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Reisen mit der TARANAKI

Venables – Poses

Venables - Poses

 

Heute morgen telefonierte Brigitte mit dem Hafen Rouen, um einen Platz zu reservieren. Der Hafenmeister beschied uns, dass er keinen Platz für uns habe. Er habe viele Reservationen und deshalb sehe er keine Aussicht, uns aufzunehmen. Wir vereinbarten, dass ich ihm in einem Mail unser Anliegen präsentiere und er uns unterrichte, wenn sich an der Situation etwas ändern würde.

Wir machten den kurzen Schlag von Venables nach Poses, damit wir kurz vor der Schleuse optimale Bedingungen hätten, um am nächsten Tag bei günstiger Tide talwärts zu schleusen. Alternativ suchten wir schon nach anderen Häfen, die uns aufnehmen könnten. Aber an einem Sonntag sind in der Normandie die Häfen wohl überall nicht besetzt, ausser in Rouen.

Venables - PosesWir fuhren wiederum auf der Seine vorbei an den Kreidefelsen. Uns begegnete ein Kreuzfahrtschift der Viking-Gesellschaft. Auf dem Bild sieht man, dass es die blaue Tafel mit dem blinkenden Signal gesetzt hatte. Eigentlich müssten wir in diesem Fall Steuerbord-Steuerbord kreuzen. Da wir aber bereits durch Signale das Fahrwasser von Backbord auf Steuerbord gewechselt hatten, war das Signal völlig fehl am Platz. Ich vermute einen Schiffsführer-Aspiranten, der Kapitän zeigte sich nämlich auf der Brücke und grüsste freundlich.

Was auf der Seine auffällt, sind die vielen Inseln. Diese sind teilweise besetzt mit Ferienkolonien, manchmal aber auch der Natur überlassen. Wir haben viele schöne Häuser gesehen, je näher wir dem Zielort kamen. Hier ein paar Beispiele.

Venables - Poses

Venables - Poses

Venables - Poses

Venables - PosesTouristen sind hier noch nicht in Mengen zu bewältigen. Es gibt zwei Schiffe, die von der Basis Poses aus verkehren (ein Dampfschiff und ein normales Passagierschiff). Letzteres befährt die kleineren Arme der Seine, wo normalerweise niemand hinkommt.

Venables - PosesSchliesslich erreichten wir die Kade, die ich über Google Street View schon etwas erkundet hatte. Es gibt etwa vier Plätze mit elektrischen Anschlüssen, diese waren mit einer Ausnahme aber bereits belegt. Deshalb entschlossen wir, mit der Taranaki ohne Anschluss festzumachen. Der Quai und die angrenzenden Häuser sind eine wahre Pracht.

Am späteren Nachmittag spazierten die Crew der Linna und der Taranaki Richtung Süden und erreichten bald einmal das Restaurant Le Buzz. Es war ein vorgezogenenes Nachtessen, als plötzlich das Telefon klingelte. Am Telefon war die Capitainerie des Hafens von Rouen. Der Hafenmeister teilte mir mit, dass wir nun doch kommen könnten und im Päckli mit der Linna vorne am Ponton festmachen könnten. Das freut uns sehr, so dass unser Reiseziel doch noch wie geplant erreicht werden kann.

Ilon – Venables

Ilon - Venables

 

Auch hier gilt, wie im Rest von Europa: Ohne die Berufsschifffahrt hätten wir durch Lastwagen versperrte Strassen und eine ungleich höhere Umweltbelastung. Deshalb ein Hoch auf die Berufsschifffahrt. Wir können davon profitieren, dass die Flüsse und Schleusen unterhalten werden, so dass wir sie ebenfalls nutzen dürfen.

Heute Morgen sind wir um halb sieben Uhr losgefahren, weil wir für die Strecke etwa sieben Stunden berechneten und wir zwingend vor 15:00 Uhr am Ziel eintreffen müssen (Der Hafenmeister ist ab diesem Zeitpunkt im Weekend). Die erste Schleuse erreichten wir bereits kurz nach der Abfahrt. Trotzdem wir abwärts schleusten und das Manöver durch Schwimmpoller unterstützt durchführen konnten, mussten wir aufpassen, dass die spezielle Bauart der Schleuse uns nicht in Verlegenheit brachte. Nach einem normalen Einstieg, bei dem die Fender gut funktionierten, wurden weiter unten grosse Löcher sichtbar, die weiter hinten durch Spuntwände abgedeckt wurden. Damit verschwanden die Fender in diesen Löchern und ohne unser (insbesondere der Hilfe von Brigitte) hätte die Bordwand unseres Schiffes Schaden genommen. Ich habe mir für die Bergfahrt schon etwas einfallen lassen, wie wir dieses Problem würden lösen können.

Der Morgen war angenehm kühl, eine deutliche Abkehr von der bisher bekannten Morgenhitze. Da wir so früh losfuhren, konnten wir von der Kühle noch profitieren, eh dann die Sonne die versprochenen 32 C° auf die Thermometer brachte.

