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Reisen mit der TARANAKI

Venlo – Plasmolen

Da wir wegen der Finalisierung in Wessem einige Tage verloren hatten und gerne vor Blokzijl noch Halt in Giethoorn Halt machen wollen, verlängern wir etwas die Tagesetappen. Heute hatten wir uns deshalb den 58 km entfernten Jachthaven El Dorado in Plasmolen zum Ziel gesetzt.

Unterwegs staunten wir etwas über die vielen Leute, die offenbar am 1. Mai nicht arbeiten und den schönen Vorsommertag geniessen. Dem Flussufer entlang gab es viele Anglerzelte, die mit ganzen Familien besetzt waren. Möglicherweise wird das morgen ähnlich, weil mit einem freien Freitag die „Brücke“ für ein verlängertes Wochenende gemacht werden kann.

Wir machten gut Fahrt bei sonnigem klaren Wetter. Es begegnete uns nur ein bergwärts fahrender Cargo, der die blaue Tafel mit dem Funkel gesetzt hatte. Das bedeutet, dass er uns Steuerbord – Steuerbord passieren will. Normalerweise ist das immer Backbord – Backbord. Das geschieht, weil er den kürzesten Weg nutzen will, um Treibstoff zu sparen.

Unterwegs gab es einige Fähren, die wir manchmal zusammen mit Frachtschiffen passieren konnten. Letztere haben immer Vortritt.

Venlo - PlasmolenAuch Brigitte fuhr heute mehrmals eine Strecke. Sie machte ihre Sache gut, insbesondere dann, als ich den Masten ablegte und uns starke Wellen verursachende Motorboote entgegen fuhren. Schön eingedreht sind die Wellen kein Problem.

Die Niederländer freuen sich an starken Motoren und sind aktive Wassersportler. So konnten wir einen aktiven jungen Mann beobachten, der sein Sportgerät wahrlich gut beherrschte.

Venlo - Plasmolen Venlo - Plasmolen Venlo - Plasmolen

Venlo - PlasmolenWir näherten uns Cuijk, vorbei an den Bunen, wo uns bereits die Heilige Martinuskirche begrüsste. Der Wasserstand in der Maas war über die ganze Distanz gesehen sehr gut, aber die Ländereien wären auf längere Regenperioden angewiesen.

Venlo - PlasmolenDer Traktor beachert eine Fläche, die sich staubtrocken präsentiert.

Venlo - PlasmolenKurz vor unserem Ziel entdeckten wir weit voraus ein Schiff, das ein wahres Schmuckstück darstellte.

Venlo - PlasmolenEtwas später sahen wir dafür ein sehr skurriles Gerät, das schwamm und sogar von einem Aussenborder angetrieben wurde.

Schliesslich machten wir nach 58 km um 14:58 Uhr am Passantensteg El Dorado fest.

Wessem – Venlo

Törns 2025

Dieses Jahr haben wir insgesamt zwei grössere Törns vor uns. Der erste wird uns in einem ersten Teil nach Blokzijl führen, wo wir mit Freunden des schleusenverein.ch zusammentreffen, zum sogenannten Treffen der Hollandfahrer. Im zweiten Teil werden wir mit Peter und Elisabeth Morgenthaler, André Keller und Brigitta Gwerder nach Hamburg fahren.

Im Herbst werden wir dann mit dem schleusenverein.ch in Belgien die Hebewerke besuchen. Wir sind gespannt und freuen uns auf unsere Abenteuer.

Gelassenheit ist eine Tugend

Wir hatten geplant, unsere Tour am Samstag, 26. April 2025 zu starten. Wir hatten diverse Arbeiten am Schiff in Auftrag gegeben, welche von Schuller Erwin und seiner Crew fristgerecht erledigt wurden. Auf der Hinfahrt war auf einmal Erwin Schuller am Telefon und fragte uns, wann wir in Maasbracht ankämen. Das hatte er noch nie gefragt, er klärte uns aber sogleich auf: Der Feinfilter hatte auf ihrer Probefahrt geleckt. Trotz einem neuen Deckel leckte er noch immer. Da entdeckten sie im Gehäuse einen feinen Spalt, aus dem immer noch Wasser tropfte. Da ein Ersatzteil nicht mehr erhältlich ist, wurde der Filter kurz geschlossen. Heute haben alle Schiffe nur einen Filter und wenn ich den Seewasserfilter regelmässig kontrolliere, geht das gut.

