Die Taranaki mag sich denken: Endlich wieder zu Hause! Festgemacht am Steg vom Comfortparc in Wessem darf sie nun ihre Sommerpause geniessen.
Heute morgen starteten wir im schon ziemlich verkrauteten Jachthafen Treech ’42. Der Steg ist immer noch der gleiche, die Sanitäranlagen sind sehr gut und sauber, das Clubrestaurant kann bestens empfohlen werden und hat während der Saison jeden Tag geöffnet. Auf der Wiese und im Kinderbad tummeln sich viele Clubmitglieder. Passanten mit Schiffen sind da ebenfalls sehr willkommen.
Es gab während der Fahrt keine grossen Überraschungen. Einzig bei der Schleuse in Born hatte das vor uns liegende Boot am Schwimmpoller auf Steuerbord festgemacht, statt gefiert. So geschah, was geschehen musste: Die Schwimmpoller reagieren erst, als der Wasserpegel etwa 1.50 Meter gesunken war. Deshalb hing das unter deutscher Flagge segelnde Sportboot schon bald ziemlich schief in der Luft. Es hing schliesslich buchstäblich in der Leine und schleifte auf den Fendern talwärts. Es ging eine ganze Weile, bis die Crew das Tau durchschnitt und mit einem Ersatztau die Reise nach unten einigermassen normal fortsetzen konnte. Dummerweise hatten sie das Auge um den Schwimmpoller gelegt.
Durch starken Rückenwind wurde das Boot so abgedrängt, dass die Frau das Tau nicht mehr aushängen konnte. Wenn es keiner weggenommen hat, dann hängt es da noch immer.
Wir fuhren den Julianakanal talwärts zur Maasbracht-Schleuse, wo uns die Deutschen wieder einholten. Ich meinte, es handle sich um Anfänger und wollte ihnen einen Tipp geben. „Das Auge bleibt immer am Klampen des Schiffs und mit dem anderen Ende der Leine wird um den Schwimmpoller gefiert“. Mein Ratschlag wurde mit „Das wissen wir schon alles“ beantwortet. Ich solle doch ganz nach vorne fahren, es komme noch ein Frachter. Das hatte ich über Funk ja bereits mitbekommen. Es handelte sich um die Nova Via, einem und niederländischer Flagge fahrender Familienfrachter, der mehrheitlich Sand und Kies befördert.
Nun denn, es gibt neben dem Typen mit dem goldenen Haar auch Skipper mit Beratungsresistenz.
Wir legten glücklich an und hatten auf diesem Törn seit dem April 2026 total 234.4 Motorstunden oder rund 1’675 km Fahrt zurückgelegt. Das sind gerade mal 3.1 Stunden mehr als im Sommer 2025, als wir nach Hamburg und Lübeck fuhren.
Heuer sind wir exakt einen Tag früher in Wessem zurück, als letztes Jahr.
Heute Morgen traf der Hafenmeister ein, der sich entschuldigte, weil er am Sonntag nicht noch vorbeigekommen sei. Sie seien eben alles Volontäre. Ich antwortete, das mache überhaupt nichts, wir hätten uns gut zurecht und auch eine freie Steckdose für den Bezug der Elektrizität gefunden.
Wir verliessen kurz nach neun Uhr den schönen Hafen und drehten Richtung Maastricht in den Albert-Kanal. Ich sah, dass sich die Melody, eine Linssen-Sedan, ebenfalls auf den Weg machte. Vor uns fuhr ein Tanker und schon nach drei Kilometern gelangten wir zur Schleuse. Der Schleusenwart wies mich an, mit dem Tanker in die grosse Schleuse zu fahren. Brigitte fierte an am zweiten Schwimmpoller und ich unterstützte sie an der Leiter mit dem Schleuserhaken. Da hupte es hinter uns und die Melody wollte, dass ich vorziehe. Der Tanker war auf Backbordseite ganz vorne in der Kammer und dahinter gab es genügend Platz, so unterliess ich es, weiter nach vorne zu fahren. Zudem hatte der Tanker den Motor in Fahrt und das Ruder so eingedreht, dass es ihn an die Wand drückte. Die Melody fuhr an mir vorbei, nicht ohne mich wütend darauf aufmerksam zu machen, dass ich hätte vorziehen sollen. Er wollte auf keinen Fall hinter dem Tanker festmachen.
Schliesslich folgte noch die Motorjacht Christine und wir schleusten bergwärts.
Brigitte machte Bilder von Sand- und Kieshaufen, die auf Abnehmer warten. Es wird emsig gebaut, das haben wir in ganz Belgien beobachten können.
Die River Dronen sind nach wie vor in Betrieb. Hier wird eine mit Containern beladen. Obschon sie ferngesteuert werden kann, sind immer noch ein bis zwei Mann an Bord.
