Kurz nach der Abfahrt von der Kade in Compiègne erreichten wir die Verzweigung l’Oise und l’Aisne und nahmen den Flusslauf zur Linken. Der wurde wieder ziemlich schmal und bei entgegenkommenden Frachtern verlangsamten wir vor Kurven, damit sie genügend Platz zum Ausholen haben.

Bald erreichten wir die ersten beiden Schleusen. Es gab eine grössere für die Frachter und eine kleine für Sportboote, die eigentlich ausser Betrieb sei, aber wir könnten diese benutzen. Sie verfügte sogar über eine Stange, an der die Taranaki und die Linna bergwärts geschleust werden konnten.

Oben kam uns ein Frachter entgegen, der die grössere Schleuse benutzte. Die Sportbootschleuse wäre für ihn viel zu klein gewesen. Unsere beiden Schiffe passten gerade so rein.

Der Kanal war gut ausgebaut und bald erreichten wir Pont de l’Evéque. Die Anlegestelle dort ist spärlich mit Pollern ausgestattet. Es gelang uns aber schliesslich doch, unsere Schiffe gut zu vertäuen.

Pont de l’Evéque bietet eine Verzweigung: Auf Steuerbord führt der Canal Latéral à l’Oise weiter und auf Backbord beginnt der Canal du Nord. Er würde uns noch einige Überraschungen bereiten.

In der Nähe liegt Noyon, wo wir die Kathedrale Notre-Dame besichtigten. Noyon liegt im nordfranzösischen Departement Oise und ist der Jungfrau Maria geweiht. Sie wurde zwischen 1157 und 1221 auf Initiative von Balduin II, Bischof von Noyon, errichtet.

Sie gehört zu den ersten gotischen Sakralbauten und steht auf der Liste der „Monuments historiques“. 

Im Kirchenschiff gibt es in den Seiten verschiedene Kapellen, die unterschiedlichen Heiligen oder verdienten Christen gewidmet sind. Eine der Kapellen ist Soldaten gewidmet, die in Kriegen ihr Leben verloren haben.

Eindrücklich auf den Punkt bringt es diese englische Tafel:

Zurück auf dem Schiff kündigten schwere schwarze Wolken Gewitter an. Tatsächlich gab es ein Gewitter mit sehr starken Windböen. Das Erfreuliche: Die Gewitter brachten eine willkommene Abkühlung und der Natur nach langer Trockenheit wenigstens etwas Regen.