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Schleusenverein

Liège (Lüttich) – Huy

 

Bericht der Helena II-Crew

Liège (Lüttich) - Huy

Bei Sonnenklar um 9:00 Uhr früh 
starten 8 Schiffe, die Crew dabei im Nu
Liège (Lüttich) - HuyVierundzwanzig Seelen vereint auf dem Fluss
ein Tag voller Freude, ein Maritimer Genuss

Liège (Lüttich) - HuyVorbei am Kongress Hotel, die Brücke so fein
Pont de Fragnee grüsst im Sonnenschein
Dann Ivor-Ramet die Schleuse so weit
4.45 Meter Hub, wir nehmen uns Zeit

Liège (Lüttich) - HuyAn der Mauer fest ein stiller Moment
Helena II frühstückt der Morgen brennt
Dann weiter Ecluse d’Ampsin-Neuville naht
Zwei Frachter entgegen – wir geben gut acht.

Liège (Lüttich) - Huy

In Huy die Einfahrt ein wenig eng
doch jeder fand Platz, das ist ein Geschenk
Apero beim Schiff Babar, mit Infos garniert
die Stimmung entspannt, kein Boot verliert

Liège (Lüttich) - Huy

Liège (Lüttich) - Huy

Zum Abend getrennt, doch im Geiste vereint
das Restaurant zu, doch keiner weint.
Dank Peter und Andreas Organisation pur
ein Törn wie ein Traum – wir sagen Chapeau nur

Nun gute Nacht, der Tag war ein Fest
im Herzen die Fahrt, im Hafen der Rest

die Crew der Helena II

Epilog

Der Royal Yacht Club de Huy Port des Statte macht seinem Namen alle Ehre. Die Einrichtungen sind einwandfrei, die Registrierung erfolgt neu über ein Tablet in der Capitainerie, einem neuen System, das eben erst eingerichtet wurde. Sobald man einmal registriert ist, erfolgt eine spätere Anmeldung sehr einfach und schnell. Die Hafenmeisterin und ihre Crew sind sehr freundlich und zuvorkommend. Der kleine Hafen kann nur empfohlen werden.

Maastricht – Liège (Lüttich)

 

Logbuch-Eintrag der „Ile Flottante“ – Etappe nach Lüttich

Ursprünglich war der Startschuss für unsere heutige Etappe auf 09:00 Uhr angesetzt – alle hochmotiviert, voller Tatendrang und mit glänzenden Augen am Steg. Doch Kapitän Peter hatte ein Einsehen mit der Mannschaft und verordnete, angesichts der „weiten Reise“ nach Lüttich, eine Startverschiebung auf 10:00 Uhr. Eine weise Entscheidung: ausgeruht und bei bestem Sonnenschein machten wir uns pünktlich und in lockerer Reihenfolge auf den Weg.

Maastricht - Liège (Lüttich)Schon nach flotten 4,5 Kilometern bergauf erreichten wir um 10:50 Uhr die Schleusenanlage von Lanaye mit ihren vier mächtigen Kammern. Andreas übernahm die Anmeldung mit souveräner Sprachgewandtheit auf Französisch. Just in dem Moment, als ein Frachter talwärts Kammer 3 (Länge 136 m, Breite 16 m, Fallhöhe 13,65 m) verliess, durften wir direkt einfahren – ohne Wartezeit, wie es sich gehört.

Oben angekommen, setzten wir unseren Kurs auf dem Canal Albert fort. Der Weg nach Lüttich führt durch ein industriell geprägtes Tal – links und rechts säumen gewaltige Bauten das Ufer, stumme Zeugen vergangener und aktueller Wirtschaftskraft.

Maastricht - Liège (Lüttich)Bei Coronmeuse grüsste uns die monumentale Statue von König Albert I., errichtet 1939 zur Einweihung des Kanals und zu Ehren des kurz zuvor verstorbenen Monarchen.

Maastricht - Liège (Lüttich)Kurz darauf war es soweit: Wir erreichten das Zentrum von Lüttich. Nach dem Passieren der „Grande Poste“ und dem Universitäts-Aquarium näherten sich die ersten Boote gegen 13:15 Uhr der Kennedy-Brücke – und fuhren in den „Port des Yachts de Liège“ ein.

Maastricht - Liège (Lüttich)Bereits um 13:30 Uhr waren alle acht Boote vertäut, und um 13:45 trafen sich alle Crews zur kurzen „Lagebesprechung“ bei der „Rina Blue“.

Danach hiess es: Landgang – freie Erkundung in Lüttich!

Autor: Paul Hasler, Skipper der Ile Flottante (mit KI geschrieben)

Ergänzung Andreas

Bei der Einfahrt in den Hafen von Liège erkannte ich schon von weitem eine bekannte Silhouette. Aber seht selbst:

Maastricht - Liège (Lüttich)

Die Capitainerie ist zwar technisch, aber personell nicht gerade auf dem neusten Stand. Der Fachkräftemangel machte sich auch hier bemerkbar, obschon das Büro mit zwei Personen gut dotiert war.

