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Reisen mit der TARANAKI

Haarlem – Leiden

 

Wir weilten gleich mehrere Tage in Haarlem, weil die Stadt uns sehr gefiel und wir noch einen Ausflug an den Badestrand unternahmen. Bevor es aber soweit war, überraschte uns der Niederländische Van Craft Verein mit einer morgendlichen Parade. Seht selbst:

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Haarlem - LeidenManchmal finden wir auf dem Wasser auch urkomisch geschmückte Schiffe, wie diese beiden. Das vorne ist mit Plüschtieren geschmückt, das hintere mit einem Blumenmeer. Eine Gemeinsamkeit haben beide: Beim Wegfahren setzten sie eine Seifenblasen-Kanone in Gang und verzauberten den Hafen in bunte Ballons.

Haarlem - LeidenAm Freitag machten Brigitte und ich eine Velotour durch den Nationalpark bei Zandvoort. In den Dünen gibt es malerische Seen, das sogenannte Vogelmeer, ein Geheimtipp für alle Vogelfreunde.

Haarlem - LeidenDie Dünen sind auch sonst ein wahres Naturparadies.

Etwas später fanden wir ein Strandrestaurant etwas abseits vom Rummel mit einem tollen Badestrand. Das besuchten wir am dritten Tag. Liliane und Esther badeten in den kühlen Fluten. Der Strand hat einen Strand mit schönem, feinem und goldenen Sand.

Haarlem - LeidenDann starteten wir unsere Tour nach Leiden. Es gab unterwegs viele Brücken und manchmal etwas Stau, weil wir auf die Brückenöffnungen warten mussten. Wir haben aber dafür volles Verständnis, schliesslich soll das gute Verhältnis zwischen Bootsführern, Fietsenfahrern (Fietsen sind Velos) und Autofahrern Bestand haben.

Haarlem - LeidenUnterwegs können wir immer wieder staunen, mit wieviel Liebe Niederländer ihre Schiffe pflegen, auch solche älteren Jahrgangs. Hier ein Beispiel eines Schleppers im Topzustand.

Wir haben wiederum schöne Seen befahren dürfen. Diese waren diesmal so tief, dass es keine Fahrwassertonnen brauchte.

Als wir uns Leiden näherten, fuhren wir in einen Pulk von Seglern, Motorbooten und auch zwei zu Freizeitschiffen umgebauten Cargos. Bei den Seglern war der Sichtkontakt zu den Seglern sehr wichtig, weil unsere Kurs sich kreuzten und wir nicht immer mit grossem Abstand ausweichen konnten.

Schliesslich erreichten wir Leiden. Der Hafenmeister ist Schweizer und Niederländer. Er stammt aus Zürich und übt seinen Job hier im Passantenhafen von Leiden schon viele Jahre aus. Der Hafen ist nicht sehr gross, aber gut ausgerüstet. Es können hier auch grössere Schiffe anlegen. Ein frühes Eintreffen ist aber von Vorteil.

Am Abend besuchten wir das Restaurant Scarlatti. Wir versuchten Fisch und einen Rosé basierend auf einem Pinot Grigio und waren ausnahmslos hell begeistert. Brigitte entschied sich für Tortilla de Patatas, was auch empfohlen werden kann.

Alkmaar – Haarlem

 

Heute war geplant, von Alkmaar nach Haarlem zu fahren. Gestern hatte ich eine Route mit gut 36 km geplant. Als ich sie am Abend dann noch eingehender studierte, musste ich feststellen, dass die Brücke in N203 Krommenie seit dem 25.10.2022 wegen Reparaturarbeiten ausser Betrieb genommen wurde. Mit einer Durchfahrtshöhe von 2.7o m war für unser Schiff ein Passieren unmöglich. Wir mussten deshalb umdisponieren und eine leicht längere Route planen, wie wir sie bereits zu einem grossen Teil auf dem Hinweg gefahren sind.

Alkmaar - HaarlemVor der Abfahrt meldete sich Brigitte bei der Hafenmeisterin, damit die Brücke zum Turfhaven geöffnet wurde. Sie fragte nach, ob es uns in Alkmaar gefallen habe. Es hatte uns sehr gefallen, das Städchen ist jederzeit eine Reise wert. Wir fanden es ausgesprochen nett, dass sie nachgefragt hatte.

Die Reise führte uns wieder über das Alkmaardermeer, heute allerdings bei wenig Wind. Alkmaar - HaarlemWir kamen gut voran und schon bald bogen wir in die Zuflüsse zum See ein. Was wohl Liliane und Esther am Ufer entdeckten?

