Wegen der hohen Tagestemperaturen (das ist eine massive Untertreibung für die Hitze, die wir seit Tagen erleben), starteten wir bereits um 7:30 Uhr. Ich glaubte noch, es sei optimal, weil gerade ein Frachter aus der Schleuse auslief, die am Ende des Sees auf uns wartete. Ich meldete mich über Funk und musste erfahren, dass oben noch ein Frachter warte. Deshalb hiess schon mal abwarten. Die Schleuse hat 12 m Fallhöhe.

Die Schleuse verfügt über Schwimmpoller, weshalb der Schleusenvorgang insbesondere für die Fender-Mieze ziemlich entspannt abläuft.

Das Wasser wird dosiert eingelassen, was zwar den Vorgang verlängert, aber die Schiffe nicht wie Nussschalen tanzen lässt.

Unterwegs gab es mehrere Baustellen, auf denen Kreuzen und Überholen verboten und eine maximale Geschwindigkeit von 4 Stundenkilometern vorgeschrieben wäre. Ich kann selbst im Klick nicht so langsam fahren, deshalb war es unwesentlich schneller. Die Betreiber der Kanäle verbreitern hier über weite Strecken die Fahrstrecke. Das ist sehr erfreulich, sind doch Transporte auf dem Wasser wesentlich umweltfreundlicher, als auf der Strasse.

Nach einer sonst eher ereignislosen Fahrt, was auch mal nicht beklagenswert ist, erreichten wir den Hafen von Mons. Der liegt auf einem See und wir konnten am 2. Steg ziemlich weit draussen festmachen. Dort gibt es immer etwas Wind, was die hohen Temperaturen etwas erträglicher gestaltet. Zudem können wir von der Badeplattform bequem ins Wasser, um uns etwas abzukühlen.

Wir gingen auf die Capitainerie und meldeten uns an. Der Hafenmeister und sein Gehilfe waren zwei Spassvögel, wir haben uns sehr wohl gefühlt. Nicht nur wegen der Klimaanlage, aber auch.

Hier bleiben wir drei Nächte und geniessen die schönen Anlagen sowie den See. Nach dem Nachtessen in einer nahegelegenen Pizzeria besuchten wir noch das nahe gelegene Mons. Die Stadt liegt auf einem Hügel und wir wollten dort auf einen zentralen Platz, der sich unseren Annäherungen gekonnt entzog. Dafür entdeckten wir den futuristischen Bahnhof.

Am 27. Juni 2026 machten Brigitte und ich einen Ausflug zu den Schiffshebewerken in Thieu. Da ist einerseits das historische, das aber nach wie vor in Betrieb ist, aber nur noch von Sportboot-Enthusiasten benutzt wird.

  

 

Entlang dem Kanal vom historischen Hebewerk hat man einen tollen Ausblick auf das Schiffshebewerk Strépy-Thieu. Das elektromechanische Schiffshebewerk Strépy-Thieu in Belgien gilt als eines der grössten Schiffshebewerke der Welt. Bei Kilometer 11,466 des Canal du Centre gelegen dient es seit 2002 dazu, der Binnenschifffahrt die Überquerung der Wasserscheide zwischen Maas und Schelde zu ermöglichen. Es ersetzt vier benachbarte hydraulische Hebewerke, die 1998 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurden, sowie zwei Schleusen.

Das aus Stahlbeton errichtete Hebewerk ist etwa 81 m breit, 130 m lang und 117 m hoch. Die Schiffe werden in zwei Trögen, die 1350 Tonnen schwere Wasserfahrzeuge fassen können, nach oben bzw. nach unten befördert. Es überwindet einen Höhenunterschied von 73 Metern. Die Tröge haben eine Länge von 112 m, eine Breite von 12 m und eine Wassertiefe von 3,35 bis 4,15 m. Pro Tag nutzen etwa 20 Schiffe das Hebewerk. Seit 2002 hat sich das Verkehrsaufkommen am Hebewerk von rund 30.000 Tonnen pro Monat auf 200.000 Tonnen pro Monat erhöht. Diese Menge entspricht etwa 150 Europaschiffen (CEMT-Klasse IV) pro Monat, wodurch ca. 13.500 LKW-Fahrten eingespart werden.

Im Oberwasser entdeckten wir tolle Seerosen. Bei der Rückfahrt mussten wir eine Gänseschar, die sich im Schatten eines Baumes auf unserem Fahrweg gemütlich versammelt hatte, dazu bewegen, uns für den für die Durchfahrt nötigen Platz zur Verfügung zu stellen. Das ging erstaunlich ohne Murren, wobei wir ihnen genügend Zeit liessen.

Schliesslich besuchten wir noch den Hafen in Thieu. Eigentlich wollten wir ursprünglich dort einen Zwischenhalt einschalten. Das war aber nicht möglich, weil in der kleinen Zugangsschleuse ein Sportboot gesunken war.