Heute morgen telefonierte Brigitte mit dem Hafen Rouen, um einen Platz zu reservieren. Der Hafenmeister beschied uns, dass er keinen Platz für uns habe. Er habe viele Reservationen und deshalb sehe er keine Aussicht, uns aufzunehmen. Wir vereinbarten, dass ich ihm in einem Mail unser Anliegen präsentiere und er uns unterrichte, wenn sich an der Situation etwas ändern würde.

Wir machten den kurzen Schlag von Venables nach Poses, damit wir kurz vor der Schleuse optimale Bedingungen hätten, um am nächsten Tag bei günstiger Tide talwärts zu schleusen. Alternativ suchten wir schon nach anderen Häfen, die uns aufnehmen könnten. Aber an einem Sonntag sind in der Normandie die Häfen wohl überall nicht besetzt, ausser in Rouen.

Wir fuhren wiederum auf der Seine vorbei an den Kreidefelsen. Uns begegnete ein Kreuzfahrtschift der Viking-Gesellschaft. Auf dem Bild sieht man, dass es die blaue Tafel mit dem blinkenden Signal gesetzt hatte. Eigentlich müssten wir in diesem Fall Steuerbord-Steuerbord kreuzen. Da wir aber bereits durch Signale das Fahrwasser von Backbord auf Steuerbord gewechselt hatten, war das Signal völlig fehl am Platz. Ich vermute einen Schiffsführer-Aspiranten, der Kapitän zeigte sich nämlich auf der Brücke und grüsste freundlich.

Was auf der Seine auffällt, sind die vielen Inseln. Diese sind teilweise besetzt mit Ferienkolonien, manchmal aber auch der Natur überlassen. Wir haben viele schöne Häuser gesehen, je näher wir dem Zielort kamen. Hier ein paar Beispiele.

Touristen sind hier noch nicht in Mengen zu bewältigen. Es gibt zwei Schiffe, die von der Basis Poses aus verkehren (ein Dampfschiff und ein normales Passagierschiff). Letzteres befährt die kleineren Arme der Seine, wo normalerweise niemand hinkommt.

Schliesslich erreichten wir die Kade, die ich über Google Street View schon etwas erkundet hatte. Es gibt etwa vier Plätze mit elektrischen Anschlüssen, diese waren mit einer Ausnahme aber bereits belegt. Deshalb entschlossen wir, mit der Taranaki ohne Anschluss festzumachen. Der Quai und die angrenzenden Häuser sind eine wahre Pracht.

Am späteren Nachmittag spazierten die Crew der Linna und der Taranaki Richtung Süden und erreichten bald einmal das Restaurant Le Buzz. Es war ein vorgezogenenes Nachtessen, als plötzlich das Telefon klingelte. Am Telefon war die Capitainerie des Hafens von Rouen. Der Hafenmeister teilte mir mit, dass wir nun doch kommen könnten und im Päckli mit der Linna vorne am Ponton festmachen könnten. Das freut uns sehr, so dass unser Reiseziel doch noch wie geplant erreicht werden kann.