Die Schleusen folgen in kurzen Abständen, so dass wir immer in der gleichen Konstellation schleusen konnten. Die dritte Schleuse Genk ist nur teilweise in Betrieb. An ihr wird gearbeitet, so auch an der Kammer, in die wir einfahren sollten. Ich fuhr als letzter der drei Sportboote in die Kammer vorbei am Arbeitsschiff, das unmittelbar vor dem Schleusentor wartete. Der Tanker hatte den Motor gestoppt und ich fuhr im stumpfen Winkel auf den zweithintersten Schwimmpoller zu. Als ich auf Backbordseite eindrehen wollte, startet der Tanker erneut den Motor. Ich hatte keine Chance, die Strömung drehte den Bug Richtung Schleuseneingang. Ich hatte keine Chance, die Taranaki machte mit dem dicken Tau am Bug Bekanntschaft mit der Schleusenwand. Ich betätigte den Gashebel stark rückwärts und kam wieder von der Schleusenwand weg. Nun trieb ich seitwärts auf das Arbeitsschiff zu. Ich drehte das Ruder ganz nach Steuerbord und gab kräftig Gas. An die Betätigung des Bugstrahlruders war nicht zu denken, das ist für solche Situationen viel zu schwach. Mein Manöver half, die Taranaki drehte sich in die korrekte Lage und ich konnte den Schwimmpoller trotz der Strömung korrekt ansteuern. Brigitte legte das Tau darum und fierte. Glück gehabt und das Tau hat nur ein paar wenige grüne Flecken ab bekommen.
Dann ging alles planmässig weiter. Bei Kanne passierten wir die schöne Brücke.
Ein paar Kilometer weiter überspannt neu eine Fussgänger-Hängebrücke die Schlucht.
Die beiden Sportboote fuhren schneller, als wir. Bei der Lanaye-Schleuse holten wir sie wieder ein und konnten mit ihnen zusammen talwärts schleusen.
Wir erreichten schliesslich unser Ziel, den Treech’42-Hafen und machten längs am Passantensteg fest. Wir mussten feststellen, dass auch hier das Kraut enorm gewachsen ist, wie wir das hier noch nie so gesehen haben.
Bei einem feinen Nachtessen aus der Bordküche und einer Dame-Blanche vom Club-Restaurant beschliessen wir den Abend.
Heute war wiederum eine längere Fahrt angesagt. Wir starteten um ungefähr Viertel vor neun Uhr bei grösstenteils bedecktem Himmel und angenehmen Temperaturen. Brigitte löste die Leinen, ich dampfte ein, damit das Heck vom Anlegesteg wegkam und ich problemlos rückwärts aus dem Hafen ausfahren kann. Ich drehte die Taranaki und es konnte losgehen. Wir befuhren noch ein kurzes Stück die Nete und etwa 2 Kilometer vor der Schleuse meldete ich uns an. Der Schleusenwart sicherte mir die Schleuse zu und als wir sie erreichten war das Signal bereits auf Grün. Vor der Schleusenkammer kommen von zwei Seiten starke Strömungen, weil aus dem Albertkanal die Nete mit Wasser gespiesen wird. Ich musste aufpassen, dass ich glatt durch diese Wirbel kam. Früher machte ich noch den Fehler, solche Passagen zu langsam anzugehen. Dann wird das Ruder nicht optimal angeströmt und das Schiff damit schlecht steuerbar.
Die Schleuse selber verfügt über Poller und eine Leiter. Im unteren Teil konnten wir den Poller noch benutzen, dann ging’s nur noch mit der Leiter. Früher war die Schleuse noch durch einen Schleusenwart vor Ort bedient. Heute geht es nur noch mit Videoüberwachung.
Im Albertkanal war wenig Verkehr. An einem Sonntag sind nur noch Frachter unterwegs, die ihren Zielort zum Löschen oder Beladen anpeilen. Am Montag werden deshalb mindestens morgens auch noch nicht so viele Frachter unterwegs sein. Ein Schuber mit zwei Leichtern war mit Containern beladen. Möglicherweise war die fehlende Sicht ein Grund, weshalb der vordere Leichter etwas ungewöhnlich beladen war: Die mittler Reihe fehlte vollständig.
Unterwegs trafen wir die Tarnaka (nicht zu verwechseln mit unserer Taranaki). Das Schiff fährt unter belgischer Flagge, ist 80 m lang und 8 m breit. Es wurde 1959 unter dem Namen „Ruhr 32“ vom Stapel gelassen.
Der Albertkanal hat in dem Abschnitt, den wir befahren, zwei Schleusen mit jeweils drei Kammern. Bei beiden waren Kammern frei, so dass ich unmittelbar nach der Anmeldung eine freie zugewiesen bekam. Diese Kammern sind mit Schwimmpollern ausgerüstet und das Befüllen der Kammer erfolgt von unten. Beide Rahmenbedingen sind günstig für entspanntes bergwärts schleusen.