Alle bisher noch nicht registrierten Schiffe mussten ein Anmeldeformular ausfüllen, das dann der Mitarbeiter abtippte (mit zahlreichen Fehlern). Die Schiffe musste ich einzeln bezahlen. Das ganze Prozedere kann dauern, wie Brigitte jeweils zu sagen pflegt. Ich könnte da ein paar organisatorische Verbesserungen beisteuern, aber ich bin ja nicht mehr im Dienst … 

Logbucheintrag von Peter Suter

(Doppelspurigkeiten kommen eben manchmal auch im schleusenverein.ch vor, aber höchst selten)


Von Trecht nach Lüttich – eine Fahrt zwischen Donner, Sonne und Industriecharme

Im Hafen von Trecht42 liegt eine eigentümliche Stille in der Luft – als wolle das nächtliche Gewitter nur beweisen, wie friedlich eine Nacht trotz Donner und Blitz sein kann. In unseren Kojen geschlafen wie auf Wolken, werden wir am Morgen vom Sonnenlicht geweckt, das sich golden über die Masten legt. Auf dem Steg herrscht geschäftiges Treiben: Fender werden vertäut, Leinen gelöst, Motoren brummen auf – es ist Abfahrt angesagt.

Wie an einer Perlenschnur reiht sich unsere Flotte auf der Maas auf. Acht Sportboote, bereit zur Fahrt „zu Berg“. Angeführt von der Taranaki, unserem Flaggschiff, geht’s in Richtung Schleuse Lanaye. Dort staunt der Schleusenwärter nicht schlecht, als er unsere Anfrage hört: „Acht Sportboote?!“ fragt er ungläubig nach. Doch nach dem Ausfahren eines mächtigen Frachtschiffs öffnet sich Schleuse Nummer Drei für uns, und wir machen unsere Boote an den Schwimmpollern fest – die übrigens tadellos funktionieren.

Oben angekommen, gleiten wir auf dem Albertkanal südwärts. Links und rechts säumen Industrieanlagen das Ufer – manche noch in Betrieb, andere längst vom Rost gezeichnet. Wir passieren eine bunte Armada alternativer Boote, festgemacht wie schwimmende Kunstwerke, Relikte aus einer anderen Zeit. Und gegenüber: Der einzige Leuchtturm im belgischen Binnenland, davor die Statue von König Albert I. – ein maritimer Gruss mitten im Landesinneren.

Lüttich naht. Schon bald tauchen wir ein in das urbane Labyrinth der Stadt, durchfahren Brücke um Brücke, während Berufsschiffer sich laut hupend einen Weg an uns vorbeibahnen. Dann endlich erreichen wir den „Port de Plaisance Liège“. Alle acht Boote finden einen Platz. Die Leinen sind fest, der Ankertrunk ist eingeschenkt – ein Moment kollektiver Zufriedenheit. Danach zerstreuen sich die Crews in alle Himmelsrichtungen, auf Entdeckungstour durch die Stadt.

Lüttich – die stolze Metropole an der Maas. Einst Hochburg der Schwerindustrie, heute ein kulturelles Kleinod mit mittelalterlichem Herz. Die romanische Stiftskirche St. Bartholomäus, das Grand-Curtius-Museum mit seinen archäologischen Schätzen und das ehrwürdige Opernhaus, das seit 1820 den Taktstock schwingt – hier verschmelzen Geschichte und Gegenwart zu einem spannenden Mosaik.

Und während die Sonne langsam über den Dächern der Stadt versinkt, schimmert das Wasser der Maas golden – ein perfekter Abschluss für einen erlebnisreichen Tag.


Auch hier hatte KI noch etwas die Finger im Spiel, ist ja schon fast eine Seuche.

Wessem – Maastricht

 

Wessem - MaastrichtAm Donnerstag holten wir mit dem Auto Liliane Bruggmann in Roermond am Bahnhof ab. Schon bald konnten wir sie auf der Taranaki willkommen heissen.

Wessem - MaastrichtAm nächsten Tag und einer allseits gut durch geschlafenen Nacht gings zuerst nach Maasbracht zum Tanken. Die Anzeige zeigte unterhalb der Hälfte einen Wert an, der tiefer als 250 Liter sein musste. Ich konnte allerdings lediglich 185 Liter einfüllen, dann war der Tank voll. Das Team Schuller muss dann im Herbst einmal kontrollieren, weshalb die Anzeige so daneben liegt.

Am Nachmittag gab es noch einen Ausflug ins Designer Outlet in Roermond, wo alle Crew-Mitglieder der Taranaki etwas „kramen“ konnten. Am Abend punkt sechs Uhr hatte Peter Suter in Spaanjerd zu einem Briefing eingeladen. Den Teilnehmerinnen und Teilernehmer musste er eröffnen, dass die Tour nicht wie ursprünglich geplant durchgeführt werden kann. Zuerst meldete der Hafenmeister von Herentals, dass der Kanal zuwenig Wasser habe und wir den Kanal deshalb nicht befahren können.

Die zweite Planung von Peter sah vor, dass wir über Maastricht in den Albert-Kanal fahren und dort Richtung Lier und Klein Willebroek. Dort meldete das zuständige Schifffahrtsamt, dass auf dieser Strecke Sportboote nur zusammen mit Frachtern geschleust werden. Trotz Nachfrage von Peter blieb das Schifffahrtsamt in dieser Frage stur. Die Situation verschärfte sich, weil auch die Strecke nach Bruxelles dieser Auflage unterworfen wurde. Damit war auch der Törn nach Bruxelles vom Tisch, weil wir mit dem dortigen Standort und den Mietern unseres Vereins kein Risiko eingehen können.