Bei der Ouden Zaanbrug bei Wormer warteten wir zuerst mit drei Sportbooten auf die Öffnung der Klappbrücke. Wir sollten gemäss Brückenwart etwa 14 Minuten warten, als ich von hinten ein Cargo-Schiff bemerkte. Selbstverständlich heisst es in diesem Fall, Platz machen, damit der Berufsschiffer schnell und ungehindert passieren kann.

Alkmaar - HaarlemHinter dem Cargo formierte sich eine ganze Armada, ich setzte mich bei der Öffnung aber direkt hinter die zwei Berufsschiffe (hinter dem Cargo tauchte noch ein zweites Berufsschiff auf), weil ich auch zuerst an der Brücke war und die zuständige Brückencrew angefunkt hatte.

Nach der Brücke wartete ich noch auf die Highlander, die durch die vielen Schiffe beim Wegfahren behindert wurde. Er konnte trotzdem noch rechtzeitig passieren, bevor sich die Brücke wieder schloss.

Alkmaar - HaarlemWie so ein Konvoi aussieht, zeigte etwa das Bild links.

Unterwegs beeindrucken nicht nur Bilder, sondern auch Gerüche. Manchmal sind sie etwas unangenehm, manchmal erinnern sie an Musik. Ihr kennt sicher den Song

Mys Käthi schmöckt nach Schoggola, – äs schafft bim Tobler z’Bärn; – u mängisch byss i’s eifach aa, – so han is ds Käthi gärn. – S’isch my Toblerone, – und eis möcht i betone: – I liebe ds Käthi no vil meh, als tüüri Pralinee.

Alkmaar - HaarlemDie Fabriken riechen ein wenig nach dem Käthi beim Tobler z’Bärn. Es gibt entlang der Route eine Reihe von Schokoladefabriken, die mit Rohstoffen beliefert werden müssen. Einen solchen Transport hat Brigitte im Bild festgehalten.

Schliesslich bogen wir in den von Amsterdam an die Nordsee führenden Nordzeekanaal. Diesen befuhren wir bis zur Kilometertavel 10, um dort in den Zijkanaal C einzubiegen. Bei Spaarndam passierten wir eine Klappbrücke vor einer Schleuse, in der bereits einige Sportboote und eine schwimmende Arbeitsplatform wartete. Die Eigenheit dieser Schleuse besteht darin, dass die Brückenöffnung und das Schleusen je Schiff € 3.50 kostet. Zudem kann die Gebühr nur mit PIN bezahlt werden. Ein hilfsbereite Niederländerin bezahlte für unsere beiden Schiffe den Wegzoll, den wir ihr selbstverständlich zurück erstatteten. Hinten gingen die Schleusentore zu, vorne gingen sie auf, ich glaube nicht, dass wir nur einen Zentimeter Hub hinter uns gebracht haben. Dann näherten wir uns Haarlem. Dort besteht eine weitere Besonderheit darin, dass durchfahrende Schiffe eine Gebühr bezahlen müssen. Schiffe, die über Nacht in Haarlem anlegen und Liegegebühren bezahlen, müssen nichts entrichten.

Alkmaar - HaarlemAls wir die Schiffe schliesslich anlegten, die Plätze sind nicht im Überfluss vorhanden, präsentierte Kapitän Robert seine Crew.

Wir spazierten anschliessend noch durch die Stadt und genossen einen feinen Kaffee unter lauschigen Bäumen mit erfrischendem Wind. Gerade der letzte Routenabschnitt war sehr heiss gewesen.

Am Abend verwöhnten uns Liliane und Esther mit einem Original-Älplermagronen-Gericht, das uns sehr schmeckte. Dann gab’s auch noch ein Dessert mit frischen Früchten und einen wohltuenden „Gaffe“, wie wir das erfrischende Getränk im Berner Oberland zu nennen pflegen.

Morgen werden wir an einem Ruhetag Haarlem und / oder die Umgebung mit dem Fahrrad näher erkunden.

Den Helder – Alkmaar

 

Den Helder - AlkmaarVon Den Helder aus machten wir zwei Tagesausflüge auf die vorgelagerte Insel Texel. Wir bezahlten für die Retourfahrt mit der Fähre samt Fahrrad € 5.00 pro Person. Ohne Fahrrad haben Robert, Liliane und Esther gar je nur die Hälfte bezahlt.

Am ersten Tag ging’s für Brigitte und mich mit dem Fahrrad hinüber und am zweiten liessen wir uns den ganzen Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln chauffieren.

Die Fahrradtouren sind ebenfalls gut markiert und mit der App findet auch der Ungeschickteste sein Ziel. In De Koog fuhren wir mit den Rädern bis zum Strandrestaurant Bries20. Es war fantastisch, viel goldener Sand, blaues Meer und ein ganz tolles Restaurant mit Liefmans (Bier mit Kirschen), einer Spargelsuppe und einem Cäsar-Salat, der keine Wünsche offen liess.