Ilon - VenablesDie Seine führt durch wunderschöne Landschaften, bis wir an die zweite Schleuse ankamen. Der Schleusenwart beschied uns, etwa eine Viertelstunde auf einen Frachter zu warten, hinter dem wir dann in die Kammer einfahren könnten. Gemacht, getan!

Ilon - VenablesSehenswert sind die oft auf die Seine herunterblickenden Kreidefelsen, die schliesslich am Ärmelkanal auch wieder auftauchen werden.

Ilon - VenablesWir können auf der Seine oft Wechsel der Fahrrinne beobachten. Normalerweise fahren wir auf Steuerbord-Seite zu Tal. Es gibt hier aber immer wieder Situationen, bei denen wir mit Signaltafeln aufgefordert werden, auf die Backbordseite zu wechseln. Wenn dieses Gebot aufgehoben wird, gibt es ein Signal, das uns auffordert, wieder auf Steuerbordseite zu wechseln.

Wir erreichten schliesslich den Hafen Venables und machten hinten am Mittelsteg fest. Ganz hinten machte er noch einen guten Eindruck, je näher wir dem Ufer zumarschierten, desto desolater wurde der Steg und ein Grossteil der Schiffe, die daran festgemacht waren. Wir glauben nicht, dass die noch fort bewegt werden können. Das Ganze ist ein grosses Problem für den Hafen, denn es fehlen die Mittel, um die nötigen Investitionen zu tätigen. Die teilweise verrotenden Schiffe gehören wohl niemandem mehr und müssten für eine Renovation weggenommen und verschrottet werden. Ausser Spesen nichts gewesen. Dem Verein und der Gemeinde fehlen die Mittel, weshalb der Hafen am 31. Dezember 2026 definitiv geschlossen wird.

Es war wiederum sehr heiss. Wir bezahlten beim Hafenmeister die vorbereiteten Rechnungen und gingen uns im See abkühlen. Gegen Abend kam ein Gewitter auf, das allerdings nur wenig Regen, brachte aber, was viel wichtiger war, eine erfreuliche Abkühlung mit sich. Wir machten Spaghetti und genossen diese auf der Linna. Brigitta hatte eine Apfelwähe gebacken (Apfelkuchen, für die, diese Fremdsprache nicht so kennen). Die Nacht war dann seit langem wieder angenehm kühl.

Cormeilles-en-Parisis – Ilon

Cormeilles-en-Parisis - Ilon

 

An den Vortagen hatten Arbeiter die Uferböschungen gemäht. Das Gras landete zum grossen Teil im Wasser und hinterliessen bei unserer Ankunft eine unappetitliche Brühe. Bei der Abfahrt war praktisch nichts mehr zu sehen. Vorbeifahrende Frachter haben das Gras durch Sog wieder aus dem Hafen entfernt.

Cormeilles-en-Parisis - IlonWir fuhren um neun Uhr los. Der Motor der Taranaki tuckerte wieder wie zu seinen besten Zeiten. Auf der Seine war wenig los, einige wenige Frachter und ein Flusskreuzfahrtschiff kam uns entgegen.

Cormeilles-en-Parisis - IlonBald erreichten wir die Mündung der Oise, die in die Seine mündet und den Fluss noch breiter macht. Von da her sind wir gekommen und nach Paris zu Berg gefahren. Wir werden wieder hier einmünden, wenn wir von Rouen zurück kommen.

Cormeilles-en-Parisis - IlonDie Seine ist ein sehr schöner Fluss und bietet viel Natur. Das Wasser ist sehr sauber (ich habe noch nie so wenig Pflanzenreste im Filter gehabt). Einzig die Marne bringe noch viel Abfall. Entlang der Marne und der Seine sind Auffänger bereitgestellt, mit denen ein wesentlicher Teil des Abfalls und insbesondere Plastiks aufgefangen werden kann. Wir schätzen das sehr, auch in den Häfen wird heute sortiert entsorgt.

Dann gibt es auch solche Bilder von einst stolzen Frachtern, die eine Zeitlang als Wohnschiffe dienten, bis sie eines Tages verlassen und vergessen wurden.

Cormeilles-en-Parisis - Ilon

Cormeilles-en-Parisis - Ilon

Cormeilles-en-Parisis - IlonEs gibt aber auch Beispiele von Wohnschiffen, die vom künstlerischen Flair ihrer Besitzer zeugen.

Cormeilles-en-Parisis - IlonAuch in der Seine wird gebaut. Hier ein Beispiel einer Brücke, die den Anforderungen nicht mehr gerecht abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird.

Cormeilles-en-Parisis - IlonDie Seine bietet auch schöne Aussicht für tolle Liegenschaften, die wir am Ufer immer wieder entdecken.

Cormeilles-en-Parisis - IlonDie Breite der Seine erlaubt auch das Segeln, Windsurfen oder Wassersport in vielfältiger Form.

Schliesslich erreichten wir den Hafen Ilon. Die Einfahrt war nicht so einfach zu finden, dank Kartenplotter haben wir rechtzeitig erkennen können, dass ein Schuber mit zwei Leichtern herausfuhr und an einem Anleger festmachte. Wir konnten ihn darauf überholen und fanden die Einfahrt dann problemlos.