Die Probefahrt am Freitag verlief problemlos und wir waren guten Mutes, wie geplant starten zu können. Da gab es aber ein paar kleine Details: Am Morgen war es jeweils richtig kalt und so probierten wir unsere Heizung aus. Leider blieb es beim Versuch und ohne die Heizung wollten wir nicht losfahren. Dann hatte ich beim Montieren der Wimpel den Masten abgelegt und dabei nicht gesehen, dass das Kabel kürzer war, als in früheren Jahren. Dabei riss ich das Kabel für das Ankerlicht heraus, konnte es aber nicht mehr selber reparieren. Rick Graus von Boatequipment musste einen neuen Stecker installieren.

Als die neue Heizung nicht lief, dachte ich, die Batterie würde nicht aufgeladen. Ich stellte den Schalter um und leider wurden erst dann die Batterien nicht mehr aufgeladen. Die Heizung zieht am Anfang recht viel Strom und so war es bald einmal unmöglich, diese noch zu starten. Zudem hatte der Dampfabzug wegen einer defekten Sicherung gestreikt. Das hat Erwin Schuller am Dienstag alles in Ordnung gebracht.

Rick brachte gestern auch die Heizung wieder auf Vordermann. Zusätzlich zur geladenen Batterie musste er die Dieselpumpe neu ausrichten, damit sie Diesel und nicht nur blosse Luft in die Heizung pumpen kann. Schliesslich hatte Rick für die Scheibenwischer eine grossartige Idee: Diese hatten wegen den etwas ausgeleierten und korrodierten Steckern mehr schlecht als recht funktioniert. Dank etwas Alufolie funktionieren die Kontakte wieder einwandfrei. Manchmal helfen eben Hausmittelchen weiter.

Das einzige Problem, mit dem wir auf unserem Törn leben, ist ein defekter Raymarine Transceiver. Der verantwortliche Retailer sagte uns, vermutlich sei das Gerät defekt. Er werde es ersetzen, habe aber diese Woche keine Zeit. So einigten wir uns, dass wir ihn eine Woche vor der Rückkehr in Wessem anrufen und mit ihm einen Reparaturtermin vereinbaren. Das gehe noch auf Garantie, Glück gehabt!

Wir starteten den Motor um 09:30 Uhr und fuhren bei Sonnenschein und angenehmen Temparaturen los.

Wessem - VenloEs war wenig Verkehr und wir konnten auf der ganzen Strecke praktisch sofort schleusen.

Wessem - VenloUnterwegs trafen wir die unter Schweizer Flagge segelnde SK206, die aber in Deutschland registriert ist. Dies „Flaggenänderung“ könnte teuer werden, wenn das jemand feststellt.

Wessem - VenloIm Stadthaven Venlo hatte es wenig Betrieb, nur wenige Sportboote hatten angelegt. Offenbar werden der Anlegesteg verlängert, was zusätzlichen Schiffen zu gute kommen wird. Weiter fehlen unseres Erachtens immer noch Duschen und Toiletten.

Wessem - VenloBei Grabungsarbeiten haben Archäologen herausgefunden, dass der Ort etwa im Jahre 19 v. Chr. entstand und ein Logistikstandort der Römer war. Bei den Grabungsarbeiten wurden zahlreiche Gegenstände gefunden, unter anderem Keramik, Fragmente eines Bronzehelmes aus der Zeit Augustus sowie Glasperlen und 170 römische Münzen, darunter keltische Avaucia-Münzen. Diese lassen das Alter von Venlo genau bestimmen.

Wir kamen gut voran und legten um 14:36 Uhr nach 39 km Fahrt in einem unserer Lieblingshäfen an: Im WSV de Maas in Venlo (Sehr gut gepflegt und günstig).

Venlo – Wessem

 

Vorgestern und gestern blieben wir noch in Venlo. Gestern besuchten wir den Freizeitpark Toverland. Angela organisierte für die Fahrt ein Uber-Taxi, was bestens klappte. Der Park hat einige Attraktionen auch für Erwachsene, vor allem aber auch für Kinder.

Venlo - WessemUns gefielen vor allem die längste und schnellste Berg- und Talbahn aus Holz der Benelux-Länder. Die war wirklich atemberaubend.

Venlo - WessemBesonders gefiel uns auch Fénix, der Feuervogel, der aus der Asche stieg. Das Versprechen, ein spannender Flug zu werden, wurde absolut eingehalten: Aus einer Höhe von 40 Metern rast er mit 95 Km/h nach unten, um später drei mal über den Kopf zu rotieren! Ein spezielles Gefühl im Fliegen mit G-Kräften, einfach toll.