Den Helder - AlkmaarUnterwegs haben wir viele Vögel gesehen, Säbelschnäbler, Austernfischer und andere mehr. Auch Lachmöwen gibt es auf Texel.

Am zweiten Tag besuchten wir zusätzlich zu Den Burg, De Koog das Stranddörfchen De Cocksdorp. Seither haben wir einen Gast auf dem Schiff, den wir früher nur vorbeifliegen sahen.

Den Helder - AlkmaarDarf ich vorstellen: Loulou (männlicher Eisvogel). Er wird uns auf unseren Reisen künftig begleiten und seinen Senf dazu geben, wenn uns nichts mehr einfällt. Muster gefällig?

„Der Pessimist klagt über den Wind, der Optimist hofft, daß er dreht, der Realist richtet das Segel aus.“
(Sir William Ward, 1837 – 1924)

Den Helder - AlkmaarNach einem schönen Abend im Hafen Albatros von Den Helder, schliefen wir den Schlaf der Gerechten. Am Morgen starteten wir um Viertel vor Neun und fuhren zur ersten Klappbrücke, die von Eisenbahnen benützt wird. Nach zwei Zügen konnten wir die Brücke passieren. Ich hatte heute die App Gewässerkarte dauernd eingeschaltet. Dort bemerkte ich eine Funktion, die ich testweise nutzen wollte. Bei Brücken mit zu geringer Durchfahrtshöhe meldet sich die App und bemerkt, dass wir uns der Brücke sowieso nähern und schlägt vor, eine automatische Öffnungsanfrage auszusenden, wenn ich den Vorschlag bestätige. Von da an gingen alle Brücken wie von Zauberhand rechtzeitig auf, ohne dass ich den Funk benutzen musste. Das klappte sogar bei der nächsten Eisenbahnbrücke kurz vor dem Stadthafen in Alkmaar.

Den Helder - AlkmaarRobert hatte auf seiner Highlander Liliane und Esther mit ersten Steuererlebnissen betraut. Sie haben sich sogar extra für diese Einsätze vorbereitet.

Den Helder - AlkmaarZum Abschluss des heissen, aber wunderschönen Tages, genossen wir ein feines Nachtessen im Restaurant Turfmarkt (auf dem Bild eine Goldbrasse oder auch Dorade genannt). Es war ausgesprochen gut und die Bedienung sehr aufmerksam und freundlich. Das Lokal können wir nur empfehlen.

Zufrieden und müde gehen wir nun zu Bett.

Alkmaar – Den Helder

 

Gestern schalteten wir einen Ruhetag ein (für die einen), einen Tag zum Lädele (für andere) und einen Tag zum Velofahren (für die Übrigbleibenden). Damit kamen alle auf ihre Rechnung.

Am Abend entschieden wir spontan essen zu gehen. Das ganze Städtchen war auf den Beinen und einen Tisch im Freien zu reservieren ein Ding der Unmöglichkeit. So spazierten wir durch die Gassen und landeten schliesslich bei De Fransman, De Fonduespecialist in Alkmaar. Warum nicht, so dachten wir, schliesslich haben die Niederländer berühmte Käse und es mag wohl ein bischen anders sein, als in der Schweiz.

Alkmaar - Den HelderDie Karte sah zwei Varianten vor: Eine vegetarische mit Gemüse und Früchten, die andere mit Fleisch und Tapas. Das sind doch schon mal Unterschiede zur Schweiz.

Alkmaar - Den HelderWas dann auf den Tisch kam, war alles andere als gewohnt. Liliane, Esther und Brigitte sorgten dafür, dass der Käse nicht anbrannte und wir machten schnell ein Foto. Es war wirklich gut, auch wenn das Fleisch zum Fondue etwas gewöhnungsbedürftig war.

Nun denn, wir wollten die Reise nach Den Helder gestärkt in Angriff nehmen. Nach einer gut durchschlafenen Nacht, einem feinen Morgenessen und dem obligaten Kaffee waren wir bereit, um ca. 9 Uhr den Törn in Angriff zu nehmen. Der Hafenmeister, den Brigitte anrief, öffnete die Klappbrücke zum Turfmarkthaven wie versprochen nach 5 Minuten und so konnten wir und Robert mit seiner Highlander die Reise starten. Bei der ersten Brücke passierten wir dank der abgelegten Masten noch problemlos. Die zweite war eine Schwenkbrücke für Radfahrer, die in zwei Teilen geschwenkt wurde. Dann kam die Eisenbahnbrücke, wo wir wegen dem Fahrplan ca. 20 Minuten warten mussten.