Der Hafen liegt an einem schönen See. Wir kühlten uns kurz von der Badeplattform aus ab. Der Hafenmeister sagte der Brigitta erst am nächsten Tag, dass das verboten sei.

Paris (Arsenal) – Cormeilles-en-Parisis

Paris (Arsenal) - Cormeilles-en-Parisis

 

Gestern habe ich einen Hexenschuss erlitten, der mich so behinderte, dass ich den ganzen Tag auf dem Schiff blieb. Ich schluckte Schmerztabletten, versuchte es mit Voltaren, aber echt Linderung brachte der Tiger-Balsam von Brigitta. Ich lagerte in der Dinette, machte einige Übungen mit hochgelagerten Beinen und gegen Abend konnte ich schon wieder einigermassen schmerzfrei gehen. Die Aussichten waren gut, dass wir die Fahrt heute fortsetzen können.

Gestern war noch das Computersystem der Hafenmeisterei ausgefallen. Sie könnten daher weder eine Abrechnung machen, noch Geld entgegen nehmen. Wir sollten deshalb bereits um halb neun antraben, dann werde es wohl wieder funktionieren. Tatsächlich war ein Techniker vor Ort, der die Systeme wieder zum Laufen brachte.

Der Hafenmeister riet uns, um 09:10 Uhr vor der Schleuse bereit zu sein. Es gibt einen Streckenabschnitt, den wir zu Tal jeweils nur zwischen 35 und 50 Minuten in jeder Stunde befahren können. Wir waren damit ein bischen früh, aber wegen geplanten Passagierfahrten würden wir nicht blockiert.

Paris (Arsenal) - Cormeilles-en-ParisisDie Arsenal-Schleuse war voll. Neben der Linna und unserer Taranaki fuhren noch drei Schulboote talwärts, die ihren Schützlingen das Bootfahren beibringen wollen.

Nach der Schleuse dümpelten wir, bis die Ampel von Doppelrot auf Doppelgrün wechselte. Das Timing eines Frachters war sehr gut und wir liessen ihn an uns vorbeiziehen.

Paris (Arsenal) - Cormeilles-en-ParisisDie Notre Dame wird noch immer restauriert (mindestens äusserlich), der Innenraum scheint nach dem Brand wieder fertiggestellt. 

Paris (Arsenal) - Cormeilles-en-ParisisWer die Krimi-Serie „Profiling Paris“ schon gesehen hat, kennt auch das Gebäude auf dem Foto. Allerdings wird im Film ein Eingang präsentiert, der in Wirklichkeit gar nicht existiert. Und die Polizeistation ist gar keine. Im Film sieht es aber immer echt aus.

Paris (Arsenal) - Cormeilles-en-ParisisWir fahren immer wieder an prächtigen Bauten vorbei, die in Paris zahlreich vorhanden sind. Trotz Verwicklungen im 2. Weltkrieg hat die Kapitulation Frankreichs Paris vor Zerstörungen bewahrt.

Paris (Arsenal) - Cormeilles-en-Parisis40 Jahre nach Christos spektakulärer Verhüllung der Pariser Pont Neuf verwandelt der französische Künstler JR die älteste Brücke der Stadt in ein begehbares, spektakuläres Kunstwerk: „La Caverne du Pont Neuf“ – eine monumentale, aufblasbare Höhlenlandschaft aus Stoff, 120 Meter lang, 20 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch. Hinter den Kulissen arbeiten derzeit rund 800 Menschen. Das Kunstwerk soll Christo und Jeanne-Claude ehren, das Künstlerehepaar, das mit seinen Verhüllungen monumentaler Bauwerke Furore machte.

Paris (Arsenal) - Cormeilles-en-ParisisDie Brücken sind wirklich einmalig und zeugen von der Grösse Frankreichs respektive der Macht ihrer Erbauer. Diese Brücken faszinieren nicht nur uns, sondern auch jede Menge Touristen, die auf der Seine in den Bateaux-Mouche Erfrischung von der Hitze und einen Einblick in die Reichtümer von Paris erhaschen wollen.

Paris (Arsenal) - Cormeilles-en-ParisisDann fahren wir endlich auch am Eiffelturm (französisch Tour Eiffel, [tuʁ‿ɛˈfɛl] ) vorbei. Er ist ein 330 Meter hoher Eisenfachwerkturm in Paris. Er steht im 7. Arrondissement am nordwestlichen Ende des Champ de Mars (Marsfeld), nahe dem Ufer der Seine. Das von 1887 bis 1889 errichtete Bauwerk wurde als monumentales Eingangsportal und Aussichtsturm für die Weltausstellung zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der Französischen Revolution errichtet. Der nach dem Erbauer Gustave Eiffel benannte und zum Errichtungszeitpunkt noch 312 Meter hohe Turm war von seiner Erbauung bis zur Fertigstellung des Chrysler Building 1930 in New York das höchste Bauwerk der Welt. Mit seinem Gewicht von nur 10.100 Tonnen gilt er als ein herausragendes Beispiel für Leichtbauweise. Mit der Ausstrahlung des ersten öffentlichen Radioprogramms in Europa 1921 und des ersten französischen Fernsehprogramms 1935 trug das Bauwerk als Sendeturm zur Geschichte des Hörfunks und des Fernsehens bei. Der Fernsehturm ist die wichtigste Sendeanlage des Großraums Paris und beherbergt als Turmrestaurant das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant „Le Jules Verne“.