Das Wetter war sehr wechselhaft: Der Sonnenschein wurde mehrmals kurze Zeit durch Regen unterbrochen, aber so richtig nass wurden wir erst bei der Wildwasserflussfahrt Djengu River. Das Floss drehte sich ausgerechnet beim Wasserfall so, dass Yannik und ich einen tollen Schluck Wasser erwischten.

Heute fuhren wir bereits um acht Uhr los, weil gegen 14:00 Uhr Regen angesagt war. Wir wollten vorher im  Comfortparc ankommen.

Unterwegs war zuerst nicht viel los. Gegen Roermond wurde es aber sehr interessant. Viele Frachtschiffe kreuzten unsere Fahrt oder überholten uns.

Venlo - WessemAuf einmal sahen wir eine alte Bekannte, die wir zuletzt in der Schleuse Sambeek gesehen hatten: Die Viva Tiara überholte uns.

Venlo - WessemIch prüfte im Marinetraffic ich den Zielort des Flusskreuzfahrtschiffs und sah, dass es in Roermond festmachen wird. Passagier- und Frachtschiffe haben gegenüber Sportbooten immer Vortritt. So machten wir Platz resp. reduzierten die Geschwindigkeit, damit das Schiff ungehindert vorfahren konnte.

Venlo - WessemWir mussten etwas warten, weil noch ein Frachter und ein Sportboot talwärts schleusten.

Venlo - WessemDann konnten wir hinter der Viva Tiara in die Schleuse einfahren.

Venlo - WessemDie Schleuse Heel führt mehrtägige Inspektionsarbeiten durch, weshalb die Schleuse nur in gewissen Zeitfenstern befahren werden kann. Ausserhalb dieser Zeitfenster benutzen deshalb die Frachter die Roermond- und die Linne-Schleusen. Wie vorausgesehen machte das Passagierschiff in Roermond an einem Landungssteg fest.

Venlo - WessemRobert mit Angela und Yannik auf der Highlander in der Sluis Roermond.

Wir fuhren weiter, da begegnete uns eine 75-Jahre-Jubiliäumsjacht aus dem Hause Linssen.

Venlo - WessemUnd wer stand auf der Heckterasse und winkte uns zu, nachdem sie von unseren Schiffen noch Fotos gemachte hatte? Niemand anderes als Yvonne Linssen. Wir freuten uns über dieses unerwartete Zusammentreffen und beglückwünschen Linssen dafür, dass sie so robuste und langlebige Jachten baut.

Bald erreichten wir die Linne-Schleuse und mussten dort etwas warten. Ein Frachter, ein Schuber und ein Sportboot fuhren aus der Schleuse. Unterhalb der Schleuse ist die Situation etwas unübersichtlich, wenn man Spoorplas kommt. So fuhr ein etwa 20 m langes Sportboot und wolllte Richtung Schleuse beidrehen, was zu einer Kollision geführt hätte, wäre nicht im letzten Augenblick der Ernst der Lage erkannt worden. Der Skipper des Sportboote drehte ab, so dass der Frachter in voller Fahrt problemlos vorbei fahren konnte.

Wir legten schliesslich im Comfortparc wieder an. Unsere Reise nach Zeeland war damit glücklich abgeschlossen. Unser Schiff blieb jeweils im Noordbrabant, mit dem Fahrrad überquerten wir die Provinzgrenze, als wir nach Bruinisse fuhren.

Damit schliessen wir auch unsere Törns dieses Jahr ab. Wir werden unser Schiff noch reinigen und eine Liste der Pendenzen für Wartungsarbeiten im Winterhalbjahr erstellen.

Wir haben dieses Jahr mit 4’135 Motorstunden begonnen und mit 4’332 abgeschlossen, haben den Motor also 197 Stunden laufen lassen. Das sind zwar 36 Stunden weniger als letztes Jahr, trotzdem haben wir wiederum viele tolle Begegnungen erlebt und schöne Erinnerungen gesammelt.

Der Motor hat immer zuverlässig seinen Dienst verrichtet, wir mussten auch den Impeller nie wechseln. Dieses Jahr hatte ich den Feinfilter zusätzlich intensiv geprüft. Durch die regelmässigen Kontrollen habe ich festgestellt, dass die Maas den Filter am wenigsten verunreinigt.

Wir freuen uns bereits auf 2025!