Dann fuhren wir durch schöne Landschaften, vorbei an vielen Wasservögeln mit ihren Jungmannschaften (jetzt weiss ich gar nicht, ob es auch Jungfrauschaften gibt), item, wir kamen recht gut voran. Viele der Brücken öffneten wie von Geisterhand selber ihre Pforten, bis auf eine …  die Sint Maartensvlotbrug. Ich funkte auf VHF-Kanal 20 die Brückenverantwortlichen zweimal an, ohne eine Antwort zu erhalten. Nach einiger Zeit entdeckte ich einen Meldeknopf, der betätigt werden kann. Nach einigen Minuten fuhr ich mit der Taranaki an die Stelle, wo Brigitte den Knopf drücken konnte. Sofort meldete sich eine automatisierte Sprachnachricht, dass der Knopf gedrückt und man sich anschliessend gedulden soll. Wir geduldeten uns, dann platzte auch dem niederländischen Schiff aus dem Konvoi der Kragen. Er funkte ebenfalls zweimal über den Kanal 20 die Brückenverantwortlichen an. Nichts geschah.Wir versuchten es noch einmal mit dem schwarzen Knopf und siehe da, die Brücke begann sich zu öffnen.

Alkmaar - Den HelderEs war sehr heiss und Esther und Liliane badeten in der Sonne. Doch dann wurde es ihnen auch dort zu heiss und sie verzogen sich ins Schiffsinnere der Highlander.

Alkmaar - Den HelderDer Rest der Reise verlief problemlos.

Die noch zu passierende Eisenbahnbrücke bei Den Helder erforderte nochmals eine Wartezeit von ca. 20 Minuten. Nachdem wir auch diese Passage geschafft hatten, fuhren wir den ausgewählten Hafen Marine Watersport Vereniging an. Wie erwartet resp. gewünscht konnten wir an zwei Passanten-Anlegestellen steuerbordseitig anlegen.

Nach einem kleinen Apéro, der vor allem dem Durstlöschen galt, spazierten wir zur Ländte, wo das Fährschiff zur Insel Texel losfährt. Die wollen wir morgen besuchen.

Alkmaar - Den HelderDabei entdeckten wir die Marinebasis von Den Helder. Sie ist ein Niederländischer Marinestützpunkt der Koninklijke Marine. Mit Beschluss aus dem Jahre 1947 wurde der Nieuwe Haven errichtet und seit 1954 ist er Hauptstützpunkt der Koninklijke Marine.

Der Bummel und das heisse Sommerwetter erforderte erneut eine Erfrischunng.

Amsterdam – Alkmaar

 

Gestern durften wir Liliane und ihre Schwester Esther begrüssen. Robert hatte sie am Flughafen abgeholt und zu unserem Hafen geführt. In der Nähe haben wir in einem kultigen Quartierrestaurant feinen Wels an einer exquisiten Senfsauce gegessen, die so fein war, dass wir einen Zuschlag wünschten. Das feine Abendessen konnten wir bei schönster Abendsonne und einem schönen Monastrell geniessen. Schliesslich gab es noch ein leckeres Dessert mit Kaffee. Liliane uns Esther haben das Abendessen bezahlt, wir danken auch an dieser Stelle bestens dafür.

Amsterdam - AlkmaarSie werden uns auf unserer Tour bis am 22. Juni 2023 begleiten und geniessen bis dahin Gastrecht auf der Highlander von Robert. Wir freuen uns, mit ihnen unsere Fahrt fortsetzen zu können und hoffen, dass diese Fahrt Beiden auch etwas Abwechslung bringt.

Wir starteten um ca. neun Uhr die Motoren und fuhren den Rest des Amsterdam-Rijnkanaal hinunter und bogen in das Hafenbecken von Amsterdam mit dem Central Bahnhof ein. Emsig waren auch die vielen Fähren bereits unterwegs und wir mussten links und rechts, vorne und hinten auf der Hut sein, weil es doch viel Verkehr gab.

Dann fuhren wir steuerbord in den Zijnkanaal ein und fuhren diesen hinunter. Bei der Wilhelminabrug gab es das einzige Schleusenmanöver des Tages. Da wir nicht unter der festen Brücke durchkommen, mussten wir die grosse Schleuse durchfahren.

Amsterdam - AlkmaarSchliesslich erreichten wir nach kurzer Fahrt durch die Zaan die Spoordraibrug, über die normalerweise der Eisenbahnverkehr rollt. Die Drehbrücke hat im festen Teil eine Höhe von 3 m, weshalb wir auf die Öffnung der Drehbrücke angewiesen sind.