Wessem - Maastricht„Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt!“ – Das dachte sich wohl auch Peter Suter, als er den ursprünglich geplanten Jubiläumstörn bereits zum dritten Mal neu aufrollen musste. 

Die historischen Schiffshebewerke können wir wegen Renovationsarbeiten oder wegen Vorbereitungen dazu (eine provisorische Brücke mit zu niedriger Durchfahrtshöhe verhindert eine Durchfahrt) nicht befahren. Die in Spaanjerd am Vorabend versammelten Crew-Mitglieder lassen sich aber davon nicht unterkriegen.

So starteten die sechs Schiffe mit Peter, Helen, Doris, Hans-Jörg, Silvia, Astrid, Bernhard, Hans, Therese, Christine, Walter, Hans-Ruedi, Silvia, Martin, Daniel, René und Uli um ca. 09:15 Uhr in Spaanjerd. In Wessem stiessen wir dazu. Paul und Michael waren bereits in Maastricht und warteten dort auf uns.

 Wessem - Maastricht

Wessem - Maastricht 
Wessem - Maastricht
Wessem - MaastrichtDie Maasbracht-Schleuse auf Steuerbord wurde vorbereitet, so dass wir mit unseren sieben Sportbooten und vier weiteren in die imposante Kammer einfahren konnten. Dank der Schwimmpoller konnten wir rasch und mühelos die 11 Höhenmeter überwinden und ins Oberwasser einfahren. Damit waren wir auf dem Juliana-Kanal und fuhren Richtung Born.

Der Julianakanal (niederländische Schreibweise: Julianakanaal) ist eine künstlich angelegte Wasserstrasse in der niederländischen Provinz Limburg. Der rund 36 km lange Kanal verläuft zwischen Maasbracht in der Gemeinde Maasgouw und Limmel bei Maastricht praktisch parallel zu einem seit 1822 nicht mehr schiffbaren Teil der Maas der sogenannten Grenzmaas (heute auch Oude Maas genannt), er ist also ein sogenannter Seitenkanal.
Das Wetter war mal sonnig, dann wieder bewölkt, aber immer mit einem kräftigen Gegenwind. Wir kamen zügig voran und schon bald sahen wir die zweite Schleuse des heutigen Tages, jene von Born. Es gibt dort drei Schleusen. Die auf Steuerbord war einmal die Schleuse für Sportboote und kleinere Frachter. Sie wird aber seit Jahre repariert, weshalb die Backbord- und die Mittelschleuse zur Verfügung stehen. Schon von weitem war die Mittelschleuse auf grün geschaltet.

Wieder konnten wir mit insgesamt 11 Sportbooten dank Schwimmpollern die insgesamt 11.35 m bequem überwinden. Kurz nach der Ausfahrt aus der nun mit Wasser gefüllten Kammer wollte Martin mit der Crew der Le Roi Babar noch Lebensmittel und Getränke einkaufen gehen. Auf Backbord gab es einen Anlegesteg, von dem aus ein Jumbo einfach erreichbar war. Die anderen Schiffe des Törns fuhren weiter dem Ziel entgegen und Martin wollte uns nach dem Einkauf folgen.

Wessem - Maastricht

Dieses Nachfahren verzögerte sich aber, weil die Crew in eine unvorsehbare Rettungsaktion verwickelt wurde. Die dauerte etwas länger, so dass sie erst beim Nachtessen in Maastricht eintraf.

Wessem - MaastrichtDie sechs verbleibenden Schiffe erreichten den Jachthaven Treech42 um halb vier, wo wir von Paul und dem Hafenmeister aufs herzlichste empfangen wurden. Paul spendierte einen Apéro, wofür wir ihm auch an dieser Stelle herzlich danken.

Ein Teil der Törnmitglieder begab sich gegen halb sieben ins Hafenrestaurant, wo sie vorzüglich bewirtet wurden und wo auch niemand verdursten musste.

Inzwischen trafen auch die restlichen Teilnehmer unseres Jubiläumstörns ein. Bei interessanten Gesprächen wurden Bilder und Erlebnisse ausgetauscht.

Schliesslich meldete sich noch Petrus zu Wort und schickte ein paar Blitze mit begleitendem Donner hernieder. Wir liessen uns aber nicht beeindrucken und warten mal den morgigen Tag ab. Vielleicht gibt es wettermässig wieder ein déjà-vu wie heute morgen: Da regnete es gegen morgen intensiv, war dann aber tagsüber mehrheitlich freundlich.

Fort Augustus – Basis in Inverness

Nach einer regnerischen Nacht in Fort Augustus, einem charmanten kleinen Ort am südlichen Ende des Loch Ness, stellte sich heute Morgen eine gewisse Wehmut ein. Unsere Reise durch die atemberaubende Landschaft Schottlands näherte sich ihrem Ende, und der Abschied von den majestätischen Highlands fiel uns schwer. Fort Augustus, bekannt für seine beeindruckende Schleusentreppe des Caledonian Canal, bot uns in den letzten Tagen nicht nur Schutz, sondern auch eine wunderbare Aussicht auf die umliegende Natur.