Leukermeer – Venlo

Leukermeer - VenloDas Leukermeer liegt im Maastal. Im neuen Zugang werden Unmengen von Sand und Kies abgebaut, die für den Strassen- und Häuserbau verwendet werden. Im Vorfeld haben während 10 Jahren Archäologen die bereits in der Steinzeit besiedelten Flächen untersucht, die durch die regelmässigen Überschwemmungen der Maas und deren Sediment-Ablagerungen die Besiedelung seit 10’000 Jahren eindrücklich dokumentieren. Ende 2020 wurden die archäologischen Untersuchungen abgeschlossen und mit dem Abbau von Sand und Kies begonnen.

Der Abbau führt zu neuen Lebensräumen, die in unserer Zeit immer rarer werden. Die neu geschaffene Fluss- und Seenlandschaft mit ein vielfältigen Flora hat auch zu mehr Insekten, Amphibien und Vögeln geführt, die offenes Wasser und schlammige Sumpfgebiete lieben. Damit wird die Biodiversität gestützt, was auch in der Schweiz bitter nötig ist.

Der ursprüngliche Zweck der neu geschaffenen Mulde dient dem Hochwasserschutz, welcher nach den Überschwemmungen in den Jahren 1993 und 1995 initiiert wurde. Das Projekt hat aber inzwischen dank Partnerschaften mit Gemeinden, Behörden, Anwohnern und Interessengruppen eine weitaus grössere Bedeutung erhalten. Hier soll der Maaspark Well entstehen, der nicht nur der Umwelt, sondern auch für die Menschen zu einem Erholungsgebiet werden soll. Das Projekt wird 2029 abgeschlossen werden.

Mit einem Klick auf das Foto oben gelangst du zu weiterführenden Informationen.

Wir fuhren um zehn Uhr los. Es hatte auf der Maas wenig Frachtverkehr, da normalerweise am Montag die Schiffe am Zielort ent- oder beladen werden. Anschliessend gehen sie auf Fahrt. Am meisten Frachtverkehr konnten wir jeweils am Freitag beobachten, weil die Frachtführer versuchen, allenfalls noch zu entladen oder die Schiffe am Zielort zu vertäuen, damit am Montag keine Zeit verloren geht.

Leukermeer - VenloUnterwegs trafen wir eine unter Deutscher Flagge fahrende Joy. Es handelt sich ebenfalls um eine Linssen und wir können mit Stolz sagen, dass es sich um eine jüngere Schwester handelt.

Leukermeer - VenloZudem mussten wir ein paarmal aufstoppen, weil gerade Fähren mit Gästen die Maas querten.

Schliesslich trafen wir im Jachthaven der Watersportvereniging De Maas ein, wo wir wie gewohnt von einem sehr freundlichen Hafenmeister begrüsst wurden. Wir konnten in einer leeren Box an einem Steg festmachen.

Leukermeer - VenloAb vier Uhr nachmittags hat es ziemlich zu regnen begonnen. Die Temperaturen sind daraufhin ebenfalls gesunken. Dann zeigte sich zwischendurch die Sonne, was zu einem tollen Regenbogen führte.

Wir werden morgen noch hier bleiben. Robert wird mit Angela und Yannick ebenfalls im Hafen eintreffen.

Boxermeer – Leukermeer

Wir fuhren wieder so etwa gegen 10:00 Uhr morgens los, nachdem ich den Seewasserfilter gereinigt hatte. Ich habe zusätzlich mit einem Metallmeter das Ansaugrohr gereinigt, weil ich nicht wusste, was dort unten noch so verborgen war.

Langsam fuhren wir über den Flussarm zurück zur Maas. Die Tiefe der Fahrrinne ist mehr als ausreichend, der Wind hatte zudem die Algenballen ans Ufer geweht. Trotzdem war ich vorsichtig und Brigitte gab mir regelmässig Rückmeldung von der Motortemperatur. Sie war durchwegs in Ordnung.

Wir näherten uns der Schleuse Sambeek, wo bereits ein Sportboot in die geöffnete Schleusenkammer eingefahren war. Wir fuhren ebenfalls ein und schon bald schleusten wir bergwärts.

Im Oberwasser der Schleuse legte ich kurz an, weil ich nochmals den Seewasserfilter kontrollieren wollte. Siehe da: Es hatte bereits wieder einen Algen-Watteballen im Filter. Ich reinigte ihn nochmals und war mir sicher, dass ich ab sofort keine Probleme mehr befürchten muss. Die Maas ist ein herrlich sauberer Fluss.

Boxermeer - LeukermeerWas macht einen Skipper glücklicher, als eine Fahrt auf einem schönen Fluss inmitten einer tollen Landschaft bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen?