Amsterdam - AlkmaarWir fuhren weiter und erreichten bald die Windmühlen von Zaandam. Dort leben und arbeiten Niederländer in und mit den Windmühlen und zeigen staunenden Besuchern, was sich mit Windkraft alles bewegen lässt. Liliane und Esther errinnerten sich, diesen Ort vor ca. drei Jahren schon einmal bei einem Landausflug ab Amsterdam besucht zu haben, heute allerdings auf der Highlander vom Wasser aus.

Bei Oostknollendam bogen wir backbordseitig in die Maarkervaart ab. Diese verliessen wir bereits nach kurzer Zeit wiederum backbordseitig und befuhren die Enge Stierop. Bald erreichten wir das Alkmaardermeer. Der Wind war zwar ziemlich stark, wellenmässig war es aber erträglich. Wir verliessen den See und erreichten den Nordhollandsch Kanaal. Nun war es nicht mehr weit und wir erreichten Alkmaar. Robert legte mit seiner Highlander an der Vormeer an, ich mit der Taranaki an der Bierkade. Wir hatten die Hafenmeisterin nur auf der Combox erreicht, da kam sie aber auch schon angeradelt. Sie „verlegte“ die Taranaki in den Turfmarkt-Hafen, wobei zuerst noch die Klappbrücke geöffnet werden musste. Alles ging glatt, aber beim Strom hatten wir unsere Mühe. Robert fand den Anschluss etwas über der Wasserlinie unterhalb der Kade und ich konnte unser Schiff mit Elektrizität versorgen. Robert fand zwar seine Steckdosen auf Anhieb, doch wollten diese nicht funktionieren. Nachdem er bei der Hafenmeisterin Rat holte, konnte auch er Elektrizität beziehen. Eigenartigerweise genügt einstecken nicht, der Stecker muss auch noch gedreht werden.

Amsterdam - AlkmaarIm Städchen gibt es viele Grachten. Anders als anderswo sind die Brücken sehr niedrig. Bei den Grachtenfahrten müssen sich die Passagiere ordentlich ducken, sonst verlieren sie ihren Skalp.

Amsterdam - Alkmaar

Weiter haben wir ein Holzhaus mit grüner Fassade entdeckt. Der historische Hintergrund dazu: Haus aus dem 16. Jahrhundert mit Holzfassade an der Zijdam.

Jedes Stockwerk der Holzfassade überragt das darunter liegende Stockwerk. Auf diese Weise wurde ein optimaler Schutz gegen Regenwasser realisiert.

Amsterdam - AlkmaarWährend der Belagerung von 1573 wurde das Haus durch ein spanisches Geschoss beschädigt. Wegen der Brandgefahr wurde der Bau von Holzfassaden in Alkmaar im 1639 verboten.

Amsterdam - AlkmaarNach einem Stadtbummel und einem Apéro auf der Taranaki überliessen wir die müden Schiffeler ihrem Schicksal.

Naarden – Amsterdam

 

Vorgestern hatten wir ein Waschtag eingeschaltet. Gestern morgen wollten Robert und ich tanken. Ich schaffte das, aber Robert konnte seine Maschine nicht starten. Er vermutete die Panne in der Starterbatterie. Er rief einen Servicemann an und dieser versprach, noch am gleichen Tag eine neue vorbeizubringen. Deshalb schalteten wir einen weiteren Rasttag ein und haben eine wunderschöne Rundtour mit dem Fahrrad gemacht. Brigitte hat die Tour ausgesucht. Wir fuhren  entlang der Vecht bis nach Weesp, durch Dämme mitten durch unberührte Naturschutzreservate, durch Wälder und Wiesen, kurzum das Beste, was wir bisher gemacht hatten. Es war ausgesprochen abwechslungsreich und das schöne Wetter machte das Erlebnis komplett.

Heute morgen konnte Robert mit neuer Starterbatterie tanken und um 9:00 Uhr fuhren wir los Richtung Amsterdam. Zuerst querten wir das Ijmeer, fuhren dann den Sportbootkanal Richtung Muiden. Wir kämpften etwas mit den Wellen, unser Schiff rollte von einer Seite zur andern. Besonders vor der Einfahrt zum Kanal nach Muiden schaukelte unser Schiff ganz schön hin und her.

In Muiden gibt eine sehr schöne Schleuse. Sie ist 49 m lang, 6.5 m breit und wenn man talwärts geschleust hat, macht eine Drehbrücke die Fahrt frei. Wir waren die beiden letzten zwei Boote in der bereits gut gefüllten Schleuse. Der Schleusenwart winkte uns noch hinein, sonst hätten wir gewartet, weil wir nicht genau wussten, welches der Schleusentoren geschlossen werden würde.