Der Rückweg nach Inverness führte uns über das legendäre Loch Ness, einen der bekanntesten Seen der Welt. Loch Ness erstreckt sich über etwa 37 Kilometer und ist bis zu 230 Meter tief. Der See ist weltweit bekannt, vor allem wegen der Legenden um das mysteriöse Seeungeheuer Nessie, das angeblich in seinen dunklen Tiefen lauert. Während unserer Fahrt war der See jedoch alles andere als ruhig. Hohe Wellen peitschten gegen unser Boot, und der böige Wind machte die Überfahrt zu einer Herausforderung. Doch trotz der rauen Bedingungen hatten wir das Glück, die beeindruckende Kulisse der schottischen Highlands zu erleben.

Die Highlands, mit ihren zerklüfteten Bergen, tiefen Tälern und endlosen grünen Weiten, sind das Herz Schottlands. Diese Region ist nicht nur landschaftlich einzigartig, sondern auch reich an Geschichte und Kultur. Auf unserem Weg passierten wir die Ruinen von Urquhart Castle, die malerisch auf einem Hügel über dem Loch Ness thronen. Die Burg, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde, spielte eine bedeutende Rolle in den Schottischen Unabhängigkeitskriegen und war oft Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen. Im 17. Jahrhundert wurde Urquhart Castle von seinen eigenen Verteidigern gesprengt, um zu verhindern, dass es in die Hände der Jakobiten fiel. Heute sind die Ruinen ein beliebtes Touristenziel und bieten einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit. Vom Wasser aus war der Anblick der zerfallenen Mauern und Türme, die sich dramatisch gegen den Himmel abzeichneten, besonders eindrucksvoll.

Am Nachmittag erreichten wir wohlbehalten Inverness, die Hauptstadt der Highlands. Inverness ist eine Stadt voller Geschichte und Charme, mit einer lebendigen Kulturszene und zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt, die am Moray Firth liegt, war in der Vergangenheit oft im Mittelpunkt von Konflikten, insbesondere während der Jakobitenaufstände im 18. Jahrhundert. Heute jedoch ist Inverness ein friedlicher und einladender Ort, der als Tor zu den Highlands gilt.

Fort Augustus - Basis in InvernessNachdem wir unsere Boote sicher vertäut hatten, ließen wir den Tag bei einer gemeinsamen Pizza ausklingen. Während wir auf die vergangenen Tage zurückblickten, erfüllten uns die Erinnerungen an die Erlebnisse und Entdeckungen, die wir in Schottland gemacht hatten, mit Freude und einem Hauch von Melancholie. Die raue Schönheit der Highlands, die Geschichte, die in jedem Stein und jeder Landschaft spürbar ist, und die Herzlichkeit der Menschen hatten uns tief beeindruckt. Morgen würden wir unsere Reise beenden, doch die Erinnerungen an diese unvergesslichen Tage würden uns noch lange begleiten.

Am 3. August traten wir die Rückreise an. Wie schon bei der Fahrt nach Edingburgh mussten wir wiederum auf den Busfahrer warten. Dann klappte es doch noch und wir besuchten auf dem Rückweg noch das Blair Castle.

Fort Augustus - Basis in InvernessBlair Castle ist seit über sieben Jahrhunderten die Heimat der Familie Atholl. Die Burg hatte eine vielfältige Geschichte, die sowohl turbulente als auch friedliche Zeiten erlebte, vergrößert und über 750 Jahre adaptiert wurde.

Fort Augustus - Basis in InvernessDie Familiengeschichte, Heimat von Politikern, Soldaten, Landwirten und Unternehmern wird vor dem Hintergrund der schönen Innenräume aus dem 18. Jahrhundert und der schottischen Baronial-Architektur in 30 Räumen zum Leben erweckt.

Fort Augustus - Basis in InvernessBye, bye Scotland!

Am Flughafen warteten wir erneut. Der für 19:25 Uhr angesagte Flug war verspätet und startete erst um 20:05 Uhr. Normalerweise kein Problem, aber wir mussten unbedingt den Zug um 23:45 Uhr erwischen, es wäre der letzte, mit dem wir uns daheim erreichen können.

Abwarten und … nein nicht Tee trinken. Es gab auch Bier respektive Kaffee.

Anlegesteg Loch Oich – Fort Augustus

Heute ist der erste August, der Schweizer Nationalfeiertag. Gestern Abend hatte zu hinterst noch ein Engländer mit einem LeBoat festgemacht. Er fragte uns, wann wir abfahren wollten, damit er sein Schiff beiseite fahren könne. War selbstverständlich nicht nötig, wir können gut rückwärts fahren und schafften das auch problemlos. Er war dann trotzdem auf Deck und filmte unsere Manöver.

Anlegesteg Loch Oich - Fort AugustusNach einer ruhigen Nacht am Ufer von Loch Oich starteten wir heute unsere Fahrt in Richtung Fort Augustus. Das Wetter war angenehm und der See lag ruhig vor uns.

Anlegesteg Loch Oich - Fort AugustusUnsere Route führte uns durch Loch Oich, dessen grüne Wälder und sanfte Hügel uns erneut in ihren Bann zogen. Bei der Ausfahrt aus dem See mussten wir kurz an der Drehbrücke anhalten, um ein Passagierschiff passieren zu lassen.