Boxermeer - LeukermeerUnsere Tour sollte nicht so lange dauern, zudem war Sonntag und wohl wenig Frachtverkehr zu erwarten. Trotzdem begegnete uns ein Schubverband (Frachter mit einem Leichter), der Container geladen hatte. Ohne Radar ist so eine Fahrt unmöglich und der Frachtführer muss darauf zählen, dass die entgegenfahrenden Fahrzeuge ihren Kurs beibehalten.

Schliesslich fuhren wir Backbord in den neuen Zugang zum Leukermeer ein. Wir waren bereits gegen 14:00 Uhr nachmittags am Ziel und legten am Passantensteg an. Der Wind blies ziemlich stark und so liessen wir uns von ihm an den Steg treiben. Brigitte machte fest und ich den Motor aus.

Boxermeer - LeukermeerDer See liegt nahe von einem wunderschönen und ausgedehnten Naturschutzgebiet. Wir radelten in dieses Gebiet, wo die Heide in voller Blüte stand.

Boxermeer - LeukermeerEtwas Regen würde der Region guttun, wir hatten erneut einen wunderschönen Tag erlebt, wie schon auf unserer ganzen Tour. Erfreulicherweise war es nicht mehr so heiss.

Boxermeer - LeukermeerIch suche immer noch eine Gallionsfigur. In Gent hatten André und ich schon eine ausgemacht, die war aus Holz und an einem Ausflugsschiff befestigt. Wir befürchteten zudem, dass unsere Schiffe buglastig würden. Aber die Entdeckung im Leukermeer würde bei beiden Schiffen keine Last bedeuten.

Boxermeer - LeukermeerAuf der Taranaki geniessen wir den schönen Abend.

Wijchen – Boxermeer

Wijchen - BoxermeerWir starteten bei schönem Wetter so gegen 10 Uhr. Nach einem traditionellen Frühstück mit Kaffee, Früchten und Bichermüesli für mich kann der Tag nur gut beginnen.

Wijchen - BoxermeerWir fuhren den Seen zurück, den Kanal hinaus Richtung Maas. Dort wendeten wir uns bergwärts und näherten uns schon bald der Grave Sluis. Dort wartete bereits ein Sportboot und wie sich zeigte, auch ein bergwärts fahrender Frachter. Bevor wir einfahren konnten, fuhren ein Frachter und ein paar Sportboote aus der Schleuse. Zuerst fuhr der Frachter ein, dann das zuerst wartende Sportboot, dann wir. Uns folgten vier weitere Sportboote. Da das erste Sportboot bereits kurz nach der Einfahrt am Poller anlegte, gab’s dahinter nur noch Platz für ein Boot. Ich fuhr rechts hinter den Frachter und nach mir hatten noch zwei Sportboote genügend Platz. So geht das!

Während dem Schleusenvorgang bereitete der Frachter sein Auto zum Abladen vor. Der Kran hievte das Fahrzeug straff ans Drahtseil, so dass er das Auto unmittelbar nach der Schleuse abladen konnte.

Wir fuhren vorbei an den Jachthäfen Grave, Cuijk und El Dorado bei Plasmolen. Unser Ziel war das Boxermeer, ein Jachthaven, in dem wir auch noch nie anlegten.

Wijchen - BoxermeerUnterwegs bekamen wir wieder schöne Schiffe zu Gesicht.

Wijchen - BoxermeerAuch einfach kleine, die gut gepflegt und gewartet werden, sind eine Augenweide. Da sind sogar rote Fender ein Tüpfelchen auf’s i.

Wijchen - BoxermeerUns kam dann noch ein Halbgleiter entgegen, der wohl noch Treibstoff vernichten musste. Der Schiffsrumpf ist gänzlich orange, das Weisse ist reine Gischt. Jedenfalls kam der mit einem irren Tempo und mit noch irrerem Wellenschlag daher und überholte noch ein Motorboot mit einem Wasserskifahrer.Wijchen - Boxermeer

Wijchen - BoxermeerUnterwegs überholten wir noch eine Gruppe Ruderer, die dann in den Jachthaven Gennep einbogen. Kurz nachher fuhren wir in das Boxermeer, das wohl einen Seitenarm der alten Maas darstellte.

Der See hat wenig Wasseraustausch, was zu verklumpten Algenballen führt. Diese sehen aus wie grüne Watte und nicht gerade das, was man im Filter haben möchte. Ich fuhr sehr langsam und hatte trotzdem dann im Filter Algenballen zu entfernen.

Der Hafen ist ok, die Hafenmeisterin sehr freundlich und der Aufenthalt günstig. Das Ankerbier im Hafenrestaurant war ebenfalls sehr günstig, eine Flasche zu € 2.00.