Nach und nach verliessen wir Paris, fuhren noch am Hafen van Gogh vorbei, der bestimmt freie Plätze gehabt hätte. Wir sind allerdings ganz froh, dass wir ihn ausgelassen haben, weil wir seinerzeit eine alternative Route befuhren.

Wir befuhren zwei Schleusen und näherten uns dem Hafen Seine-en-Parisii, den wir schon einmal besuchten und wo uns Erwin Schuller mit der Auswechslung der defekten Einspritzdüse die Weiterfahrt überhaupt erst ermöglichte.

Die Temperaturen sind hoch und deshalb war das Ankerbier hoch willkommen. Selbstverständlich hatten wir unterwegs schon viel Wasser getrunken, was aber zwingend nötig war. So hatten die Meteorologen für heute ja Rekordtemperaturen angesagt. Sie irrten sich nicht.

Nogent – Paris

Nogent - Paris

 

Wir haben vom Hafenmeisterbüro die Nachricht erhalten, dass wir am Sonntag wieder einen Platz im Arsenal haben und den bis am Mittwoch benutzen können. Das erlaubt uns, nochmals ein paar Tage in Paris anzuhängen. Was heisst Tage: Morgens und Abends sind die Temperaturen erträglich, ab 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr ist es viel zu heiss (um die 34 C°). Dann ist der Aufenthalt in der Dinette das einzig Richtige.

Nogent - ParisBereits beim Ablegen war es heiss und es sollte noch heisser werden. Nicht einmal die Ruderboote störten, da wegen der Hitze bereits in den Morgenstunden nurmehr wenige Boote unterwegs waren. Auch Frachtverkehr gab es sehr wenig.

So erreichten wir den Tunnel St. Maur und funkten der Schleuse St. Maur. Es war gerade niemand unterwegs und so schaltete der Schleusenwart unverzüglich auf grün. Dieses Mal fuhr ich extra langsam durch den Tunnel, die kühlen Temperaturen waren sehr wohltuend. Als wir gegen die Schleuse fuhren, gingen bereits die Tore auf. Bei der zweiten Schleuse etwas weiter unten fuhr gerade ein Frachter mit einer Frachtführerin aus der Kammer und auch da konnten wir unverzüglich einfahren.

Nogent - ParisAuf der Seine in Paris gibt es viele Brücken. Eine davon passierten wir kurz vor unserem Ziel.

Nogent - ParisEin Beispiel zeigt, dass Brücken nicht nur Zweckobjekte sind, sondern seinerzeit auch verziert wurden. Auf diesen Aufwand verzichtet man heute.

Wir kamen bei der Schleuse zum Hafen Arsenal an und mussten etwas warten, weil gerade ein Touristenschiff talwärts schleuste. Wir konnten bald einfahren und oben im Hafen wartete bereits das nächste Schiff auf die Ausfahrt. Dank der Schwimmpoller ist das bergwärts Schleusen ein Kinderspiel.

Nogent - ParisIm Hafen fuhren wir an der Linna vorbei zu unserem neuen Anlegeplatz O im Päckli mit einem Dauermieter, der auf dem Schiff wohnt.

Ich wendete die Taranaki und legte an. Ganz behutsam führte ich unser Schiff breitseits an das Partnerschiff. Dass das bei Vorgängern nicht immer so einwandfrei klappte, belegen deutliche Einbuchtungen und Kratzspuren am anderen Schiff.

Nogent - ParisAm Nachmittag spazierten wir zuerst zum Botanischen Garten. Anbetracht der Hitze wollten wir in kein Gebäude und setzten deshalb unseren Spaziergang fort zum Parc de Luxembourg. Dort hatte sich ganz Paris versammelt. Wir haben noch nie in einem Park so viele Menschen gesehen, jung und alt. Die vielen schattigen Plätze und die Stühle und Bänke wurden gerne benutzt.

Zurück auf dem Schiff verbrachten wir den Abend auf Achterdeck, im Schiff war es noch zu heiss. Das Hafenbecken ist ein beliebter Treffpunkt, der bis Mitternacht emsig benutzt wurde. Es war ein Stimmengewirr, Lachen und Rufen, da wäre ans Schlafen nicht zu denken gewesen. Wir verzogen uns dann zu einer weiteren Episode von Komissar Bäckström.