In diesem Jahr jährt sich der Bau des Groote Zeesluis in Muiden zum 350. Mal. Das war im Jahr 1673. In all diesen Jahrhunderten hat diese ikonische Schleuse das Land vor Hochwasser aus dem IJmeer (früher Zuiderzee) geschützt. Seit 2005 ist die Schleuse ein nationales Denkmal.

Tauchen wir doch bei dieser Gelegenheit etwas in die Geschichte des malerischen Städchens Muiden ein:

Die Fahrt durch die Vecht und anschliessend durch das Städtchen Weesp ist mit den drei Klappbrücken ein sehr schöner Törnabschnitt.

Dann bogen wir in den Amsterdam – Rijnkanaal ein, welcher schliesslich zum Ziel unserer Reise führte. Ein kleiner Hafen, etwas ausserhalb der Stadt, war unser Ziel und bot uns Gastrecht.

Am Nachmittag besuchten wir Amsterdam. Nach einem Spaziergang durch die Stadt tranken wir beim Central Bahnhof ein Bier und genossen einen feinen Moselwein, den uns Robert spendierte. Am Abend gab’s Spaghetti mit einer rassigen Sauce.

Harderwijk – Naarden

 

Gestern hatten wir einen Ruhetag für Maschine und Mensch eingelegt, d.h. eigentlich nur für die Maschine. Brigitte und ich haben ein Velotour ans Markermeer unternommen. Hin und zurück waren das rund 55 km. Die Fahrt war nicht so abwechslungsreich, wie seinerzeit in die Heide. Zudem blies eine kräftige Bise, die vor allem auf dem Damm die Pace sichtlich reduzierte.

Heute fuhren wir von Harderwijk nach Naarden. Das war eine längere Strecke und der Jachthaven Naarden war uns von früher schon bekannt. Dort gibt es eine Tankstelle sowie Waschmaschine und Tumbler. Robert wollte waschen, aber ob er das heute schafft, ist noch nicht sicher.

An unseren Schiffen hatten über die Nacht je ein Segelschiff festgemacht, weil in Harderwijk keine freien Plätze mehr vorhanden waren. Da wir schon um 09:00 Uhr wegfuhren, mussten sie sich von unseren Schiffen lösen und dann neu anlegen. Unsere Crew verzichtete vorläufig aufs Frühstück, um uns ziehen lassen zu können und Robert musste seine zuerst wecken.

Zuerst durchfuhren wir die Wolderwijd, gefolgt von der Nuldernauw. Dort wartete die Nijkersluis mit Grünlicht, so dass wir keine Wartezeiten zu verbuchen hatten. Es ging talwärts, aber nur einige wenige Zentimeter. Das Gewässer nach der Schleuse heisst Nijkernauw, dann gelangten wir in as Eemmeer. Schliesslich erreichten wir das Gooimeer, das wir in der ganzen Länge durchfahren mussten, bevor wir die Fahrrinne zum Jachthaven durchfuhren.

Die tollen Seen sind dank der kräftigen Winde beliebte Segelreviere. Wir haben heute mehr Segler, als Motorboote gesehen. Unter anderem zwei schöne Tjalken, die ich dem Bericht gerne beilege.

Harderwijk - Naarden  Harderwijk - Naarden

Die Grösse der Seen lassen sich auch an den Bildern ablesen. Die tiefste Stelle war um die 30 m.

Bei der Ankunft gab es in einer Segelschule für Schüler eine grössere Aufregung, weil sich ein Tau in der Schraube verfangen hatte. Dank meinem Matrosenmesser konnte die Frau das Boot wieder flottmachen. Es sei ein sehr gutes Messer, meinte sie, als sie es zurückgab.

Wir werden heute oder morgen noch tanken, da wir wegen der defekten Dieselanzeige nicht genau wissen, wieviel wir noch im Tank haben. Wir sind aber immer noch auf der sicheren Seite.

Ketelhaven – Harderwijk

 

Heute hatten wir eine etwas längere Tour im Sinn, nämlich von Ketelhaven bis nach Harderwijk zu fahren. Der Stichting Jachthaven Ketelmeer liegt am Rande des Ketelmeeres und mitten in der Natur. Der Schilfgürtel beim Passantenhafen beherbergt eine Menge Vögel.

Ketelhaven - HarderwijkSo erfreute uns bei der Ankunft ein Teichrohrsänger mit seinen vielseitigen Melodien.

Am Morgen verliessen wir dieses kleine Paradies und fuhren bei bedecktem Himmel und kühler Witterung los. Die Fahrwasser in diesem Gebiet weisen einige Untiefen auf, gut beraten deshalb, wer die Karten richtig liest und sich an das Fahrwasser hält.