Am Ufer haben wir mehrere Kieswerke gesehen, die unterschiedliches Material und in unterschiedlicher Grösse gelagert hatten. So fanden wir solche mit Flusssand, mit Seesand und mit Granit. Das Bild zeigt die Maschine, die diese Berge aufhäuft. Ein Kran entlädt die Schiffe und leert das Schüttgut in den Trichter hinten am Raupenfahrzeug. Über das Förderband werden dann die Berge angehäuft.
Brigitte hatte uns gestern im Hafen angemeldet. Der Hafenmeister meinte, das sei überhaupt kein Problem, wir sollten am Anleger für Visitors festmachen. Als wir den Steg erreichten gab es für uns keinen Platz. Hätten die Vorgänger platzsparender angelegt, hätte es gereicht, aber so? Brigitte kontaktierte nochmals den Hafenmeister und der wies uns die Boxen 36 oder 37 zu. Die 36 war besetzt, aber die 37 war ideal.
Die Steckdose für die Elektrizität war mit einem Schloss gesichert. Ich habe dann eine freie Steckdose gefunden und so konnten wir unseren Kühlschrank laufen lassen.
Am Hafen gab es ein Sonntagskonzert einer Brassband, sehr schön. Wir duschten und warten schon mal auf den Hafenmeister. Er komme noch diesen Abend oder am nächsten Morgen. Mal sehen!
Gestern haben wir uns erkundigt, wann die empfehlenswerteste Abfahrtszeit sein würde. Wir haben heute einen Gezeitenfluss zu befahren und da lohnt es sich sehr, ein günstiges Zeitfenster zu nutzen. Der Schleusenwart meinte, um 6:00 oder um 17:00 Uhr wären gute Zeitfenster. Der Hafen von Klein Willebroek hatte gestern starken Wind, was das Festmachen zur Herausforderung werden liess. Am Morgen ist jeweils mit viel weniger Wind zu rechnen, deshalb beschlossen wir, bereits um 6:00 Uhr abzufahren. Dann nimmt auch die Schleuse ihren Betrieb auf.
Wir gelangten in die Rupel und merkten sofort, dass die eintreffende Flut uns markant vorwärts trieb. So konnten wir mit bis 15.3 km / Std. bergwärts fahren. Wir wollten die günstigen Bedingungen bis zur Duffelschleuse nutzen, was problemlos gelang. Der Morgen zauberte blasses Licht und kleine Nebel auf den Fluss. Bald einmal verliessen wir die Rupel und hielten Backbord in die Nete.
Ich meldete uns bei der Duffelschleuse an und schon bald konnten wir in die Kammer einfahren. Der Hub betrug nur etwa 20 cm.
Etwa eine halbe Stunde nach der Schleuse wendeten wir zum Hafen Emblem, den wir schon von früheren Fahrten her bestens kennen. Bereits um 8:30 Uhr machten wir provisorisch fest. Provisorisch deshalb, weil noch ein Sportboot wegfahren wird und wir seinen Platz einnehmen sollen.
Weil wir jetzt schon da sind, putzen wir das Schiff schon mal, gehen einkaufen und fahren unsere Fahrräder aus.
Wir haben ein paar Tage Bruxelles unsicher gemacht. So gingen wir zu einem Relikt der Weltausstellung von 1958, dem Atomium. Die Weltausstellung von Brüssel wurde am 17. April 1958 auf dem Heysel-Gelände eröffnet. Diese Grossveranstaltung war ein Schaufenster für Belgien und 44 andere Länder (zu einer Zeit, als die UNO 82 Mitgliedstaaten zählte). Unter dem Motto „Eine Bilanz der Welt für eine menschlichere Welt“ verbreitete diese Ausstellung eine Botschaft von grenzenlosem Optimismus. Sie verstand sich als Spiegelung einer zuversichtlichen Gesellschaft, sowohl im Hinblick auf ihre Zukunft als auf die Entwicklung der Menschheit als Ganzes.
1953 wurde Brüssel zum Gastgeber der ersten universellen und internationalen Ausstellung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestimmt. Die belgische Hauptstadt überzeugte die Jury mit ihrem unübertroffenen Know-how bei der Ausrichtung von Weltausstellungen: zwischen 1885 und 1935 fanden sieben davon auf ihrem Boden statt.
Die europäische Wirtschaft florierte. Die dreissig Glorreichen waren gekennzeichnet durch einen beträchtlichen Anstieg des Lebensstandards der Menschen in Europa inmitten einer Ära, die mit vermeintlich ewiger Zuversicht in die Zukunft blickte. Dies spiegelt sich im Leitsatz der Expo 58 wieder „Eine Bilanz der Welt für eine menschlichere Welt“ wo diese neue Welt des endlosen Wachstums auf dem Glauben an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt beruht. Reine Wissenschaft wäre eine Rettung für die Menschheit, wie eine der vielen thematischen Ausstellungen der Veranstaltung vorschlug.
Dann widmeten wir uns auch den unzähligen Comics, die ihren Ursprung in Belgien begründen. Es gibt ein Comic-Museum, wo uns vorerst nur der Shop interessierte. Dort gibt es neben Comics auch Figuren zu kaufen, die den Originalen täuschend echt nachempfunden sind. Aber auch an den Mauern von Bruxelles sollen über 70 Comics die Fassaden zieren. Wir zeigen einige Beispiele.