Das Highlight des Tages war jedoch zweifellos die Begegnung mit einem Segelschiff der Royal Navy am Kytra Lock. Es war beeindruckend, das große Marineschiff so nah an uns vorbeifahren zu sehen.

Hier noch ein paar Eindrücke von dieser Begegnung:

Anlegesteg Loch Oich - Fort Augustus

Anlegesteg Loch Oich - Fort Augustus

Anlegesteg Loch Oich - Fort Augustus

Anlegesteg Loch Oich - Fort Augustus

Nachdem wir die Schleuse passiert hatten, setzten wir unsere Fahrt in Richtung Fort Augustus fort. Vor der berühmten Schleusentreppe in Fort Augustus mussten wir etwas länger warten. Diese besteht aus fünf Schleusen, die die Schiffe auf das Niveau des Loch Ness anheben. Ein beeindruckendes Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert.

Anlegesteg Loch Oich - Fort Augustus Anlegesteg Loch Oich - Fort Augustus

Nach dem Passieren der Schleusentreppe machten wir unterhalb der Schleusen fest.

Am Abend feierten wir den Schweizer Nationalfeiertag mit einem traditionellen Kapitänsdinner im Restaurant The Lovat. Dort genossen wir ein ausgezeichnetes Essen und stießen auf die Schweiz an. Das Kapitänsdinner ist stets ein besonderer Moment auf unseren Törns und rundete den ereignisreichen Tag perfekt ab.

Fort William – Anlegesteg Loch Oich

Fort William - Anlegesteg Loch Oich

Heute Morgen hatten wir geplant um 9:30 Uhr abzufahren. Der Schleusenwärter der Schleuse Gairlochy wies lautstark darauf hin, wie wir seine Taue am Schiff zu fieren hatten, da gab es keine Kompromisse. Leider verstanden wir seinen starken Akzent nicht auf Anhieb, weshalb uns schliesslich Samuel mit Rückfragen aus der Patsche half. Vorne links hatte ein LeBoat-Skipper angelegt und wir waren eigentlich froh, dass er nicht direkt vor uns lag. Beim Bergwärtsschleusen musste der Schleusenwärter stimmgewaltig eingreifen, um das Schleusenmanöver nicht zu gefährden.

Wir kamen schliesslich alle auf der Höhe des Oberwassers an und konnten aus der Schleuse fahren. Peter hatte noch gemeint, wir müssten keine Eile haben, mehr als 2’000 Touren seien nicht angesagt. Ich vergass, dass bei ihm diese Tourenzahl plus 400  berechnet werden muss, um sein Tempo mithalten zu können.

Fort William - Anlegesteg Loch OichWir fuhren in unserem Tempo über den Loch Lochy. Ich erhöhte die Geschwindigkeit unseres Schiffes nach und nach auf die 2’400 Touren und erreichte dann kurz nach den übrigen Schiffen den Längssteg vor den Laggan Locks. Ich machte unser Schiff seitwärts am Schiff von Ernst fest und wir warteten, bis der Schleusenwärter die Mittagspause beendet hatte.

Fort William - Anlegesteg Loch OichWir waren etwas irritiert, weil wir gemäss Info des Schleusenwärters auf die Ausfahrt eines talwärts fahrenden Schiffes warteten. Die Schleusenkammer war aber leer, so dass wir einfahren konnten. Der Schleusenwärter wollte, dass wir ihm unsere Taue übergeben und er sie dann oben um den Klampen uns wieder zuwirft. Wir gaben ihm eines und das zweite warf im Arthur in der Schleuse zu. Längsseits finden Steuerbord und Backbord drei Schiffe Platz.

Fort William - Anlegesteg Loch OichHinter uns drei Schiffen hatte sich aber noch ein viertes bereit gemacht, gerade auf der Höhe der Schleusentore. Das musste dort weg und hinter unseren zwei Schwesterschiffen auf Steuerbordseite einfahren. Wie dieses Manöver gelangt, zeigt das folgende Bild. Auch der Skipper und seine Crew waren totale Anfänger und wir fragten uns, wie die LeBoat-Leute ihre Kunden auf das Abenteuer vorbereiten.

Fort William - Anlegesteg Loch OichNach der Ankunft erfreuten sich Ramona und Doris an einem kühlen Bad bei etwa 16 ° C. Sie fanden aber wenig Nachahmer, so dass der temporäre Bademeister Ruedi nach deren Auswasserung den Service aufhob und die Badeleiter wieder einzog.

Nach der Schleuse fuhren wir noch ein kurzes Stück und machten längsseitig auf Steuerbord und Backbord des Stegs fest. Anschliessend gab es beim Schiff von Skipper Hans-Jörg einen Anlegeaperéro oder einen Einlaufapéro, wie er in Deutschland offenbar genannt wird.

Es kam noch ein sechstes Schiff mit Engländern, das wir spontan ebenfalls zum Apéro einluden. Wir hatten dann genügend Zeit zum Klönschnacken und – erstmals auf unserem Schottlandtörn – das Tanzbein zu schwingen. Hans-Jörg hatte Musik von Peter Reber organisiert.

