Gestern habe ich einen Hexenschuss erlitten, der mich so behinderte, dass ich den ganzen Tag auf dem Schiff blieb. Ich schluckte Schmerztabletten, versuchte es mit Voltaren, aber echt Linderung brachte der Tiger-Balsam von Brigitta. Ich lagerte in der Dinette, machte einige Übungen mit hochgelagerten Beinen und gegen Abend konnte ich schon wieder einigermassen schmerzfrei gehen. Die Aussichten waren gut, dass wir die Fahrt heute fortsetzen können.
Gestern war noch das Computersystem der Hafenmeisterei ausgefallen. Sie könnten daher weder eine Abrechnung machen, noch Geld entgegen nehmen. Wir sollten deshalb bereits um halb neun antraben, dann werde es wohl wieder funktionieren. Tatsächlich war ein Techniker vor Ort, der die Systeme wieder zum Laufen brachte.
Der Hafenmeister riet uns, um 09:10 Uhr vor der Schleuse bereit zu sein. Es gibt einen Streckenabschnitt, den wir zu Tal jeweils nur zwischen 35 und 50 Minuten in jeder Stunde befahren können. Wir waren damit ein bischen früh, aber wegen geplanten Passagierfahrten würden wir nicht blockiert.
Die Arsenal-Schleuse war voll. Neben der Linna und unserer Taranaki fuhren noch drei Schulboote talwärts, die ihren Schützlingen das Bootfahren beibringen wollen.
Nach der Schleuse dümpelten wir, bis die Ampel von Doppelrot auf Doppelgrün wechselte. Das Timing eines Frachters war sehr gut und wir liessen ihn an uns vorbeiziehen.
Die Notre Dame wird noch immer restauriert (mindestens äusserlich), der Innenraum scheint nach dem Brand wieder fertiggestellt.
Wer die Krimi-Serie „Profiling Paris“ schon gesehen hat, kennt auch das Gebäude auf dem Foto. Allerdings wird im Film ein Eingang präsentiert, der in Wirklichkeit gar nicht existiert. Und die Polizeistation ist gar keine. Im Film sieht es aber immer echt aus.
Wir fahren immer wieder an prächtigen Bauten vorbei, die in Paris zahlreich vorhanden sind. Trotz Verwicklungen im 2. Weltkrieg hat die Kapitulation Frankreichs Paris vor Zerstörungen bewahrt.
40 Jahre nach Christos spektakulärer Verhüllung der Pariser Pont Neuf verwandelt der französische Künstler JR die älteste Brücke der Stadt in ein begehbares, spektakuläres Kunstwerk: „La Caverne du Pont Neuf“ – eine monumentale, aufblasbare Höhlenlandschaft aus Stoff, 120 Meter lang, 20 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch. Hinter den Kulissen arbeiten derzeit rund 800 Menschen. Das Kunstwerk soll Christo und Jeanne-Claude ehren, das Künstlerehepaar, das mit seinen Verhüllungen monumentaler Bauwerke Furore machte.
Die Brücken sind wirklich einmalig und zeugen von der Grösse Frankreichs respektive der Macht ihrer Erbauer. Diese Brücken faszinieren nicht nur uns, sondern auch jede Menge Touristen, die auf der Seine in den Bateaux-Mouche Erfrischung von der Hitze und einen Einblick in die Reichtümer von Paris erhaschen wollen.
Dann fahren wir endlich auch am Eiffelturm (französisch Tour Eiffel, [tuʁ‿ɛˈfɛl] ) vorbei. Er ist ein 330 Meter hoher Eisenfachwerkturm in Paris. Er steht im 7. Arrondissement am nordwestlichen Ende des Champ de Mars (Marsfeld), nahe dem Ufer der Seine. Das von 1887 bis 1889 errichtete Bauwerk wurde als monumentales Eingangsportal und Aussichtsturm für die Weltausstellung zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der Französischen Revolution errichtet. Der nach dem Erbauer Gustave Eiffel benannte und zum Errichtungszeitpunkt noch 312 Meter hohe Turm war von seiner Erbauung bis zur Fertigstellung des Chrysler Building 1930 in New York das höchste Bauwerk der Welt. Mit seinem Gewicht von nur 10.100 Tonnen gilt er als ein herausragendes Beispiel für Leichtbauweise. Mit der Ausstrahlung des ersten öffentlichen Radioprogramms in Europa 1921 und des ersten französischen Fernsehprogramms 1935 trug das Bauwerk als Sendeturm zur Geschichte des Hörfunks und des Fernsehens bei. Der Fernsehturm ist die wichtigste Sendeanlage des Großraums Paris und beherbergt als Turmrestaurant das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant „Le Jules Verne“.
Nach und nach verliessen wir Paris, fuhren noch am Hafen van Gogh vorbei, der bestimmt freie Plätze gehabt hätte. Wir sind allerdings ganz froh, dass wir ihn ausgelassen haben, weil wir seinerzeit eine alternative Route befuhren.
Wir befuhren zwei Schleusen und näherten uns dem Hafen Seine-en-Parisii, den wir schon einmal besuchten und wo uns Erwin Schuller mit der Auswechslung der defekten Einspritzdüse die Weiterfahrt überhaupt erst ermöglichte.
Die Temperaturen sind hoch und deshalb war das Ankerbier hoch willkommen. Selbstverständlich hatten wir unterwegs schon viel Wasser getrunken, was aber zwingend nötig war. So hatten die Meteorologen für heute ja Rekordtemperaturen angesagt. Sie irrten sich nicht.