Ketelhaven - HarderwijkSo fuhren wir an Steuerbordseite des Vossemeeres Richtung Elburg. Hinter uns fuhr ein Cargoschiff, die Grinza VI, und wir rechneten damit, dass sie uns bald überholen würde. Wir täuschten uns, denn plötzlich verliess sie die Fahrrinne und steuerte eine rote Tonne steuerbordseitig an, statt korrekt backbordseitig. Dort ist das Wasser etwa 20 cm tief und es war mir sofort klar, dass sie auf Grund auflief. Ich meldete die Beobachtung Robert über Funk, der meinte trocken: „Selber schuld!“. Wir stellten auf dem Kartenplotter fest, dass das Schiff keine Fahrt mehr machte. Wir konnten dann am späteren Nachmittag feststellen, dass die Grinza VI wieder flott gemacht wurde.

Ketelhaven - HarderwijkDie ganzen Manöver lassen sich im Vesselfinder nachvollziehen. Wir fragten uns, wie das geschehen kann. Vermutlich haben wenig versierte Crew-Mitglieder als Ablösung des Kapitäns dieses Unglück verursacht.

Ketelhaven - HarderwijkDanach kamen wir zur Roggebotsluis resp. zu dem, was die Abreissbagger noch übrig gelassen haben. Dort wird massiv gebaut, was uns über die App Gewässerkarte 2023 entsprechend angekündet worden war.

Bald fuhren wir wieder in bekannten Gewässern. Den Masten liessen wir noch unten, weil die Elburgbrug ohne Masten einfacher zu passieren ist.

Ketelhaven - HarderwijkGleich nach der Elburgbrug entdeckten wir wieder ein Schiff ohne Fahrt durchs Wasser und ohne Anker. Es ist auf Grund gelaufen (ebenfalls ausserhalb des Fahrwassers). Die Karte weist hier keine Tiefenangaben auf, ich vermute, dass diese analog der Backbordseite höchstens 40 cm betragen kann.

Auch dieser Unglückliche muss mit fremder Hilfe aus seiner Lage befreit werden. Ob das gelungen ist, konnte ich nicht mehr feststellen.

Unterwegs begegneten uns wiederum schöne Sportboote, die von Liebhabern ordentlich in Schuss gehalten werden. Hier zwei Beispiele:

Ketelhaven - Harderwijk  Ketelhaven - Harderwijk

Ketelhaven - HarderwijkEs gibt aber nicht nur Freizeitschiffer, die die Gewässer befahren. Das Arbeitsschiff hier auf dem Bild vertieft die Fahrrinne, indem es Material vom Grund absaugt und die festen Bestandteile wie Sand und Steine aufnimmt.

Schliesslich näherten wir uns unserem Zielort Harderwijk. Dieses Mal waren wir auf das Äquadukt vorbereitet und Brigitte hat dazu ein paar Schnappschüsse aufgenommen.

Ketelhaven - Harderwijk  Ketelhaven - Harderwijk  Ketelhaven - Harderwijk  Ketelhaven - Harderwijk

Ketelhaven - HarderwijkUnterweg konnten wir schon mehrmals Kanadagänse beobachten, teilweise auch mit jungen Küken.

Bald erreichten wir die Kade in Harderwijk. Kurz vorher hatte uns noch ein Sportboot überholt und einen Liegeplatz weggeschnappt. Nachdem ich angelegt hatte, es war eigentlich der letzte Platz, meldete er sich und sagte, er werde demnächst wegfahren, so dass Robert dort anlegen kann. Ich bedankte mich und meldet das Robert über Funk. Währenddessen fuhr ein noch grösseres Schiff weg, so dass unsere Taranaki sogar noch vor die Highlander gelegt werden konnte.

Ein gemütliches Abendessen mit Käse-Tortellini und einem feinen Glas Wein besiegelte den Abend, inzwischen bei warmem Sonnenschein.

Blokzijl – Ketelhaven

 

Heute gab es eine Fahrt, die nicht gerade mit Höhepunkten glänzte. Die Temperaturen waren niedrig, mehr als 11 C° gab es heute nie. Dazu blies ein kühler Nordwind, was die Fahrt auch nicht sehr angenehm gestaltete.

Zuerst fuhren wir den Vollenhover Kanaal hinunter. Die Kadoelerbrug öffnete, als wir uns ihr näherten, ohne weitere Aktionen unsererseits. Schliesslich kamen wir im Zwarte Meer an und bogen scharf nach Steuerbord ab. Nach einigen Kilometern und zwei uns überholenden Cargo-Schiffen trennten sich die Binnenschifffahrtswege für Sportboote und Cargoschiffe.