Paris – Nogent

Paris - Nogent

 

Schiffersleute sind flexibel, zwangsläufig. Wer plant, muss manchmal seine Pläne revidieren. So auch wir mit dem Hafen Arsenal. Der Hafen hatte nurmehr für ein Schiff noch länger Platz. Alternativ schlug uns der Hafenmeister vor, zum Hafen in Nogent zu fahren, der an der Marne liegt. Der Hafenmeister hat uns versprochen, dass wir vom Sonntag bis Dienstag wieder kommen könnten und er uns entsprechende Plätze reserviere. Das machen wir und in der Zwischenzeit sind wir im Hafen in Nogent angekommen.

Paris - NogentWir verliessen den Hafen Arsenal kurz vor zehn Uhr. Vor und in der Schleuse erklärte ein Lehrer seiner Kinderschar, wie eine Schleuse funktioniert. Dank der Taranaki konnten sie das ganze praktisch beobachten. Sie waren sehr interessiert und stellten viele Fragen. Zum Abschied winkten alle und wünschten eine gute Reise.

Paris - NogentVor der Ausfahrt wendeten wir auf Backbord und fuhren die Seine aufwärts, vorbei an einem Feuerschiff, bis zur Verzweigung in die Marne. Dort gab es einen Anleger für Sportboote und die Schleuse St. Maurice zeigte Doppelrot. Eigentlich ein Signal, dass die Schleuse ausser Betrieb sei. Ich funkte sie an und siehe da, die Schleuse ist in Betrieb. Wir konnten bald einfahren und schleusten bergwärts.

Paris - NogentDie darauf folgende Strecke war sehr schön, von Bäumen gesäumt und mäandernd. Es kam uns ein Frachter entgegen und wir erreichten die zweite Schleuse, die vor dem Tunnel übewunden werden muss. Wir warteten, weil ein Segler (mit niedergelegtem Masten) uns aus der Schleuse entgegen fuhr. Die Schleuse war sehr lang, ein Zeichen dafür, dass den Tunnel auch Frachter befahren.

Die Schleuse hatte Spuntwände, was wir gar nicht schätzen. Bei diesen Wänden müssen wir immer aufpassen, dass unser Schiff nicht die Wände streift, weil die Fender in den Zwischenräumen verschwinden. Es ging lange gut, dann streifte unser Tau doch noch eine Wand. Nun denn: Die Taue sollen ja auch den Schiffskörper schützen.

Paris - NogentNach der Schleuse erreichten wir den Tunnel. In der App Waterkaarten ist die Durchfahrtshöhe mit 3.40 m angegeben, was für die Taranaki knapp reichen würde. Der Routenplaner meinte, diese Strecke sei für uns nicht befahrbar. Aber in unserem Schiffsreiseführer werden als Durchfahrtshöhe 5.60 m angegeben. Dieser Wert steht auch an der Tunneleinfahrt.

 

Paris - NogentNach dem Tunnel erreichten wir das für seine Wassersportmöglichkeiten bekannte Gebiet der Marne bei Nogent. Wir fuhren bis zum Hafen und versuchten den Hafenmeister zu erreichen. Das klappte leider nicht und wir legten direkt vor dem Restaurant am Längssteg an, wie es sich gehört, ohne Platz zu vergeuden.

Nach einiger Zeit kam dann auch der sehr freundliche Hafenmeister vorbei und hiess uns willkommen. Wir konnten Strom anschliessen, er erklärte uns, wo die Duschen und Toiletten seien und wo wir was einkaufen können. Wir fühlen uns hier sehr wohl und gut aufgehoben.

Nach einem Picknick dösten wir auf dem Schiff auf der Heckterasse, dankbar für jedes kleine Lüftchen, weil es sehr heiss ist (über 30 C°).

Morgen bleiben wir ebenfalls hier und werden mit unseren Fahrrädern nach Paris hinein fahren.

Cormeilles-en-Parisis – Paris

Cormeilles-en-Parisis - Paris

 

 

Gestern machten wir einen Hafentag, was eigentlich nicht ganz stimmt, denn es war ein Reparaturtag. Erwin Schuller hat unsere Sorgen um den Motor ernst genommen und ist von Maasbracht angereist, um die Ursache für den starken Rauch herauszufinden und zu beheben. Zuerst prüfte er die Situation mit laufendem Motor. Unsere Vermutung, es könnte sich um eine defekte Einspritzdüse handeln, war mindestens nicht vom Tisch. Er hatte einen ganzen Satz Düsen mitgebracht und ersetzte die alten durch die mitgebrachten. Die hinterste Düse war stark verrust, was auf einen Defekt hindeutete.

Erwin meinte, beim Langsamfahren werde die Schlacke beim Verbrennen nicht richtig aus dem Motor entfernt. Er riet mir, sobald der Motor warm sei, mindestens eine kurze Zeit mit 2’500 Touren zu fahren. Normalerweise bewege ich das Schiff mit 2’000 Touren, weil der Motor damit am ruhigsten läuft. Das sei völlig in Ordnung. Mit einer kurzen Steigerung auf 3’000 Touren konnte ich mich selber über den angesammelten Russ überzeugen, der über den Auspuff das Weite suchte. Die anschliessende Probefahrt zeigte, dass der Motor wieder wie vorher lief, ohne Vibrationen und mit wenig Rauch. Ein über 40 jähriger Motor wird immer ein wenig rauchen.

