Der Tag begann mit einem kurzen Schauer, beim Ablegen schien aber wieder die Sonne. So legten wir um neun Uhr ab und kündigten gleich bei der ersten Schleuse unser Kommen an. Insgesamt gab es sechs Schleusen bergwärts zu überwinden.
Die Maas oder Meuse, wie sie hier heisst, mäandert schön und führt durch traumhafte Landschaften. Kurz nach Namur erreichen wir tolle, teilweise schlossähnliche Liegenschaften.
Später erreichten wir Godinne mit der ehemaligen Probstei Polivache (Siehe Titelbild). Im 16. Jahrhundert wurde die Seigneurie Spontin zu einem Lehen. Im 1512 wurde es von Félix de Maillen erworben. Im selben Jahr errichteten die Erzherzöge Albrecht und Isabella eine Hochseigneurie, die das Gebiet der Pfarrei Godinne umfasste und sich bis nach Rivière jenseits der Mass erstreckte und verpfändeten es an François de Maillen, den Grundherrn von Berlo.
Kurz vor Dinant entdeckten wir einen Rebberg. Brigitta konnte uns nachher berichten, dass dort Crémant gekeltert wird. Der sei schon mehrmals prämiert worden.
Gegen zwei Uhr erreichten wir Dinant. Auf der ganzen Fahrt war uns kein einziges Schiff begegnet. Wir fuhren gegen den Steg und da sah ich ein Kiwi-Schiff. Gleich nach dem Anlegen meldete sich der Skipper und es war tatsächlich ein Kiwi. Er wollte wissen, weshalb das Schiff Taranaki heisse.
Normalerweise seien sie auf dem Meer unterwegs. Das Fahren auf Flüssen habe aber auch seinen Reiz, weshalb sie ein Schiff mieteten, obschon das für sie etwas teuer sei. Bis jetzt hätten sie immer talwärts schleusen können, wenn sie dann von Namur zurück fahren würden, gehe es dann alles nur noch bergwärts. Davor hätten sie etwas Respekt.
Gegenüber genehmigten wir uns ein Ankerbier, als auch Adrian (Bruder von Brigitte) uns erreichte. André hatte beim Muschelkönig reserviert. Und dort schlemmten wir einmal mehr feinste Muscheln.
Am Abend auf der Linna gab es noch eine Absacker (Appenzeller oder wem das nicht beliebte eine alte Pflaume, eine alte Birne oder ein alter Apfel). Es war relativ ruhig geworden und der Felsen zur Zitadelle wurde beleuchtet. Die Seilbahn hinauf existiert übrigens nicht mehr, was sich wohl deutlich auf die Besucherströme auswirken wird.
Morgen machen wir Pause und regeln die administrativen Voraussetzungen für Frankreich.