Schliesslich ist Belgien bekannt für seine Vielzahl hervorragender Biere. Einige gibt es nur in Bruxelles und auch dort nur in wenigen Lokalen. Eines der ältesten ist „À l’imaige de Nostre-Dame“, wo wir das sogenannte Bettelbier genossen. Die Gärung wird spontan durch Bakterien in der Luft und dem Gebälk der Brauerei ausgelöst. Es ist leicht sauer, schmeckt aber hervorragend.
Bruxelles verfügt auch über tolle Gallerien. In einer dieser Gallerien entdeckten wir ein Bild von Patrick Hughes, einem 1939 im britischen Birmingham geborenen Künstlers. Er gilt als Erfinder der Reverspective, einer Kunstart, die mit optischen Illusionen perspektivische Sichten auf Situationen erlaubt. Was damit gemeint ist, kann in diesem Video nachvollzogen werden.
Am Abend des letzten Tages unseres Aufenthaltes ging es in die Höhe, auf die Aufsichtsterasse 58. Sie bietet einen fantastischen Rundblick über die Stadt und erst hier erkennt man das hügelige Umfeld des Stadtgebietes.
Auf der heute geplanten Strecke war eine Brücke bis 12:30 Uhr für jegliche Durchfahrten gesperrt, weshalb wir erst um 10:15 Uhr starten wollten. Es kam jedoch anders. Es tauchten plötzlich belgische Staatsbeamte auf, die unsere Schiffe kontrollierten. Sie wollten Versicherungsnachweise sehen, Funk- und Flaggenscheine, kontrollierten Feuerlöscher, Schwimmwesten und vieles mehr. Ich hatte alles griffbereit und deshalb war unsere Kontrolle nach etwa einer halben Stunde beendet. Als kleine Mängel, die aber keine Beanstandungen hervorriefen, waren eine fehlende Löschdecke sowie ein fehlender Radarreflektor.
Mit bald einer Stunde Verspätung konnten wir losfahren. Es gab unterwegs mehrere Brücken, die für uns angehoben werden mussten.
Darunter hatte es auch solche aus Stahl, die beim Durchfahren zum Staunen veranlassten. Wir konnten diese problemlos passieren.
Schliesslich erreichten wir die letzte Schleuse vor Klein Willebroek, vor der wir etwa eine Stunde warten mussten. Wir dümpelten sie ab, weil wir keinen Anhaltspunkt für die Dauer erhalten hatten. Nach dem Auslauf eines bergwärts schleusenden Frachters mit einem Sportboot fuhren vor uns zwei Frachter in die Schleusenkammer.
Wir wurden von den Schleusenwärtern aufgefordert, zwischen den beiden Frachtern an demjenigen auf Backbord-Seite festzumachen.
Das machten wir, inzwischen waren der Linna und der Taranaki noch ein Segelboot dazugekommen. Dann gings wie am Lift runter, so bequem wie selten.
Damit die Frachter den für die Ausfahrt nötigen Platz erhielten, fuhren wir zuerst aus der Schleuse. Kurze Zeit später überholten uns die schneller fahrenden Frachter. Wir folgten diesen, um von den Brückenöffnungen zu profitieren. Als wir kurz vor der Durchfahrt waren, stellten die Sachbearbeiter wieder auf rot. Damit kommte die Brücke wieder herunter und ich stoppte so schnell ich konnte auf. Durch die Wellen und die Linna, die ohne Stopp an uns vorbeizog rollte unsere Taranaki gewaltig. Die Sonnengläser flogen durch die Luft und auch sonst küssten viele Gegenstände den Boden. Brigitte konnte gerade noch unser Handfunkgerät auffangen, bevor es über Bord ging.
So kräftig hatte unsere Taranaki noch nie gerollt und es dauerte eine ganze Weile, bis sie wieder im normalen Trott weiter tuckerte.
Wir erreichten schliesslich die letzte Brücke vor der Hafeneinfahrt, wo wir uns von der Linna verabschiedeten. Sie fährt weiter nach Zeeland und wir zurück nach Wessem. Es war einen spannende und tolle Fahrt zusammen mit unseren Freunden, auf der wir einige Höhepunkte erleben durften. Danke an Brigitta und André!
Darf ich vorstellen: Joy aus den Niederlanden, die sich mit der Taranaki vormals Joy auch aus den Niederlanden trifft.
Heute Morgen starteten wir kurz nach halb neun. Es ist bis Bruxelles keine sehr lange Tour, hat aber trotzdem 7 Schleusen, die alle talwärts befahren werden. Der Hafen von Ittre liegt gleich neben der ersten Schleuse. Deshalb funkte ich, ob wir in etwa 10 Minuten talwärts schleusen könnten. Der Schleusenwart sagte uns das zu und so holten wir das Stromkabel und die Leinen ein, legten ab und starteten unsere Reise gleich mit einer grossen Schleuse. Auch die Linna war mit von der Partie. Auch wenn die Schleusen gross sind, abwärts schleusen ist immer sehr angenehm.