Wir fuhren heute kurz nach 7 Uhr vom Hafen los. Es war eine reibungslose Fahrt mit wenig Frachtverkehr. Wir kamen gut voran. Bald einmal erreichten wir die erste Schleuse, die Schleuse de Chatou. An der Schleuse wurde gearbeitet, aber wir konnten trotzdem zügig schleusen. Wir erreichten bald die Einfahrt in den Kanal sein St. Denis. Die erste Schleuse war schon eine kleine Herausforderung, weil die Haken in der Schleusenwand nur einen Teil des Hubs abdeckten und oben offen waren. Das Tau rutschte damit von selber aus der Verankerung.

Cormeilles-en-Parisis - ParisDann ging es zügig weiter und wir kommen gut voran. Wir hatten gewissermassen eine grüne Welle, weil wir die in kurzen Abständen anstehenden Schleusen uns bereits mit grünem Signal entgegen leuchteten, wenn wir die vorangehende Schleuse noch gar nicht verlassen hatten.

Cormeilles-en-Parisis - ParisSchließlich kamen wir vor die letzte Schleuse vor dem Bassin der Villette. Das war eine Allerweltschleuse mit viel Wasserdruck von der Seite und schlechten Möglichkeiten, beim Bergwärtsschleusen das Schiff an Pollern in Position zu halten. Brigitte bemühte sich nach Kräften und es war sehr schwierig, denn wiederum waren es gegen oben offene Haken und ganz oben fehlten sie dann komplett. Ich konnte mit dem Motor zum Teil etwas helfen, auch ein zweites Tau half etwas.

Cormeilles-en-Parisis - ParisMit dieser Schleuse erreichten wir den Scheitelpunkt des Schleusenwerk mitten durch Paris. Von jetzt an ging es nur noch talwärts, was immer viel einfacher ist. Zudem hatten die Schleusen Schwimmpoller, was das Leben der Matrosen zusätzlich erleichtert.

Die Schleusen sind als Doppelschleusen angelegt. Bei der Leerung der oberen Schleuse wird die darunterliegende mit Wasser gefüllt. So können grössere Höhen überwunden werden.

 

Cormeilles-en-Parisis - ParisDer Kanal bewegt führt durch schöne Alleen und unser Schiff wurde von vielen Passanten fotografiert und teilweise auch gefilmt. Den Kanal passieren normalerweise flache Touristenboote, Motorjachten sind da eher selten.

Cormeilles-en-Parisis - ParisSchliesslich erreichten wir den von Napoleon errichteten Tunnel, der unter der Bastille bis zum Hafen Arsenal führt. Wir konnten ganz vorne bei der  Schleuse im Päckli an der Linna festmachen.

 

Unsere Einfahrt wurde von den einen Tag früher angereisten André und Brigitta fotografisch festgehalten.

Cormeilles-en-Parisis - Paris

 Cormeilles-en-Parisis - Paris

Am Abend feierten wir die gemeinsame Ankunft im Restaurant „Le Train Bleu“ im Gare de Lyon.

 Cormeilles-en-Parisis - Paris

Cormeilles-en-Parisis - Paris

Am Donnerstag machten wir einen Fussmarsch zum Arc de Triomphe. Es war schon sommerlich heiss, so dass wir uns mehrmals Flüssigkeit zuführen mussten. Das geschieht am einfachsten in einem der zahlreichen Restaurants.

L’Isle d’Adam – Cormeilles-en-Parisis

L'Isle d'Adam - Cormeilles-en-Parisis

 

L'Isle d'Adam - Cormeilles-en-ParisisWir hatten am Vorabend mit dem Hafenmeister vereinbart, dass wir um neun Uhr ablegen möchten. Er muss uns dann die Schleuse bedienen, damit wir auf die Oise talwärts schleusen können. Er wollte pünktlich sein und war das in seinen Augen auch, weil er doch um zwanzig nach neun physisch anwesend war. Wir sind in Frankreich und da richtet man sich eher nach der Sonnenuhr, statt den Schweizer Uhrwerken. Und da die Sonne in diesen Tagen wenig schien, wird es schwierig. Wir sind ja nicht in Eile, deshalb passt das schon.

L'Isle d'Adam - Cormeilles-en-ParisisUnmittelbar nach der Hafenschleuse kommt die erste Oise-Schleuse. Der Schleusenwart war – wie alle andern auch – sehr freundlich, öffnete alsbald das bergseitige Tor und liess uns einfahren, nicht ohne uns noch eine gute Reise zu wünschen.

Gleich unterhalb dieser Schleuse befindet sich auf der Oise ein voll ausgerüsteter Steg, den wir uns für die Rückfahrt merken.

L'Isle d'Adam - Cormeilles-en-ParisisAuf der Oise begegneten uns heute nur ein einziger Frachter und ein Ausflugsschiff, das Cergy ansteuerte.