Zum Nachtessen gab es zuerst einen Insalata Caprese und anschliessend ein feines Risotto. Dann erzählten Carmen, Arthur, Brigitte und ich Anekdoten aus unserem Leben. Es gab viel zu lachen.

Bevor wir ins „Cherbli“ gingen – der Begriff haben wir von unseren Freunden André und Brigitta übernommen – beobachteten wir im See noch Insekten, die von unzähligen Fischen gefressen wurden. Arthur bemerkte die Insekten und ich die Fische, zusammen hatten wir insgesamt den totalen Überblick. So geht das, wenn sich zwei Spezialisten interdisziplinär austauschen.

Laggan Lock – Fort William

Heute starteten wir wiederum um 9:30 Uhr nach einem feinen Frühstück. Gestern Abend und während der Nacht hatte es geregnet, heute zeigte sich das Wetter wieder von der besseren Seite. Es windete deutlich weniger stark als gestern. Die Sonne wurde manchmal von Wolken verdeckt, doch fand sie immer wieder Lücken, die unsere Crew erfreuten. Die Temperaturdifferenz war frappant.

Laggan Lock - Fort WilliamArthur fuhr das Schiff sicher vom Steg, reihte sich in den Konvoi ein und legte unser Schiff sicher an die Schleusenwand auf Backbord. Auch das Ausfahren gelang so, als hätte er jahrelange Erfahrung.

Laggan Lock - Fort WilliamWir befuhren zuerst den Loch Lochy, vorbei an der LeBoat-Basis. Wir fragten uns, wie die Kunden bei Starkwind rückwärts wohl anlegen würden.

Laggan Lock - Fort WilliamVermutlich hat der Vermieter Schlauchboote, mit denen er die Kunden bei schwierigen Verhältnissen abholt.

Laggan Lock - Fort WilliamVor den Garlochy Locks legten wir am Steg backbordseitig an und warteten die Bergwärtsschleusung eines Bootes ab. Dann fuhren wir ein, drei Schiffe auf Steuerbord, zwei auf Backbord. Hinten näherte sich ein LeBoat-Skipper in Slalomfahrt. Ich wies meine Crew an, auf Backbord die Fender ebenfalls zu setzen, weil ich an der Fahrweise einen Neuling erkannte. Und richtig: Nach der Einfahrt bat Arthur den Skipper, den Motor abzustellen. Dieser bedankte sich für den Hinweis und meinte, das sei seine erste Fahrt und seine erste Schleuse. Das hätte er nicht mal zu sagen brauchen.

Laggan Lock - Fort William

Laggan Lock - Fort William

Richtig ernst wurde es dann beim Abwärtsschleusen: Plötzlich hing das Heck des Bootes an der Schleusenwand. Der Skipper hatte himself sein Schiff am Heckpoller fest verankert. Wir riefen dem Schleusenwärter zu, den Schleusenvorgang zu stoppen und wiesen den Skipper an, das Tau zu kappen. Dieser musste noch nach einem Messer suchen und als er das Tau kappte, fiel das Schiff etwa 40 bis 50 cm zurück aufs Wasser. Das Heck trieb dann gegen unser Schiff, wir konnten das aber problemlos abbremsen. Der Skipper von LeBoat entschuldigte sich und wir konnten ihm erklären, dass er beim Schleusen immer fieren müsse das Schiff niemals fixieren dürfe.

Laggan Lock - Fort WilliamDiesmal fuhr Carmen an die Schleusenwand und nach der Schleusung aus der Schleuse hinaus. Wir mussten allerdings noch einen Notstopp einlegen, weil ein Schiff auf Steuerbordseite auscherte und uns den Weg versperrte.

Nach dieser Schleusung fuhren wir auf dem Kanal weiter Richtung Fort Wiliam. Wir legten am Landesteg backbordseitig an. Der Steg war so lang, dass wir schliesslich zu viert am gleichen Steg Platz fanden.

Das „Cabrio-Schiff“ lud auf 17:30 Uhr zum Apéro ein.

Fort Augustus – Laggan Locks

Fort Augustus - Laggan Locks

Keine neuen Mödeli einführen, wie gewohnt fuhren wir um 9:30 Uhr von Fort August los. Wir reihten uns direkt hinter dem Schiff von Peter Morgenthaler ein. Bei uns fuhr mehrheitlich Carmen.

Fort Augustus - Laggan LocksBereits nach der Schleuse beobachteten wir wieder einen Zweimaster, der allerdings nicht mehr sehr im Schuss zu sein schien. Wir glauben, dass die Segel schon länger nicht mehr verwendet wurden. Die Crew machte auch nicht gerade einen aufgeweckten Eindruck.

Fort Augustus - Laggan LocksEs war eine ruhige Fahrt mit etwas Gegenwind, die durch viele Untiefen gekennzeichnet war. Unterwegs inspizierten wir mit dem Fernglas diverse Häfen, die für insgesamt fünf Schiffe viel zu klein sind. Peter wollte bei der Drehbrücke William Arrol festmachen. Die Landestege waren aber wenig einladend und so fuhren wir weiter zur Laggan Lock, wie das im Programm von Ruedi auch so vorgesehen war.