Das entspannt die Nerven der ganzen Crew insbesondere, wenn es noch Schwimmpoller hat.
Die Gewitterstürme der letzten Tage haben nicht nur viel Wasser in die Flüsse gespült – die ausgetrocknete Landschaft konnte das Wasser gar nicht vollumfänglich aufnehmen – sondern auch einige Bäume umgeworfen.
Unterwegs in Belgien finden wir immer wieder tolle Wandmalereien. Diese sind wahre Kunstwerke und nicht billig gemachte Sprayereien.
Es gab unterwegs einige Engstellen, aber auch Baustellen, an den der Kanal deutlich verbreitert wird. Manchmal muss man warten. Dieses Angebot machte uns auch die Ephram, was wir über Funk verdankten.
In Bruxelles selber hat es vor der letzten Schleuse zum Hafen eine Brücke, die angehoben werden muss. Ich funkte auf dem Schleusenkanal und fragte nach der Durchfahrt. Der Schleusenwärter beschied uns, er habe noch einen Frachter zu Berg und werde sich nachher um uns kümmern. Auch hier war der Kanal ziemlich eng und wenn noch ein Frachter uns entgegen kam, war ein Festmachen an Pollern in der Mauer sicher ratsam. Schliesslich fuhr der Frachter mit Holzrinden beladen uns entgegen. Der Sog habe die Linna mehrere Meter nach hinten gezogen.
Kurz nach der angehobenen Brücke gibt es eine Passerelle, die ebenfalls angehoben werden kann. Vor dieser hochgehobenen Passerelle gibt es ein Lichtsignal für die Schifffahrt, das auf Rot stand. Ich sah das im letzten Moment und stoppte auf. Meine Rückfrage bei der Schleuse ergab dann, dass wir zufahren könnten, die Schleuse sei für uns bereit.
Der Rand der Schleusenkammer schaut nur wenig aus dem Wasser. Leider beachtete ich nicht, dass der Tropfenfender zu hoch aufgehängt war und damit seine Wirkung nicht entfalten konnte. Er landete auf der Schleusenmauer und die Taranaki touchierte leicht die Mauer. Lackschäden kann man ausbessern. Künftig müssen wir insbesondere bei tief liegenden Begrenzungen darauf acht geben, dass die Fender eine gute Höhe haben.
Der Kanal ist hier ziemlich schmutzig. Ein Clochard hatte kurz vorher noch eine offene Zeitung reingeworfen, der Unterschied zu dem was schon drin lag, war dann nicht mehr gross. Uns fuhr noch ein Schiff entgegen, das den an der Oberfläche schimmende Unrat entfernen sollte. Da die beiden Skipper sich mehr mit ihren Smartphones beschäftigten, den mit „Gischter“ wie wir im Oberland sagen, nützen solche Fahrten nur wenig.
Ein Highlight waren dann der Hafenmeister und das Clubhaus. Er empfing uns sehr freundlich und im Klubhaus erfrischte uns eine Dame Blanche und ein Cappuchino.
Wir bleiben hier drei Nächte, um uns in aller Ruhe einige Sehenswürdigkeiten von Bruxelles anschauen zu können.
Wir sind drei Nächte in Mons geblieben. Das Schiffshebewerk von Ronquières ist am Sonntag ausser Betrieb und so wollten wir die nächste Etappe am Montag absolvieren. Samstagnacht gab es ein heftiges Gewitter. Brigitte erzählte mir, dass es extrem gewindet hatte und starker Wellengang das Schiff hin und her schaukelte. Ich hatte von alldem überhaupt nichts mitbekommen. Erst am nächsten Tag sah ich Blattwerk und Äste, die weit vom Ufer weg auf den Ponton geweht wurden. Der Sturm hatte sogar Bäume gefällt, die einen Teil der Strasse versperrten.
Am Sonntag haben wir gewaschen und am Abend Mons besucht. Dieses Mal fanden wir den Place-Centrale und der bildet wirklich ein sehenswertes Zentrum mit vielen Restaurants. Wir assen ein feines Nachtessen im „Le Verde“, das wir sehr empfehlen können.
Heute verliessen wir den Hafen Mons kurz nach acht Uhr und machten uns auf den Weg. Wir passierten zuerst zwei Schleusen. Bei der ersten wird kräftig gebaut und die zweite ist bereits auf dem neusten Stand mit Schwimmpollern ausgerüstet. Die Écluse d’Havré hat eine geteilte Kammer. Gemäss unseren Informationen wurden heute nur 58 Meter davon bedient, was für grössere Frachter ein Problem darstellt. Sie müssen warten, bis wieder die ganze Schleuse in Betrieb genommen wird.