Wijchen - BoxermeerWir benutzten anschliessend unserer Fahrräder zu einem kleinen Ausflug ins Dorf Boxermeer sowie an die Schleuse Sambeek. Es gibt auch schöne Frachter, hier ein Cargo mit Kohle beladen und vertäut.

’s-Hertogenbosch – Wijchen

’s-Hertogenbosch - WijchenHeute morgen war es wieder ein klarer Tag, der ziemlich heiss zu versprechen schien. Wir fuhren kurz vor zehn Uhr aus dem Hafen und über den kleinen See zurück in die Maas.

Der Hafen ist gut ausgerüstet, einzig die Anzahl Duschen und Toiletten ist etwas limitiert. Die Hafenmeisterin meinte zwar, wenn viele Passanten kämen, würde sie die zusätzlichen Duschen und Toiletten aufschliessen. Aber offenbar hatte es zuwenig und so war die Toilette mit eingeschlossener Toilette dann doch etwas wenig.

’s-Hertogenbosch - WijchenEs gab nicht so viel Verkehr, einzig vor der Schleuse Lith gab es einen Stau mit Sportbooten. Zuerst fuhr noch ein Frachter in die Schleuse und einmal mehr haben die einfahrenden Sportboote teilweise schlecht aufgeschlossen. Wir hätten eigentlich alle Platz gehabt, ich verzichtete dann und war dann das erste Schiff in der nächsten Schleuse.

’s-Hertogenbosch - WijchenBeim Warten erreichte uns ein Sportboot, der wohl noch nicht so Übung hatte. Das zeigte sich spätestens in der Schleuse, als die Crew vergeblich versuchte, einen höher angebrachten Poller zu nutzen. Nach etwa sechs Versuchen gelang das zwar, aber da näherte sich von hinten ein Arbeitsschiff, das auf der Steuerbordseite eine Arbeitsplattform mitführte. Damit hatte es eine Überbreite, die kein Sport auf Steuerbord duldete. Das hiess, dass wir alle nach vorne rücken mussten. Dann klappte es schliesslich und wir schleusten bergwärts.

Wir fuhren zum Jachthaven De Batavier in Wijchen. Diesen Hafen kannten wir noch nicht. Von der Maas muss man zuerst einen Kanal einfahren, dann über einen See und erreicht schliesslich den Hafen. Der grosszügige Passantensteg bot Platz für viele Schiffe, aber zur Zeit hatten mit uns schliesslich drei Schiffe und ein kleines Motorboot angelegt. Die Duske kannten wir schon von Maasbommel her.

Der Hafenmeister empfing uns sehr freundlich. Er empfahl uns das Hafenrestaurant, das einem Verein gehört. Dort kann man vorzüglich und sehr günstig essen, ein echter Geheimtipp.

’s-Hertogenbosch - WijchenAls Dessert genossen wir einen „Koffie met Schrobbéler“, was sehr gut schmeckte.

Geertruidenberg – ’s-Hertogenbosch

Heute war es am Morgen richtig kühl. Es ging zudem ein frischer Wind und ich kleidete mich in langen Hosen. Der Nebel hing etwa 30 m über dem Boden und feucht war es auch. Brigitte löste die Taue vom Kopfsteg und wir fuhren ein kleines Stück rückwärts, wendeten das Schiff und verliessen den Hafen.

Geertruidenberg - 's-HertogenboschBald entdeckten wir wieder die Flotte der River Drones, die wohl nahe von Geertruidenberg ihre Basis haben. Wie schon früher berichtet, handelt es sich dabei um ferngesteuerte Frachtschiffe, die vorerst noch mit einem Kapitän unterwegs sind, der allerdings nur im Notfall eingreifen soll. Gesteuert werden sie aus einer Zentrale.

Geertruidenberg - 's-HertogenboschBrigitte holte wärmere Sachen und war damit gegen alle Eventualitäten geschützt. Es ging ein starker Wind aus der Fahrtrichtung, welcher recht hohe Wellen aufschaukelte. Kurz vor Heusden waren diese am intensivsten, dann liess der Wind etwas nach.

Auf der Maas war heute morgen nicht viel los. Wenige Sportboote und noch weniger Frachtschiffe waren unterwegs.

Geertruidenberg - 's-HertogenboschDie Niederländer sind Fan vom F1-Fahrer Verstappen. Das sieht man sogar auf der Maas (er ist schliesslich an der Oude Maas aufgewachsen). Sogar der Red Bull achtern darf nicht fehlen.