Nach der Brücke entdeckten wir eigenartige Gebäude mit seitlich abgesetzten riesigen Schläuchen, die zurzeit schlaff ins Wasser ragten. Es handelt sich um die Stormvloedkering Ramspol (Sturmflutwehr Ramspol). Das Sturmflutwehr Ramspol ist ein aufblasbarer Damm, der bei Flut den Zwarte-See vom Ketelmeer abschließt. Der Damm gewährleistet somit die Sicherheit des Hinterlandes.

Das Sturmflutwehr Ramspol: 10 m ist die Höhe des Balgwehrs, wenn es mit Luft gefüllt ist

  • besteht aus 3 Bälgen mit einer Länge von jeweils 80 m
  • hat ein Fassungsvermögen von 21 Millionen Litern
  • schliesst bei einem Wasserstand von NAP +0,50 m und starkem Nordwestwind
  • Wird einmal im Jahr getestet

Hier noch Video der Wasserbaunation Niederlande zum Thema von der Behörde Rijkswaterstaat (Quelle):

Dann querten wir die das Ketelmeer und landeten im Stichting Jachthaven Ketelmeer. Dort konnte ich wieder etwas Bilgenwasser entsorgen, da die Seewasserpumpe noch nicht ganz dicht ist.

Driewegsluis – Blokzijl

 

Driewegsluis - BlokzijlHeute stand die Kalenbergergracht auf dem Programm, diesmal von Nord nach Süd für die Taranaki und erstmals für Robert mit der Highlander. Der Tag bescherte uns schönes und sehr warmes Wetter, wir konnten unsere Sommer-Garnituren anziehen.

Die Kalenbergergracht ist ein Kanal in Overijssel. Sie stellt eine Wasserstrassenverbindung zum Giethoornschen Meer und den friesischen Wasserstrassen her. Sie verläuft nördlich durch das Naturschutzgebiet De Weerribben nach Ossenzijl. In Ossenzijl mündet die Kalenbergergracht in den Steenwijk-Ossenzijl-Kanal . Der Ossenzijlersloot verbindet diese Wasserstraßen mit der Linde , die mit den friesischen Gewässern verbunden ist.

Der gleichnamige Ort Kalenberg hat etwa 225 Einwohner und liegt in der Nähe von Nederland und Wetering. Das Dorf wurde 1313 als Calumburg gegründet. Es wird gesagt, dass der Name des Dorfes von Flüchtlingen und Leibeigenen aus einem gleichnamigen Weiler in der Nähe von Hoogeveen geprägt wurde , die in diesem unzugänglichen Gebiet ihre Freiheit suchten. Später änderte sich der Name in Kaleberghe (1323), Callenburgh (1702), Calenburg (1717) und Calemberg (1815), woraus der Name Kalenberg entstand. Nach dem Torfabbau konzentrierten sich die Kalenberger auf den Fischfang , die Viehwirtschaft und den Schilfanbau . Kalenberg-Schilf ist nach wie vor ein beliebtes Baumaterial zur Abdeckung von Dächern und Windmühlen. Die meisten Häuser in diesem Dorf werden von „Menschen von außen“ bewohnt.

Hier ein paar Bild zu den einmaligen Eindrücken dieser Fahrt.

Driewegsluis - Blokzijl     Driewegsluis - Blokzijl  Driewegsluis - Blokzijl  Driewegsluis - Blokzijl  Driewegsluis - Blokzijl

Es gab unterwegs aber auch andere Sehenswürdigkeiten zu bestaunen:

Driewegsluis - Blokzijl  Driewegsluis - Blokzijl  Driewegsluis - Blokzijl

Driewegsluis - BlokzijlSchliesslich landeten wir in Blokzijl, wo uns beim Warten eine Mietjacht mit deutscher Besatzung überholte. Das ist unter Skippern schlechter Stil, denn ankommende Schiffe reihen sich hinten ein.

Driewegsluis - BlokzijlHier noch ein Foto mit unserem „Fahnenmast“: Auf Backbordseite die Schweizerflagge, gefolgt vom Berner Bär, dem Wimpel des Schleusenvereins und dem Wimpel des Marrekrite-Vereins. Dieser stellt Anlegestellen in Friesland zur Verfügung, entsorgt an vielen Orten Abfall. Die Anlegestellen liegen mitten in der Natur und dürfen gratis bis drei Tage belegt werden.

Auf der Steuerbordseite wird die Nationalflagge der Niederlande gehisst, als Ehrerbietung an unser Gastland. Vorne am Bug flattert die Flagge der Provinz Limburg, wo unsere Taranaki jeweils im Sommer und Winter ihren Standort hat, wenn wir nicht auf Touren sind.