Fort Augustus - Laggan LocksUnterwegs beobachteten wir, dass die Haare von Elisabeth auf einmal im Wind flatterten. Das konnte nur bedeuten, dass ihre Mütze vom Wind erfasst und aufs Wasser geweht wurde. Wir beobachteten die Wasseroberfläche und konnten die Mütze aus dem Wasser fischen. Etwas nass, aber sonst unversehrt, konnten wir sie ihr wieder zurückgeben.

Peter legte am Anlegesteg auf Steuerbord-Seite an. Dieser Steg war vorne durch Pylonen reserviert für ein grössseres Passagierschiff, wie wir später feststellten. Mir schien der Steg für Schiffe unserer Grösse zu klein, weshalb ich entschied, an einem Anlegesteg auf Backbord-Seite festzumachen.

Hier ein paar Eindrücke, die Brigitte auf ihrem Spaziergang eingefangen hat:

Fort Augustus - Laggan Locks

Fort Augustus - Laggan Locks

Fort Augustus - Laggan Locks

Der Wind hatte kräftig aufgefrischt und sehr böig. Beim Anlegemanöver erfasste unser Schiff eine kräftige Böe, die unseren Bug nach Backbord drehte. Wir kamen damit einem Nachbarschiff gefährlich nahe, so dass ich unser Schiff mit Vollgas rückwärts zog. Da Hans-Jörg mit seinem Schiff gefährlich aufgerückt war, musste ich wiederum mit Vollgas unser Schiff wieder in Fahrtrichtung bringen. Das gelang und so konnten wir schliesslich sicher am Steg anlegen.

Fort Augustus - Laggan LocksUnser Schiff hatte heute die Aufgabe, einen Anlegetrunk zu organisieren. Wir hatten das Treffen auf 17:30 Uhr angesetzt und suchten noch einen geeigneten Ort für den Apéro. Der Wind war immer noch sehr stark und die windgeschützten Orte rar. Wir fanden einen Platz, der von Anwohnern als privat und nicht verfügbar taxiert wurde. Sie empfahlen uns, beim Schiff Eagle Barge Inn auf der Terasse unseren Anlass durchzuführen. Der sei einigermassen vom Wind geschützt und eh geschlossen, weil er nicht mehr mit Trinkwasser versorgt werden kann.

Dort führten wir dann unseren Umtrunk durch, der aus meiner Sicht ein voller Erfolg war. Die zwei Flaschen Prosecco, die vier Flaschen Rosé sowie die vier Bierflaschen waren bald einmal leer.

Beim Suchen eines geeigneten Platzes für den Apéro entdeckten Arthur und ich diverse Eierschwämme, die unser Risotto erfreulich aufwerteten. Der feine Salat rundete das feine Nachtessen gekonnt ab.

Fort Augustus - Laggan LocksDer Fingerhut wächst hier wild. Ich vermute, dass damit in früheren Jahrhunderten manch untreuer Gatte für seine Taten büssen musste.

Dochgarroch Lock – Fort Augustus

Wie vereinbart um 9:30 Uhr versammelten wir uns vor der Schleuse, um bergwärts zu schleusen. Die Lock Dochgarroch fasst sechs Sportboote. Voraus fuhr ein Schiff mit deutscher Crew, die allerdings nicht so bewandert war. Die Schleuse bietet keine Reserven, so dass man dicht auf dicht aufschliessen muss. Das machen insbesondere die Skipper mit wenig Erfahrung nicht immer richtig. Wir schafften es aber trotzdem.

Nach einer kurzen Fahrt durch den künstlich angelegten Kanal erreichten wir Loch Ness. Der Wind aus Südwest war nicht sonderlich stark, aber die Ausrichtung des Sees und die Windrichtung sorgten dafür, dass wir zu Beginn der Fahrt doch ansprechende Wellen pflügten.

Dochgarroch Lock - Fort AugustusDer See ist ziemlich lang, wir hielten angestrengt nach dem Nessie Ausschau, konnten es aber nirgends entdecken. Der Wind wurde zeitweise ziemlich stark. Wir waren durch unser Verdeck im Windschatten gut geschützt. Das Schiff von Ernst und Ramona, auf dem Susanne und Doris mitfuhren, verfügte nicht über den gleichen Komfort. Was das nach sich zog, zeigt das Foto mit Susanne.

Dochgarroch Lock - Fort AugustusSchliesslich erreichen wir Fort August. Der Ort zieht wegen der Schleusentreppen viele Schaulustige aus aller Welt an. Um die Schleusen befahren zu können, muss man ein Zeitfenster beantragen.

Dochgarroch Lock - Fort AugustusUnser Zeitfenster wurde auf 15:30 Uhr Ortszeit festgelegt. So hatten wir noch 1.5 Std. Zeit, den Ort anzuschauen. Uns interessierte natürlich auch die Schleusentreppe. Die erste Stufe wird mit Motor eingefahren. Dann steigen zwei Crewmitglieder aus und ziehen das Schiff jeweils von Schleuse zu Schleuse, sobald die Tore geöffnet sind. Das dauert eine ganze Weile, ist ziemlich schweisstreibend (es war schönes und warmes Wetter) und wird von einer Menge Schaulustiger begleitet, die uns von Schleusenkammer zur nächsten begleiten.