Geertruidenberg - 's-HertogenboschUnterwegs flog immer wieder unser Geleitschutz im Tiefflug über uns hinweg. Wir nehmen an, dass es sich um Übungsflüge handelt, wo eben der Tiefflug geübt wird. Man hört zwar den Lärm, aber sieht sie lange nicht, bis die Kampfhelikopter über uns wegbrausten.

Gegen 13:00 Uhr lichtete der Nebel und die Sonne trat zum Dienst an. Und wie: Das Thermometer kletterte bis auf 31 ° C.

Geertruidenberg - 's-HertogenboschWir besuchten heute den Hafen Neptunus, in dem wir noch nie zu Gast waren. Der Hafen liegt nahe der Maas und ist ordentlich eingerichtet. Hilfsbereite Skipper haben uns beim Anlegen geholfen, Sobald wir die Taranaki am Anlegesteg vertäut hatten, haben wir uns umgezogen. Wir fuhren mit den Fahrrädern nach Empel einige Kleinigkeiten einkaufen.

Geertruidenberg - 's-HertogenboschDas Foto zeigt die Sluis Empel, die über einen Kanal nach ’s-Hertogenbosch führt.

Geertruidenberg - 's-HertogenboschDabei gibt es immer auch die kleinen schönen Dinge zu entdecken, etwa ein Wehr aus alter Zeit, das immer noch zuverlässig seinen Dienst verrichtet.

Geertruidenberg - 's-HertogenboschDie Maas ist auch geeignet zum Segeln, sofern es Wind hat. Und der bläst in den Niederlanden eigentlich ziemlich zuverlässig.

Dintelmond – Geertruidenberg

Dintelmond - GeertruidenbergWir haben einige Tage in DIntelmond verbracht, wo uns der Hafen sehr gut gefallen hat und von wo aus wir einige Fahrradausflüge machen konnten.

So besuchten wir Willemstad und selbstverständlich dort den Stadthaven. Er liegt sehr schön, hat aber wenig Plätze und die vertäuten Schiffe erinnerten etwas an die Côte-d’Azure. Auch die Restaurant unmittelbar hinter dem Hafen vermittelten dieses Flair, einfach in einem viel überschaubareren Rahmen.

Dintelmond - GeertruidenbergDann radelten wir bis zum Dive spot Anna-Jacobapolder, wo wir mit einem stillgelegten und zu einer Fähre umfunktionierten Fischerboot nach Bruinesse segelten. Dintelmond - GeertruidenbergEs windete sehr stark und wir beschlossen – nicht zuletzt aufgrund der Empfehlung eines älteren Matrosen – den gleichen Weg zurückzufahren. Auf der ursprünglichen Route wären wir stark dem Gegenwind ausgesetzt gewesen und hätten dabei etwa 40 km zurücklegen müssen.

Dintelmond - GeertruidenbergAuf der Rückfahrt machten wir bei der Beneden Sas einen Trinkhalt. Das Restaurant mit Gartenanstoss liegt unmittelbar neben der Schleuse und dem Personen- resp. Fahrradsteg. Im Gegensatz zu üblichen Schleusen und damit verbundenen Brücken ist die Schleuse hier immer offen und die Brücke muss über einen Knopf bestellt werden. Auf Schienen wird sie herangeführt und überspannt dann den Kanal.

Dintelmond - GeertruidenbergAm nächsten Tag fuhren wir bei sehr heissem Wetter weitere gut 40 km nach Ooltgensplaat. Der Ort wirkte wie ausgestorben, wir vermuteten, dass das mit dem Formel-1-Grand-Prix von Italien zusammen hing. Dieser fand in Monza statt und der Verstappen – die Hoffnung aller Niederländer – zwang sie vor den Fernseher.

Dintelmond - GeertruidenbergDer Ausflug war mindestens eine sportliche Betätigung, der kleine Hafen im Ort war voller Wasserlinsen und die darin festgezurrten Schiffe hatten – bis auf wenige Ausnahmen – auch schon bessere Tage gesehen.

Nach einem Waschtag fuhren wir noch nach Bergen op Zoom. Die Fahrräder hatten wir an der Bushhaltestelle in Dinteloord abgestellt. Mit dem Bus überwanden wir die Strecke bequem und in kürzester Zeit.

Dintelmond - GeertruidenbergIm Ort hatten wir einige Sehenswürdigkeiten angeschaut und im Park einen Zirkus entdeckt. Die Zirkuswärter liessen Kamele und Dromedare weiden und führten gerade Watussi Rinder auf eine Weide nebenan. Die riesigen Hörner waren gewaltig.