Mit uns hat ein weitere Sportboot, Le Vagabond, die Schleuse passiert. Aufgrund der Informationen, die wir dem Schleusenwärter mitteilten, wussten wir, dass das dritte Schiff in den Hafen von Thieu wollte.
Wir erreichten schliesslich das Schiffshebewerk Strépy-Thieu, ein riesiges Bauwerk. Wir stellten fest, dass Le Vagabond nun doch auch den Lift nehmen will.
Wir konnten bald einfahren und vorne festmachen. Brigitte machte danach einen entspannten Eindruck, nach dem Festmachen war ihre Arbeit vorerst abgeschlossen.
Imposant ist die Infrastruktur allemal. Oben sieht man den Abschluss des wegführenden Kanals, der dicht halten muss, bis wir ordentlich angeflanscht sind.
Als es dann so weit war, öffneten die Betreiber das Tor.
Beim Ausfahren wünschte uns die Sachbearbeiterin am Funk einen schönen Tag und gute Reise. Das ist bei den belgischen Schleusen, die wir bei diesem Törn befahren haben, offenbar so üblich. Wir bedankten uns und erwiederten die Wünsche.
Der 1832 eröffnete Kanal Charleroi–Brüssel war seit 1914 zwischen Charleroi und Clabecq für 300-Tonnen-Schiffe (Pénichen) befahrbar. Grösstes Hindernis für die Schifffahrt war stets der durch das Tal der Samme verlaufende Abschnitt Ronquières-Godarville, auf dem mittels zahlreicher Kurven, 14 Schleusen und einem Tunnel ein Höhenunterschied von knapp 70 Meter überwunden werden musste. Das Durchfahren dieses Abschnitts dauerte ein bis zwei Tage.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied die belgische Regierung, den Kanal auf voller Länge für 1350-Tonnen-Schiffe (Europaschiffe) auszubauen. Daher musste dieser Abschnitt völlig neu trassiert werden. Ausserdem sollte der Abschnitt nicht durch Schleusen, sondern ein Schiffshebewerk überwunden werden.
Bereits zum Zeitpunkt der Eröffnung des Schiffshebewerks nahm der Gütertransport auf dem Kanal aufgrund des Niedergangs der Kohle- und Stahlindustrie im Grossraum Charleroi erheblich ab. Zwischen 1987 und 1997 wurden pro Jahr nur noch rund 1 Mio. Tonnen Güter über das Schiffshebewerk transportiert. Ab dann nahm die transportierte Tonnage jedoch wieder deutlich zu, so wurden 1999 bereits knapp 1,6 Mio. Tonnen transportiert. Bereits ein Jahr später wurde die Grenze von 2 Mio. Tonnen übersprungen. Ab 2002 wurde es durch das neue Schiffshebewerk Strépy-Thieu im Canal du Centre auch Europaschiffen ermöglicht, nicht nur bis Charleroi zu fahren, sondern auch die Wasserscheide zwischen Maas und Schelde zu überqueren. 2007 transportierte das Schiffshebewerk Ronquières dann etwas mehr als 3 Mio. Tonnen Güter.
Hier nun ein paar Eindrücke dieser Fahrt mit der Drahtseilbahn.
An der zweiten Bahn wird gearbeitet. Sie wird verbreitert und soll in ein bis zwei Jahren in Betrieb gehen. Dann wird auch die Bahn überarbeitet, mit der wir heute fahren.
Beim Befahren des Schiffshebewerks Ronquières sind vier Leinen Pflicht. Wir machten entsprechend fest, aber immer noch lose genug. So meinten wir mindestens. Unten beim Angleichen an den Wasserstand war die Leine am Mittelpoller zu eng angesetzt und wir konnten sie nach vor dem Verlassen nicht mehr lösen. Sie hatte sich an unserem Poller verklemmt und ich musste die Leine durchschneiden. Man lernt eben nie aus!
Bald darauf landeten wir im kleinen Hafen von Ittre. Kurz vor uns hatte eine Joy festgemacht, so wie unsere Taranaki beim Kauf geheissen hat. Der Hafenmeister begrüsste uns sehr freundlich und half uns beim Festmachen. Er empfahl, etwas zurückzusetzen, da das Gewitter vom Vortag viel Wasser eingebracht habe und wir deshalb noch bis 50 cm sinken würden. Dann wären wir etwas gar nahe am Ufer.
Das Clubrestaurant hat geschlossen, aber als „Selbstversorger“ kommen wir auch so über die Runden.
Wegen der hohen Tagestemperaturen (das ist eine massive Untertreibung für die Hitze, die wir seit Tagen erleben), starteten wir bereits um 7:30 Uhr. Ich glaubte noch, es sei optimal, weil gerade ein Frachter aus der Schleuse auslief, die am Ende des Sees auf uns wartete. Ich meldete mich über Funk und musste erfahren, dass oben noch ein Frachter warte. Deshalb hiess schon mal abwarten. Die Schleuse hat 12 m Fallhöhe.