Dochgarroch Lock - Fort AugustusDas ganze Manöver wird durch mehrere Schleusenwärter begleitet, die mit die Schleusen mit ziemlich alter und analoger Hardware bedienen. Die Schleusen sind alle in tadellosem Zustand.

Schliesslich meisterten wir die Schleusen und wollten, wie mit Peter Morgenthaler vereinbart, auf Backbord am Anlegesteg am Schiff von Peter Morgenthaler festmachen. Die Fender hatten wir entsprechend auf diese Höhe eingestellt. Kurzfristig ordnete uns Peter einen Platz hinter seinem Schiff zu. Wir waren schon etwas weit vorgerückt und mussten deshalb beinahe mit einem 60 ° -Winkel anlegen. Peter half tatkräftig und trotz Wind konnten wir gut anlegen. Schliesslich hatten alle ihren Liegeplatz, Ruedi hat an unserem Schiff angelegt. Nur Ernst konnte ohne Begleitschiff auskommen, aber wir wollten ihn etwas schonen, schliesslich teilt er in der Eignerkabine sein Bett mit seiner Ehefrau auf 120 cm. Das ist schon ziemlich eng.

Dochgarroch Lock - Fort AugustusWir suchten nachher noch ein das Boathouse auf, in dem wir vorzüglich speisten. Eigentlich hätte dort auch das Kapitänsdinner stattfinden sollen. Das Restaurant bietet aber gemäss Ruedi keine Reservationen an.

Dochgarroch Lock - Fort AugustusNach dem Essen hatten wir noch Riesenglück: Wir waren über den ganzen See vor Unbill verschont geblieben. Wir konnten uns zum Glück mit einem Riesensatz vor dem Nessie auf die Seite retten. Wir wollten keineswegs als Dessert des Monsters in die Geschichte eingehen.

Inverness – Dochgarroch Lock

Inverness - Dochgarroch LockInverness ist die nördlichste Stadt in Schottland. Sie liege auf gleicher Höhe, wie Moskau. So berichtete uns die Stadtführerin. Wir hielten vor dem Stadtparlament und erfuhren, dass ein Bürger auf der gegenüberliegenden Seite Sprüche aus der Bibel angebracht habe. Wer diese Texte von den Stufen nicht lesen könne, der sei für ein Amt als Abgeordneter ungeeignet.

Inverness - Dochgarroch LockWeiter erzählte sie uns von den beiden Hunden oben. Diese seien für eine Renovation irgendwo verstaut worden und als das Gebäude renoviert gewesen sei, nicht wieder gefunden worden. Deshalb habe man einem Steinmetz den Auftrag erteilt, neue anzufertigen. Gerade als der Auftrag erteilt wurde, seien die verschwundenen Hunde wieder aufgetaucht. Deshalb habe man den Auftrag abgewandelt und heute zierten zwei Wölfe die Treppe zum Aufgang ins Gebäude.

Inverness - Dochgarroch LockWir besichtigten von aussen das Schloss, das eigentlich gar kein Schloss ist. Es wird renoviert und darin sollen kulturelle Anlässe stattfinden sowie die Geschichte Schottlands und der wichtigen Clans dargestellt werden. Die Geschichte Schottlands ist eine blutige und dafür sind nicht zuletzt die Engländer beteiligt. Es gab eine Vertreibung der Clans, um ihre Macht zu brechen. Vorher waren die Highlands mit 30 % besiedelt, nachher gab es nur noch 8 % der Bevölkerung, die dort lebte. Der Rest war nach Kanada und Amerika geflüchtet.

Inverness - Dochgarroch LockDie Hängebrücke ist eine Wackelbrücke, sie schwingt von einer Seite zur anderen, besonders, wenn der Autor darüber schreitet. Weiss auch nicht warum.

Inverness - Dochgarroch LockHeute haben wir die Schiffe übernommen. Zuerst gab es ein ausgiebiges Briefing vom Vermieter, dann eine abgekürzte Probefahrt mit einem Skipper des Vermieters. Schliesslich durften wir die Schiffe in Beschlag nehmen und mit dem Einräumen beginnen. Es gab einen kurzen aber intensiven Schauer. Schliesslich war alles und wir glücklich an Bord. Der Vermieter telefonierte mit den Schwenkbrücken, die bei unserer Ankunft geöffnet wurden.

Schliesslich landeten wir an den Landungsstegen vor der Lock Dochgarroch. Wir legten an und sahen, dass Peter, Ernst und Ruedi viel weiter vorne Platz gefunden hatten. Wir lösten unsere Schiffe und wollten ebenfalls nach vorne fahren. Da meldete sich eine Vertreterin des Vermieters, die uns mit ihrem Schiff begleitet hatte und wies uns resolut an, wieder zurück zu fahren. Wir sahen zwar nicht ein, weshalb. Wir folgten schliesslich ihren unmissverständlich vorgetragenen „Empfehlungen“.

Die Crew von Ruedi lud zum Apéro, wo wir die Gelegenheit nutzten zum Klönschnacken.

Inverness - Dochgarroch LockDas Nachtessen mit feinen Spaghetti und passender Sauce machten Carmen und Arthur.

Inverness - Dochgarroch LockErneut begegneten wir sehr schönen Schiffen, die ebenfalls den Kanal befuhren.