L'Isle d'Adam - Cormeilles-en-ParisisUnterwegs sahen wir eine Luxemotor unter Kanadischer Flagge mit dem Namen „Bisou Bisou“. Der Hafen Cergy ist ein netter kleiner Hafen, den wir voraussichtlich auf dem Rückweg besuchen werden.

L'Isle d'Adam - Cormeilles-en-ParisisBald einmal erreichten wir den Zusammenfluss von Oise und der Seine. Die Seine hat hier schon eine beachtliche Breite und die Fliessgeschwindigkeit betrug geschätzte 2 km pro Stunde talwärts.

L'Isle d'Adam - Cormeilles-en-ParisisDas bremste den Elan der Taranaki ein bischen. Ich fuhr sie auch nicht auf dem letzten Drücker, weil ich den Motor möglichst schonen wollte.

Manchmal goss es beachtlich, dann schien wieder die Sonne, richtiges Aprilwetter im Mai. Wenn die Sonne schien, war es angenehm war, wenn’s regnete wurde es ziemlich kalt.

Wir fuhren unserem Ziel entgegen und entdeckten bald einmal das neue Quartier mit dem Innenhafen, der im April 2026 eröffnet worden war. Der Seine entlang hatten die Initianten des Hafens einen langen, voll ausgerüsteten Längssteg errichtet, der auch für grosse Schiffe komfortable Anlegemöglichkeiten bietet.

Die Hafenmeisterin hat uns sehr freundlich empfangen. Es hat am Steg an jedem Platz moderne Strom-, Wasser- und Absauganlagen für Schwarzwasser. Die Wasseranschlüsse haben eine eigene Norm, unsere passten leider nicht dazu.

Die Toiletten, Duschen und Waschmaschine sowie Tumbler sind neu und sauber. Einzig Abfallkörbe hat es inwendig noch keine.

L'Isle d'Adam - Cormeilles-en-ParisisGestern besuchten wir die Maisons-Laffite. Der Name „Maisons“ stammt von dem lateinischen mansio ab, was so viel wie Aufenthaltsort bedeutet (heute wird das französische Wort „Maison“ mit „Haus“ übersetzt). Bis 1882 hieß der Ort Maisons-sur-Seine, eine Bezeichnung, die seine Lage an der Seine angibt. Der Namensteil „Laffitte“ geht auf den Bankier Jacques Laffitte zurück, der den zum Schloss gehörenden Park in kleinere Grundstücke aufteilte und den neuen Bauherren das Baumaterial durch den Abriss der Nebengebäude des bestehenden Schlosses von François Mansart zur Verfügung stellte. Das Grundstück gab auch der Stadt ihren Namen. Sie liegt etwa 18 Kilometer nordwestlich von Paris und zehn Kilometer nordöstlich von Saint-Germain-en-Laye am linken Ufer der Seine gegenüber der Stadt Sartrouville, mit der sie durch eine Straßen- und eine Eisenbahnbrücke verbunden ist. Westlich der Stadt erstreckt sich ein größeres Waldgebiet, der Forêt Domaniale de Saint-Germain-en-Laye.

Wir besuchten das Schloss, das zum grossen Teil ziemlich ausgeräumt wirkte. Der letzte private Besitzer war ziemlich mittellos verstorben. Das Gut war mit hohen Schulden belastet, weshalb die Gläubiger das Inventar ausräumten, um wenigstens so zu einem Teil für ihre ausstehenden Guthaben entschädigt zu werden.

Am Dienstag wird Erwin Schuller unseren Motor bearbeiten, dass er wieder wie vorher funktioniert. Wir bleiben deshalb bis Mittwoch früh im Hafen. André Keller und Brigitta Gwerder werden am Dienstag zum Hafen in Arsenal fahren, wir voraussichtlich einen Tag später.

Compiègne – L’Isle d’Adam

Compiègne - L'Isle d'Adam

 

Es ist Auffahrt und da wir eine lange Strecke fahren, wollten wir früh los. Wir legten um acht Uhr ab und ich meldete uns bei der Schleuse an, die wir von der Kade aus bereits sehen konnten. Wir hatten in Waterkaarten gesehen, dass an Sonntagen die Schleusen erst um neun Uhr den Betrieb aufnehmen, aber eigentlich hätte ich als Katholik wissen müssen, dass Auffahrt ein Feiertag ist und wie ein Sonntag behandelt wird. Deshalb kam auch keine Antwort. Wir legten nochmals an und warteten. Plötzlich meldete sich die Schleuse und gab bekannt, dass sie in einer Minute öffneten. Die Oise ist hier sehr breit – es handelt sich um den zweitgrössten Fluss Frankreichs – und jede Schleuse verfügt über zwei Schleusenkammern. Die kleine ist immer noch ziemlich gross und wird für Sportboote verwendet. Kurz nach der erneuten Funkmeldung konnten wir einfahren.

Compiègne - L'Isle d'AdamDas Wetter war eher griesgrämig, wobei einige sonnige Abschnitte die Intensivregen unterbrachen. Es gab aber auch Hagel als Mini-Körner.

