
Wir haben vom Hafenmeisterbüro die Nachricht erhalten, dass wir am Sonntag wieder einen Platz im Arsenal haben und den bis am Mittwoch benutzen können. Das erlaubt uns, nochmals ein paar Tage in Paris anzuhängen. Was heisst Tage: Morgens und Abends sind die Temperaturen erträglich, ab 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr ist es viel zu heiss (um die 34 C°). Dann ist der Aufenthalt in der Dinette das einzig Richtige.
Bereits beim Ablegen war es heiss und es sollte noch heisser werden. Nicht einmal die Ruderboote störten, da wegen der Hitze bereits in den Morgenstunden nurmehr wenige Boote unterwegs waren. Auch Frachtverkehr gab es sehr wenig.
So erreichten wir den Tunnel St. Maur und funkten der Schleuse St. Maur. Es war gerade niemand unterwegs und so schaltete der Schleusenwart unverzüglich auf grün. Dieses Mal fuhr ich extra langsam durch den Tunnel, die kühlen Temperaturen waren sehr wohltuend. Als wir gegen die Schleuse fuhren, gingen bereits die Tore auf. Bei der zweiten Schleuse etwas weiter unten fuhr gerade ein Frachter mit einer Frachtführerin aus der Kammer und auch da konnten wir unverzüglich einfahren.
Auf der Seine in Paris gibt es viele Brücken. Eine davon passierten wir kurz vor unserem Ziel.
Ein Beispiel zeigt, dass Brücken nicht nur Zweckobjekte sind, sondern seinerzeit auch verziert wurden. Auf diesen Aufwand verzichtet man heute.
Wir kamen bei der Schleuse zum Hafen Arsenal an und mussten etwas warten, weil gerade ein Touristenschiff talwärts schleuste. Wir konnten bald einfahren und oben im Hafen wartete bereits das nächste Schiff auf die Ausfahrt. Dank der Schwimmpoller ist das bergwärts Schleusen ein Kinderspiel.
Im Hafen fuhren wir an der Linna vorbei zu unserem neuen Anlegeplatz O im Päckli mit einem Dauermieter, der auf dem Schiff wohnt.
Ich wendete die Taranaki und legte an. Ganz behutsam führte ich unser Schiff breitseits an das Partnerschiff. Dass das bei Vorgängern nicht immer so einwandfrei klappte, belegen deutliche Einbuchtungen und Kratzspuren am anderen Schiff.
Am Nachmittag spazierten wir zuerst zum Botanischen Garten. Anbetracht der Hitze wollten wir in kein Gebäude und setzten deshalb unseren Spaziergang fort zum Parc de Luxembourg. Dort hatte sich ganz Paris versammelt. Wir haben noch nie in einem Park so viele Menschen gesehen, jung und alt. Die vielen schattigen Plätze und die Stühle und Bänke wurden gerne benutzt.
Zurück auf dem Schiff verbrachten wir den Abend auf Achterdeck, im Schiff war es noch zu heiss. Das Hafenbecken ist ein beliebter Treffpunkt, der bis Mitternacht emsig benutzt wurde. Es war ein Stimmengewirr, Lachen und Rufen, da wäre ans Schlafen nicht zu denken gewesen. Wir verzogen uns dann zu einer weiteren Episode von Komissar Bäckström.
