Wessem – Venlo
Gestern durften wir Doris Schmied an Bord willkommen heissen. Sie geniesst ein paar Tage wohlverdiente Ferien auf unserer Taranaki, leider ohne Martin. Wir wünschen ihm auch an dieser Stelle gute Genesung, viel Geduld und Durchhaltevermögen. Wir hoffen, dass er vollständig vom schweren Unfall genesen wird.
Heute morgen verabschiedeten wir uns von Robert, der auf seiner Highlander im Comfortparc bleiben wird, bis Liza zu ihm stösst. Dann fuhren wir gegen halb zehn Uhr los Richtung Venlo. Gemäss unseren Informationen funktionieren die beiden Schleusen in Linne und in Roermond wieder, was sich rasch bestätigte. In Linne waren wir sechs Sportboote, die abwärts schleusten. Die Linne-Schleuse hat den Vorteil, dass sie halbiert werden kann, wenn wenig Schiffe unterwegs sind.
Wir erwarteten, dass in Roermond mehr Schiffe talwärts schleusen werden, was sich bewahrheitete. Nach der Schleuse setzte ein Run ein, als käme nurmehr ein Schiff pro Schleusung weiter.
Nachdem wir die Schleuse verlassen hatten, war sie bereit, neue Schiffe bergwärts aufzunehmen. Wir sahen auf der Reise noch viele Kandidaten. Zuvorderst in der Schleuse lag ein richtiges Schmuckstück, welches wir ihm Hafen von Venlo wieder antrafen.
Unterwegs hatten wir dann Gelgenheit, es aus der Nähe zu bestaunen.
Auf dem Törn trafen wir nur zwei Cargo-Schiffe und ein schönes Passagierschiff, einmal eines aus den Niederlanden, die Prins Willem-Alexander1, was uns sehr freute. Es wurde sicher zu Ehren des heutigen Königs der Niederlande so getauft und scheint deshalb nicht so alt zu sein.
Nach einer erholsamen Pause mit Getränken und einem kleinen Imbiss unternahmen wir einen Spaziergang nach Venlo. Fussgänger sind auf dieser Strecke wohl selten zu finden, weil wir die über weite Strecken die Velorouten benutzen mussten. Die Fietsen-Skipper fuhren aber aufmerksam und rücksichtsvoll, so dass wir unbeschadet im Stadthaven von Venlo landeten.
Natürlich musste ich die angelegten Schiffe betrachten, wobei ich ein besonderes familienfreundliches entdeckte, das auf dem Vordach mit einer Art Laufgitter ausgestattet war. Der Vater in der Mitte, das Kleinkind rechts und die Tochter links: Sehr schöne Art, mit einer Familie auszufahren.
Am Abend reservierten wir in der Brasserie De Admiraal, direkt hinter dem Vereinshafen gelegen. Um auf der Terasse sitzen zu können mit einer schönen Übersicht über den Hafen, muss man zwingend reservieren. Die Brasserie ist auch bei Einheimischen sehr beliebt.
1 Willem-Alexander (* 27. April 1967 in Utrecht als Willem-Alexander Claus George Ferdinand), Prinz von Oranien-Nassau, Jonkheer van Amsberg, ist seit dem 30. April 2013 König der Niederlande. Er übernahm das Amt von seiner Mutter Beatrix, die an diesem Tag vom Thron abdankte.






















Frechdachse1 gibt es eben auch auf dem Wasser.


































Wie auf dem dem Luftbild1 nachvollziehbar gibt es vier Schleusenkammern. Die zwei ganz links sind seit Jahren ausser Betrieb und werden wohl nie mehr in Betrieb gehen. Sie waren für Sportboote gedacht, aber heute schleusen Sportboote mit den Cargos.
Unterwegs nach Liège gibt es zwei Abzweiger: Eine ist der Kanaal van Haccout naar Wezet, der in die Maas mündet und bergwärts befahren werden kann. Zu Beginn des Kanaals gibt es eine Schleuse und am Ende ebenfalls, wo die Maas wieder verlassen wird. Einmal talwärts und einmal bergwärts schleusen, der Umweg lohnt sich schlecht, umso mehr bei der Schleuse Monsin Schiffe kleiner 3.65 Breite nur mit Cargos geschleust werden. Deshalb fahren wir lieber im Albert-Kanaal.


Hier noch ein Vergleichsbild, das unsere These untermauern könnte. Was oder wer wohl in der grünen Kuppel sass, als die Anlagen noch in Betrieb waren?
Beim letzten Besuch fuhren wir vor Lüttich an einer stinkenden Anlage vorbei, die Abfall aufbereitete. Heute sehen die Anlagen modern und aufgeräumt aus und produzieren Biogase. Die Geruchsnerven strapazierenden Immissionen wurden auf ein Minimum beschränkt.
Nach dem Zafaraia von Liège fuhren wir an einem grossen Holzlager vorbei.
Holzexporte sind wieder lukrativ geworden.
Schliesslich erreichten wir ein Wahrzeichen von Liège, das allen Skippern bekannt ist:
Die Maas wird in Liège von zahlreichen Rundbogenbrücken überspannt. Mit unserem Mast sind wir gut beraten, unter der Brücke die höchste Durchfahrt zu suchen. Dabei ist vor- und nachher auf Cargos Acht zu geben, die immer Vortritt haben und auch diese Mitte suchen.
Entsprechend zufrieden ist der Skipper wie auch Brigitte mit dem kleinen aber feinen Hafen.
Beim Hafeneingang turnt ein Turmspringer über die Maas, bereit, jederzeit in die Tiefe zu springen. Den habe ich heute zum ersten Mal gesehen.
Dabei besuchten wir noch kurz die Kathedrale, die sehr schöne Kirchenfenster beherbergt. Trotz der Pracht, die aus vergangenen Zeiten stammt, hat die Kirche wohl zu wenig Geld, ihre Schätze vor dem Verfall zu bewahren. Insbesondere die Fresken hätten etwas nötig.
Schliesslich kehrten wir zum Schiff zurück, das bereit zur Abfahrt vor dem Anlegen noch gewendet wurde.