Dintelmond - GeertruidenbergDas Grand Hotel de Draak ist das älteste Hotel in den Niederlanden, das heute noch als Hotel benutzt wird. Es stammt aus dem Jahr 1397.

Heute fuhren wir um halb zehn Uhr los. Wir verliessen den Jachthaven Waterkant den wir sehr schätzten und in dem wir uns sehr wohl gefühlt hatten. Wir fuhren wieder die Dintel zurück.

Der Bagger, der die Fahrrinne ausbaggerte, war einige hundert Meter weiter. Unglaublich, wieviel Aufwand betrieben werden muss, um die Binnengewässer in den Niederlanden schiffbar zu halten.

Vor der Eisenbahn-Drehbrücke bei Sint Hoeven mussten wir zuerst vier Züge passieren lassen. Nach gut einer Viertelstunde konnten wir passieren.

Schliesslich bogen wir wiederum in den Markkanaal ein. Auch diese Schleusentore wurden uns buchstäblich vor der Nase zugemacht, einige hundert Meter weiter vorne hätten wir noch einfahren können. Es dauerte aber nicht lange – der Hub beträgt nur etwa 80 cm – konnten wir ebenfalls bergwärts schleusen.

Nach der Schleuse fuhren wir durch Donge. Der Fluss wird auf der Waterkaart mit einer Fahrrinne von 1 m 70 cm angegeben. Tatsächlich ist er aber tiefer, weil dort auch Frachter fahren. Einzig die beiden letzten Brücken vor unserem Zielhafen sind zu niedrig, dort können keine Frachter durchfahren.

Brigitte rief den Hafenmeister vom Watersportvereniging „Geertruidenberg“ an. Wir machten am Passantensteg fest und der Hafenmeister wies uns einen Kopfsteg zu, wo wir mit der Taranaki anlegten.

Dann schauten wir uns noch das Städtchen Geertruidenberg an. Es wir am Rand dominiert von Industrie samt stillgelegtem Kühlturm eines Kohlekraftwerks. Das Kraftwerk ist noch in Betrieb, wird aber alternativ gekühlt.

Nach kleinen Einkäufen sind wir zurück auf dem Schiff und ich freue mich auf ein feines Risotto.

 

Heusden – Dimmelen

Heute fuhren wir eine Strecke, die wir noch nicht kannten. Beim Losfahren aus dem Hafen hatten wir abfliessendes Wasser. Bei 1’700 Touren legten wir 11.5 km / Std. vor. Das war ganz anständig. Die Maas wird hier immer breiter, das Kreuzen von Frachtern und Sportbooten bereitete keine Probleme mehr. Die Maas heisst ab Kilometer 226 Bergsche Maas, kurz vor Dimmelen heisst sie Amer.

Heusden - DimmelenDer Tag war wieder sehr heiss und es regte sich kein Lüftchen mehr. Die Kühe suchten den Schatten auf und wir waren froh, dass unser Zelt die Sonne abhielt.

Heusden - DimmelenSchliesslich fuhren wir in den Hafen ein, der zu den grössten in ganz Westeuropa zähle. Es war den ganzen Tag über ein Kommen und Gehen, wobei gegen Abend die Kadenz eindeutig zunahm.

Heusden - DimmelenWir suchten das einzige Restaurant auf, das am Mittag geöffnet hatte. Rund um den grossen Hafen gibt es jede Menge Restaurants, die aber erst Abends öffnen. Aus dem Schatten heraus konnten wir Schiffe und Skipper beobachten.

Heusden - DimmelenWir hatten schon vom totel Winkel gesprochen, den insbesondere Containerschiffe betreffen. Heute haben wir einen Schuber mit einem leeren Leichter entdeckt, der rein gar nichts sehen konnte. Dank Radar und vermutlich einem Matrosen mit Funkverbindung kann trotzdem gefahren werden.

Heusden - DimmelenAuch Militär war mit Gummibooten unterwegs.

Es gab zahlreiche Schiffe, die eigentlich nach Sonnenuntergang zurück in den Hafen fuhren. Die meisten hatten vorschriftsgemäss die Beleuchtung eingeschaltet, einige fuhren aber komplett ohne Licht.

Wir machten noch eine Fahrradtour der Amer entlang und dann noch ins Landesinnere. Da wir erst nach vier Uhr gestartet waren, war die Hitze erträglich. Nach dem Nachtessen an Bord erfreuten wir uns an der Dusche und frischen Kleidern.