (der Wind blies aus der gleichen Richtung), so dass Brigitte mit sorgfältigem Fieren die Rückwärtsfahrt unterstützte. Es klappte einwandfrei und wie im Lehrbuch dargestellt.

Rheden - DeventerDie Fahrt war unspektakulär, aber einfach schön. Die Temperaturen waren deutlich niedriger, als in den letzten Tagen.

Rheden - DeventerDoesburg liessen wir rechts liegen. Die Stadt ist bekannt für den Senf, der dort produziert wird. 

Rheden - DeventerDie Störche sind aus Afrika zurück. Wir sahen mehrere Exemplare auf Horsten oder bei der Futtersuche.

Rheden - DeventerAls einen der ersten grösseren Orte fuhren wir an Zutphen vorbei. Den Ort hatten wir schon mehrmals besucht, einmal auch mit Kilian. Wir legten damals im Nordhaven an und nicht im Stadthaven. Gerade auf der Nordseite beim Hafen sind jede Menge grosser Blockwohnungen entstanden.

Rheden - DeventerSchliesslich erreichten wir die Stadt Deventer. Der Zielhaven liegt nur wenige Kilometer ausserhalb der Stadt, die gut zu Fuss oder mit dem Fahrrad erreicht werden kann. Der Hafen bietet sogar Gratis-Fahrräder an, und das in sehr gutem Zustand.

Die Hafenmeisterin wies uns den Platz B-13 zu, wo wir um 13:09 Uhr anlegten. Nach einer kleinen Erfrischung machten wir uns auf zu einem kleinen Stadtbummel.

Hier noch ein Auszug aus unserem Logbuch, das ich führe (was eigentlich Pflicht wäre). Ein Klick auf das Dokument vergrössert es.Rheden - Deventer

 

Plasmolen - Rheden

Plasmolen – Rheden

Bei der Einfahrt zum Hafen gibt es eine Brücke, die etwa 5.30 m hoch ist. Auf der Gewässerkarte ist sie mit 6 m angegeben, was eigentlich ausreichen sollte. Unser Schiff mit aufgerichtetem Masten ist etwa 5.90 m hoch. Bevor ich den Masten ablegte, um ihn bei der Durchfahrt nicht zu beschädigen, habe ich den Stecker zum Ankerlicht herausgezogen. So weit so gut. Im Hafen hatte ich den Masten wieder aufgerichtet, schliesslich müssen die Wimpel im Wind frei flattern können.

Heute Morgen habe ich als Vorbereitung für die Ausfahrt den Masten wieder abgelegt, dabei aber prompt vergessen, dass das Kabel zum Ankerlicht zu kurz ist. Schon habe ich es wieder herausgerissen. Ich dachte, mit dem neuen Stecker sollte es ein leichtes sein, die Drähte neu zu montieren. Weit gefehlt. Ich gab’s auf und so starteten wir mit Verspätung zur ursprünglich geplanten Abfahrtszeit effektiv um 08:58 Uhr. Gemächlich ging es die beiden Seen und den Kanal wieder hinaus in die Maas, wo bald die Verzweigung nach Nijmegen auftauchte. Es gab einige Cargo-Schiff, die uns entgegenfuhren oder uns überholten. Das letzte kurz vor der Schleuse Weurt hiess Lilly mit Heimathafen Bremen. Der Kapitän musste warten und so konnten wir ihn aufholen und mit ihm talwärts schleusen.

Nach der Schleuse sahen wir sofort, dass wir mit weniger Wasser rechnen mussten. Die Revierzentrale funkte und wies uns an, immer auf der Steuerbordseite zu bleiben. Die Sportbootstrecken, die bei normalen Verhältnissen den Berufsverkehr von den Sportbootsverkehr entflechtet, waren allesamt aufgehoben. Der Zupf in Nijmegen war gross. Wir erreichten in den den Aussenseiten der Flusskurven gerade 5 bis 6 km / h, in den Innenseiten gab es 2 km / h mehr.

An der Quaimauer in Njimegen hatten 8 Flusskreuzfahrtschiffe im Doppelpack festgemacht.

Plasmolen - RhedenDie Frachtschiffe auf der Waal hatten, je nach Bauweise und Art der transportierten Güter, weniger geladen, als normal. Das war den tiefen Wasserständen geschuldet. Die Fahrrinne wurden ebenfalls schmaler, was beim Navigieren die volle Konzentration erforderte. Die Bunen auf der Steuerbordseite waren eine zusätzliche Herausforderung, da sie starken Sog und Strömungen entwickeln.

Plasmolen - Rheden

Überholmanöver wie bei normalen Bedingungen konnten wir weniger beobachten. Der Grund liegt wohl auch in den schmäleren Fahrrinnen, die maximal drei Frachtschiffe gleichzeitig erlauben.

Plasmolen - Rheden

An den Ufern war das Wassermanko deutlich zu erkennen. Ich schätze, dass in Millingen der Wasserstand 1 m unter dem normalen liegt.

Plasmolen - RhedenDie Ufer säumten Sandstrände, man hätte meinen können, man cruise an Stränden des Mittelmeers entlang..

Plasmolen - Rheden

Das kann einen Seemann nicht erschüttern, keine Angst, keine Angst, Rosemarie„, das Lied kam mir in den Sinn, anbetracht der angetroffenen Verhältnisse.

Kohle wirdPlasmolen - Rheden auf dem Rhein noch oft transportiert. Mit zwei Leichtern konnte der Frachtführer sein Schiff doch noch anständig beladen.

Wir erreichten schliesslich Millingen aan de Rhijn, wo der Pannerdensch Kanaal abzweigt. 

Links sehen wir Plasmolen - Rhedenden Rhein, der in die Waal übergeht und rechts den vorerwähnten Kanaal.

Plasmolen - RhedenAuch der Kanaal verfügt über ähnlich wenig Wasser. Da er wesentlich schmaler ist, als der Rhein, hat man die Markierungen der Fahrrinnen entfernt und auf die Gefahr von Steinen an den Uferböschungen aufmerksam gemacht. Der Frachter vorne rechts im Bild liess ich überholen. Er fuhr mit stark vermindertet Geschwindigkeit. Ich dachte, wo der durchkommt, schaffen wir das auch. So fuhren wir ihm bis zum Abzweiger in den Zielhafen von Rheden in sicherem Abstand hinterher. Es gab zudem diverse Engstellen, wo kreuzen verboten ist. Dort konnten wir im „Schlepptau“ quasi mitreiten.

Wir erreichten unser Ziel um ca. 16:15 Uhr. Wir fuhren mit den Fahrrädern ins Städtchen und kauften noch einige Lebensmittel ein. Zurück auf dem Schiff reparierte ich das defekte Stromkabel zum Ankerlicht. Es funktioniert wieder.