Die Schleuse verfügt über Schwimmpoller, weshalb der Schleusenvorgang insbesondere für die Fender-Mieze ziemlich entspannt abläuft.
Das Wasser wird dosiert eingelassen, was zwar den Vorgang verlängert, aber die Schiffe nicht wie Nussschalen tanzen lässt.
Unterwegs gab es mehrere Baustellen, auf denen Kreuzen und Überholen verboten und eine maximale Geschwindigkeit von 4 Stundenkilometern vorgeschrieben wäre. Ich kann selbst im Klick nicht so langsam fahren, deshalb war es unwesentlich schneller. Die Betreiber der Kanäle verbreitern hier über weite Strecken die Fahrstrecke. Das ist sehr erfreulich, sind doch Transporte auf dem Wasser wesentlich umweltfreundlicher, als auf der Strasse.
Nach einer sonst eher ereignislosen Fahrt, was auch mal nicht beklagenswert ist, erreichten wir den Hafen von Mons. Der liegt auf einem See und wir konnten am 2. Steg ziemlich weit draussen festmachen. Dort gibt es immer etwas Wind, was die hohen Temperaturen etwas erträglicher gestaltet. Zudem können wir von der Badeplattform bequem ins Wasser, um uns etwas abzukühlen.
Wir gingen auf die Capitainerie und meldeten uns an. Der Hafenmeister und sein Gehilfe waren zwei Spassvögel, wir haben uns sehr wohl gefühlt. Nicht nur wegen der Klimaanlage, aber auch.
Hier bleiben wir drei Nächte und geniessen die schönen Anlagen sowie den See. Nach dem Nachtessen in einer nahegelegenen Pizzeria besuchten wir noch das nahe gelegene Mons. Die Stadt liegt auf einem Hügel und wir wollten dort auf einen zentralen Platz, der sich unseren Annäherungen gekonnt entzog. Dafür entdeckten wir den futuristischen Bahnhof.
Am 27. Juni 2026 machten Brigitte und ich einen Ausflug zu den Schiffshebewerken in Thieu. Da ist einerseits das historische, das aber nach wie vor in Betrieb ist, aber nur noch von Sportboot-Enthusiasten benutzt wird.
Entlang dem Kanal vom historischen Hebewerk hat man einen tollen Ausblick auf das Schiffshebewerk Strépy-Thieu. Das elektromechanische Schiffshebewerk Strépy-Thieu in Belgien gilt als eines der grössten Schiffshebewerke der Welt. Bei Kilometer 11,466 des Canal du Centre gelegen dient es seit 2002 dazu, der Binnenschifffahrt die Überquerung der Wasserscheide zwischen Maas und Schelde zu ermöglichen. Es ersetzt vier benachbarte hydraulische Hebewerke, die 1998 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurden, sowie zwei Schleusen.
Das aus Stahlbeton errichtete Hebewerk ist etwa 81 m breit, 130 m lang und 117 m hoch. Die Schiffe werden in zwei Trögen, die 1350 Tonnen schwere Wasserfahrzeuge fassen können, nach oben bzw. nach unten befördert. Es überwindet einen Höhenunterschied von 73 Metern. Die Tröge haben eine Länge von 112 m, eine Breite von 12 m und eine Wassertiefe von 3,35 bis 4,15 m. Pro Tag nutzen etwa 20 Schiffe das Hebewerk. Seit 2002 hat sich das Verkehrsaufkommen am Hebewerk von rund 30.000 Tonnen pro Monat auf 200.000 Tonnen pro Monat erhöht. Diese Menge entspricht etwa 150 Europaschiffen (CEMT-Klasse IV) pro Monat, wodurch ca. 13.500 LKW-Fahrten eingespart werden.
Im Oberwasser entdeckten wir tolle Seerosen. Bei der Rückfahrt mussten wir eine Gänseschar, die sich im Schatten eines Baumes auf unserem Fahrweg gemütlich versammelt hatte, dazu bewegen, uns für den für die Durchfahrt nötigen Platz zur Verfügung zu stellen. Das ging erstaunlich ohne Murren, wobei wir ihnen genügend Zeit liessen.
Schliesslich besuchten wir noch den Hafen in Thieu. Eigentlich wollten wir ursprünglich dort einen Zwischenhalt einschalten. Das war aber nicht möglich, weil in der kleinen Zugangsschleuse ein Sportboot gesunken war.
Heute sind wir etwas vor neun Uhr aufgebrochen. Der Hafen von Valencienne liegt in einem Seitenarm der Schelde und endet am Kopf an einem Wehr. Je nach Wasserstand muss man mit mehr oder weniger Strömung rechnen. Der Walsserstand wird massgeblich durch die Schleuse beeinflusst, die am Hauptarm liegt.
Zuer Zeit der Ausfahrt war es gerade günstig. Es gab wenig Strömung und ich konnte problemlos wenden. Ganz anders, als beim Anlegen, als ich mit starker Strömung am Längssteg in Fliessrichtung anzulegen versuchte. Ohne Heckstrahlruder war das sehr herausvordernd.