Compiègne - L'Isle d'Adam

In einer der sechs Schleusen, die wir passierten, beobachteten wir ein Sportboot, deren Crew beim Bergwärtschleusen das Schiff fest gemacht hatte. Mit steigendem Wasserstand verlängerte das Tau den Wirkungskreis des Schiffes. Damit war es bald einmal mitten in der Schleuse mit dem Bug auf die Schleusenwand. Ein Fendermaudi im fortgeschrittenen Alter zog dann das Schiff wieder in eine normale Position. Als dann der vor ihnen liegende Frachter aus der Schleuse fuhr, löste auch das Sportboot viel zu früh die Leinen, tanzte fuhr mit dem Bug wieder gegen die Schleusenwand. Der Fendermaudi ging an Land, stiess das Boot weg und kam nur mit Mühe und Not wieder an Bord. Das sind gefährliche und vermeidbare Manöver.

Ich musste feststellen, dass unser Motor zu rauchen begann. Die Motortemparatur, der Ölstand und das Kühlwasser bewegten sich im normalen Niveau und ich konnte keine Vibrationen feststellen, die auf eine Unwucht hindeuteten. Ich kannte das Symptom von einem früheren Vorfall. Damals war eine Einspritzdüse ausgefallen. Ich bin mit Erwin Schuller in Kontakt, wie wir weiter vorgehen können.

Compiègne - L'Isle d'AdamSchliesslich bogen wir in den Hafen Isle d’Adam ein (Siehe Titelbild). Es ist ein neuer Hafen, der vor fünf Jahren eröffnet wurde. Von der Oise werden wir ins Hafenbecken hoch geschleust. Für das Schleusen ist der Hafenmeister verantwortlich. Wir legten an und kurz darauf erreichte auch die Linna den Steg. Die Überraschung gab es dann beim Versuch, das Stromkabel anzuschliessen. Ohne Adapter des freundlichen Hafenmeisters geht da gar nichts. Solche Steckernormen haben weder André, noch ich auf unseren Reisen je gesehen.

Compiègne - L'Isle d'AdamAm Ufer begrüsste uns eine wunderschöne Katze, ein Bengal. Leider ist die Züchtung eher problematisch.

Soissons – Compiègne

  • Soissons - Compiègne

 

Der Morgen zeigte sich von der guten Seite: Sonnenschein mit leichter Bewölkung abwechselnd. Wir legten um ungefährt neun Uhr ab und fuhren talwärts. Bei der ersten Schleuse meldete uns André an und wir fuhren mit beiden Schiffen in die Schleuse. Ich zog an der grünen Stange mit den Schleusenvorgang auszulösen, doch nichts geschah. Ich fragte einen VNF-Mitarbeiter, woran das liege und er meinte nur, sie hätten ein Problem. Also warteten wir. Dann kam auf einmal vermutlich der Chef der nahegelegenen VNF-Basis und erklärte mir, wir müssten immer beide Schiffe anmelden. Wenn wir das nicht machten, würde die Logik des Systems ausgehebelt. Nun wussten wir, weshalb gestern die Linna nach unserer Einfahrt bei Rotlicht einfahren musste.

Soissons - CompiègneDas Wetter änderte plötzlich rapide: Es wurde kalt und gab einige heftige Regenschauer. Wir machten das Verdeck dicht und öffneten es nur noch zum Schleusen. Ich zog Handschuhe über, weil es mich „an die Chnoden fror“, wie man bei uns im Oberland zu sagen pflegt. Glücklicherweise hörte der Regen jeweils beim Schleusen auf. Es kam uns auch wieder ein Frachter entgegen.

Brigitte versuchte, den Passantenhafen in Compiègne telefonisch zu erreichen, ober ohne Erfolg. Sie hinterliess auf der Combox eine Sprachnachricht mit der Bitte, bei Gelegenheit zurück zu rufen. Diese Gelegenheit gab es wohl nie. Wir fuhren in den Hafen ein und nahmen zur Kenntnis, dass es keine freie Plätze mehr gab. Von einem Anwesenden Skipper erfuhren wir, dass noch viele Schiffe im „Winterlager“ ausharrten (und meines Erachtes sehnlichst auf ihre Besitzer warten, um eine Ausfahrt machen zu  können). Also wendeten wir im engen und verkrauteten Hafen, warteten noch einen bergwärts fahrenden Frachter ab und fuhren an eine Promenade, die als Ersatz gute Dienste leistet. Dort hingen bereits zwei Schiffe.

Soissons - CompiègneWir wendeten zu Berg und legten an, ungefär auf der Höhe des Bunkerschiffes. Beim Ankerbier besprachen wir die nächste Etappe und reservierten bereits im Hafen. Sie wird zwar etwas länger, wenn wir aber um acht Uhr starten, sollte das keine Probleme bereiten.

Inzwischen zog eine Gewitterregen über unsere Schiffe hinweg. Kilian offeriert Brigitte zum Muttertag ein Abendessen samt Tranksame. Sehr tolle Geste, die ich auch von meiner Seite bestens verdanke.