Die Schleuse wurde für uns vorbereitet und wir konnten bald einfahren und talwärts schleusen.
Es ging flott weiter. Unterwegs machten wir Bekanntschaft mit Wasserlinsen. Diese kleinen Dinger sind oft ein Ärgernis für Skipper und so auch für uns. Nach den Erfahrungen im Canal du Nord fahre ich nur mit offener Klappe zum Motorraum, so dass ich den Seewasserfilter genau beobachten kann. Das sieht dann folgendermassen aus:
Unterwegs meldete ich André einen anstehenden Reinigungsvorgang, stoppte das Schiff und putzte den Seewasserfilter. Es gab weiter unten ein sich näherndes Arbeitsschiff und voraus einen Frachter, der uns kreuzen würde. So war genügend Zeit, um die Reinigung vorzunehmen. Ich bin inzwischen gut vorbereitet und geübt, so dass dabei nur wenig Zeit verloren geht.
Wir machten noch einen kleinen Umweg, weil in Brüssel die Tankstelle nicht mehr in Betrieb ist und wir sicher genügend Diesel möchten, um nach Wessem zu reisen. Unsere Recherchen ergaben, dass in Antoing eine Bunkerstation der Firma Neptunia verkankert liegt, wo wir werden tanken können.
Wie geplant konnten wir am speziell für Sportboote konzipierten Anleger festmachen. Wir waren damit noch nicht fertig, als ein Betriebsangestellter uns den Zapfhahn reichte. Wir tanken zum Dieselliterpreis von € 1.8889, was wir als günstig ansehen. Wir tankten 196.05 Liter und haben damit im 2026 total 193.8 Motorstunden auf dem Zähler.
Nachdem wir erfolgreich getankt hatten, es war wiederum mörderisch heiss, fuhren wir zum Zielhafen von Péronnes. Wir wurden vom Hafenmeister-Stellvertreter (Hafenmeister ist eigentlich seine Frau) sehr freundlich empfangen und in die Capitainerie eingeladen. Dort erfuhren wir auch, dass die Franzosen das gemähte Gras bewusst in die Kanäle werfen, weil das bestes Fischfutter sei. Wussten wir nicht und wir sind damit eine Erkenntnis reicher.
Am Abend machten Brigitte und ich noch einen kleinen Spaziergang im Hafen und entdeckten ein sehr schönes Flachbodenboot. Leider scheint der Besitzer nicht über genügend Mittel zu verfügen, um es fachgerecht pflegen zu können. Die Schönheit des verzierten Schiffes ist trotzdem erkennbar.
Wir machten einen zusätzlchen Hafentag, weil es sehr heiss war (in der Kabine 43 C°), wir noch etwas einkaufen und der Hitze etwas entfliehen wollten. Das gelang am besten in der klimatisierten Capitainerie. Sehr empfehlen können wir das direkt am Hafen liegende Hafenrestaurant. Die Küche ist ausgezeichnet, die Preise sind moderat.
Wir wollten um neun Uhr losfahren. Dann beobachteten wir einen Frachter und da im Canal de Sensée die Schleusen so gross sind, dass Frachter und Sportboote problemlos Platz haben, beschlossen wir ihm hinterher zu fahren. An den Schleusen müssten wir sowieso warten und ihn vorbei lassen. Er fuhr knapp etwas mehr als 8 km / Std., das störte uns aber für einmal nicht und so schleusten wir nurmehr bergab (die Scheitelstrecke hatten wir gestern mit dem Tunnel hinter uns gebracht).
Wir fuhren am Fort von Bochain vorbei.
Bouchain (früher Bulcinum, Bilcinius, Bolcen, Bochanium, Bouçain, Bouchin und Bouchaing genannt) wurde erstmals im Jahr 899 erwähnt, als König Karl III. es dem Kloster Saint-Amand schenkte. Später gehörte Bouchain den Grafen von Ostervant, die Bouchain zu einer Burgherrschaft für 76 Dörfer machten; im Mittelalter wurde der Ort zu einer Festung an der Grenze zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich ausgebaut.
1384 kam Bouchain mit Flandern an Burgund, dann an die Habsburger. Von den Spanischen Niederlanden wurde Bouchain 1676 durch die Franzosen erobert, die den Ort 1678 im Nimwegener Frieden behielten. Im Spanischen Erbfolgekrieg verloren die Franzosen Bouchain 1711 an die Alliierten, als die Stadt von Marlborough eingenommen wurde, eroberten sie aber 1712 wieder. Im Frieden von Utrecht (1713) kam Bouchain definitiv dauerhaft an Frankreich.
Wir erreichten schliesslich die letzte Schleuse vor Valencienne. Endlich wieder ein Hafen mit Strom, Wasser und Duschhen. Wir freuten uns. Zudem gibt es Aussicht auf ein Feierabendbier und ein feines Restaurant. Wir geniessen es.
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